Dienstag, 17.05.2016 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Ralf Kalytta - Fotolia.com

Verstopfter Abfluss: Wer den Installateur zahlen muss

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Worum geht´s

Wasser läuft nicht ab: Wer den Installateur zahlen muss, wenn der Abfluss verstopft ist.

"Wenn der Abfluss mal verstopft ist, ja was ist denn schon dabei..." klang es in den 80-ern in der Werbung. Tja, wenn es so einfach wäre heutzutage.

 

Meist ist es doch so, dass ein Installateur her muss - und der kostet natürlich! Wer den zahlen muss, wenn in Ihrer Mietwohnung mal wieder kein Wasser abläuft, finden Sie hier. 

 

Sie müssen den Installateur holen, weil das Wasser aus der Spülmaschine des Mieters im 3. Stock beim Erdgeschossmieter in die Badewanne drückt.

Nur regelmäßig anfallende Kosten zählen als Betriebskosten

Der Installateur kommt und stellt fest: „Abfluss verstopft!“ Ein paar Tage später schickt er Ihnen die Rechnung. Sind das Betriebskosten? Nein, da es sich nicht um regelmäßig anfallende Kosten handelt, zählen sie als nicht umlegbare, reine Instandhaltungskosten.

Nur wenn Sie einen konkreten Verursacher im Haus ausfindig machen und ihm zudem noch nachweisen können, dass er schuldhaft gehandelt hat, können Sie von ihm Schadenersatz verlangen.

Der Schuldige muss die Reparaturkosten erstatten

Allerdings ist es sehr schwierig, den Verschuldensnachweis erfolgreich zu führen. Fragen Sie einfach mal den Installateur, was den Abfluss verstopft hat (z. B. eine Babywindel) und ob es vielleicht auch bauseits (zu kleine Rohre) bedingt sein könnte – bei Letzterem haben natürlich dann Sie die schlechteren Karten!

Wichtig bei der Schuldfrage: Entsteht die Verstopfung nur durch einen vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache, wie z. B. durch Haare, die üblicherweise beim Duschen in den Abfluss gelangen, liegt noch kein Verschulden vor. Anders ist es, wenn Ihr Mieter z. B. Frittenfett über den Abfluss entsorgt.

Wenn alle Stricke reißen: Kleinreparaturen-Klausel hilft! 

Ganz gleich, ob Sie den Schuldigen finden: Ist ein Abfluss in der Mieterwohnung kaputt, haben Sie immer noch die Chance, die Kosten über die Kleinreparaturen-Klausel erstattet zu bekommen. 

Das setzt allerdings voraus, dass der Rechnungsbetrag inklusive der Mehrwertsteuer unter dem im Mietvertrag vereinbarten Betrag für die Kleinreparaturen liegt.  

Wer die vorbeugende Rohrreinigung zahlen muss

Lassen Sie vorbeugend die Rohre reinigen, um Rohrverstopfungen zu vermeiden, dürfen Sie die Kosten dafür nicht als Betriebskosten auf den Mieter umlegen.

Sie zählen vielmehr zu den Instandhaltungskosten. Gleiches gilt, wenn eine Rohrverstopfung in einer Entwässerungsleitung auftritt.

Müssen Sie einmal im Jahr den Klempner holen, weil es in Ihrem Haus zu einer Rohrverstopfung kommt, dürfen Sie die Kosten nicht als Betriebskosten auf alle Mieter im Haus umlegen. Bei diesen Kosten handelt es sich nämlich eindeutig nicht um regelmäßig entstehende Betriebskosten des Hauses.

Sie dürfen nur solche Kosten als Betriebskskosten umlegen, die ausdrücklich in der BetrKV genannt wurden.

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Für die einen sind es nur "Peanuts", für die anderen zählt jeder Cent getreu dem Motto: Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist. Stimmt: Häufen sich die Kleinreparaturen, kann das schnell ins Geld gehen.  Gut, wenn sich in Ihrem Mietvertrag dann eine sogenannte Kleinreparaturen-Klausel findet. Richtig formuliert, schützt Sie vor zu viel "Peanuts". Diese Schnell-Abhak-Checkliste zeigt Ihnen, wann Ihnen Ihr Mieter die Kosten für Kleinreparaturen erstatten muss.
Kleinreparaturen sind lästig. Noch dazu kann dafür beim Vermieter am Jahresende ein ganz schönes Sümmchen zusammenkommen. Schlaue Vermieter sind deshalb dazu übergegangen, die Kosten für Kleinreparaturen auf ihre Mieter abzuwälzen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Kosten für das Beseitigen einer Rohrverstopfung dürfen Sie nicht allen Mietern im Rahmen der Betriebskostenabrechnung auf die Rechnung setzen.

 

Sie müssen hier vielmehr den Schuldigen ausfindig machen und ihm auch ein Verschulden vorwerfen können. Gelingt Ihnen das nicht, bleiben die Kosten leider an Ihnen hängen!