Montag, 30.11.2009 | Autor: heihec

Neues Jahr, neue Gaspreise

News: Nachdem die Gaspreise in Deutschland im laufenden Jahr um durchschnittlich 21 Prozent gefallen sind, deutet sich zum Jahreswechsel eine Trendwende an. Das Verbraucherportal toptarif.de geht für das kommende Jahr von einer Preiserhöhung von rund 12 Prozent aus.

Nach aktuellen Recherchen des Verbraucherportals toptarif.de planen rund 70 regionale Versorgungsunternehmen eine Preiserhöhung um bis zu 12 Prozent. "Für einen betroffenen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas bedeuten die Preiserhöhungen jährliche Mehrkosten von bis zu 120 Euro in der Spitze", erklärt Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de.

Letztmalige Gaspreissenkung

Neben den Versorgungsunternehmen, die ihre Preise zum Jahreswechsel erhöhen möchten, gibt es im Dezember und Januar 43 Unternehmen, die letztmalig ihre Preise um bis zu 14,4 Prozent senken wollen. "Hier werden noch einmal die günstigen Beschaffungskosten weitergegeben, die aus den niedrigen Ölpreisen der ersten Jahreshälfte resultieren", macht Bohg deutlich. "Ein Großteil der Versorger hatte diese bereits in den vergangenen Monaten an die Gaskunden weitergereicht."

Großversorger lassen Gaspreise stabil

Kunde der Großversorger müssen zum Jahreswechsel mit keinen Änderungen rechnen. So haben E.ON, RWE und die Berliner GASAG bereits angekündigt, ihre Gaspreise über den Jahreswechsel hinweg stabil zu lassen. Bei der EnBW gibt es bislang noch keine Änderungsankündigung. Doch E.ON Kunden müssen schon ab Januar wieder tiefer in die Tasche greifen. Denn bis Ende Dezember fallen die befristeten Winterrabatte von bis zu 1,05 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde weg. "Ohne Rabatt kann es daher je nach E.ON-Tochtergesellschaft und Verbrauch um bis zu 151 Euro teurer werden", erklärt Bohg.

Prognose der Gaspreise für 2010

Wie sich die Gaspreise im Laufe des kommenden Jahres entwickeln, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen. Entsprechend der Marktlogik der Ölpreisbindung müsste mit einem flächendeckenden Anstieg der Gaspreise ab April 2010 zu rechnen sein. Allerdings stehen die großen Gasimporteure durch ein Überangebot an Gas im europäischen Raum unter enormem Druck. Mit Blick auf die günstigen Einkaufspreise für Gas an den Spotmärkten und ausstehende Verfahren des Bundesgerichtshofes zur Bindung des Gaspreises an den Ölpreis sehen viele Branchenkenner einen baldigen Umbruch des deutschen Gasmarktes voraus. Sollte die Ölpreisbindung in Deutschland tatsächlich kippen, könnten die Gaspreise für die rund 20 Millionen deutschen Haushalte mit Gasbezug weiter fallen.

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