Dienstag, 29.01.2013 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: Agentur: MEV

Haushaltsnahe Dienstleistung: So "schenken" Sie Ihrem Mieter Steuern

Foto: Agentur: MEV
Worum geht´s

In Ihrer Betriebskostenabrechnung müssen Sie haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen ausweisen - wenn Ihr Mieter das wünscht. Schlaue Mieter tun das, denn damit können Sie beim Finanzamt Steuern sparen.

Weniger Steuern zahlen - davon träumt auch Ihr Mieter. Deswegen sollten Sie in Ihrer Betriebskostenabrechnung bei den Rechnungen, in denen haushaltsnahe Dienstleistungen stecken, diese dem Mieter auch ausweisen.

Viel Arbeit ohne Geld? Ja, aber Vermieterpflicht, wenn der Mieter darauf besteht!

Von den haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen haben Sie bestimmt auch schon mal gehört - und diese "Steuersenkungschance" auch hoffentlich bereits erfolgreich genutzt.

Auch Ihr Mieter kann diese Steuerermäßigung nach § 35 a Einkommensteuergesetz für solche Rechnungsposten in seiner Betriebskostenabrechnung beanspruchen, in denen haushaltsnahe Dienstleistungen stecken. Das betrifft beispielsweise die Betriebskosten,

  • für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis (z. B. den Hausmeister oder die Reinigungskraft fürs Treppenhaus),
  • für haushaltsnahe Dienstleistungen (z. B. für das Reinigungsunternehmen, das die Fenster im Hausflur reinigt) oder
  • für handwerkliche Tätigkeiten (z. B. die Schornsteinfegergebühr oder Heizungswartungskosten).

Voraussetzung dafür ist, dass Sie die Kosten nicht in Bar gezahlt haben und Sie dem Mieter die Aufwendungen bescheinigen (Bundesfinanzministerium v. 30.11.2006, IV C 4 - 52296 b - 60/06).

Bis zu 1.200 EUR pro Jahr sind für Ihren Mieter drin

Ihr Mieter kann bei seiner Steuererklärung 20 % vom jeweiligen Rechnungsbetrag plus der anteiligen Umsatzsteuer nach § 35 a Einkommensteuergesetz steuerlich geltend machen. Maximal aber nur 20 % von 6.000 EUR. Das entspricht einer maximalen Steuerersparnis von 1.200 EUR pro Haushalt und Jahr.

Dabei zählen allerdings nur die Kosten für den Arbeitslohn und ggf. die Maschinen- und Fahrtkosten mit, nicht aber die Materialkosten.

Haushaltsnahe Dienstleistungen können sich hinter diesen Betriebskostenarten verstecken:

  • Gartenpflege (Gartenpflegearbeiten , z. B. Rasenmähen, Heckenschneiden),
  • Hausreinigung,
  • Straßenreinigung
  • Hauswartarbeiten,
  • Schnee- und Eisbeseitigung, jedoch nur auf dem Grundstück.

Das bedeutet: (Kostenlose) Mehrarbeit für Sie, dafür ein Steuergeschenk für Ihren Mieter. Müssen Sie sich die Arbeit machen? Ja, wenn der Mieter die Bescheinigung verlangt, sind Sie dazu verpflichtet, ihm fürs Finanzamt die in den abgerechneten Betriebskosten enthaltenen Anteile für haushaltsnahe Dienstleistungen zu bescheinigen.

Das ist eine Nebenpflicht aus den §§ 241 Abs. 2, 242 BGB i. V. m. dem Mietvertrag (AG Charlottenburg, Urteil v. 1.7.2009, 222 C 90/09).

Arbeit für Sie, Steuergeschenk für den Mieter – und das alles kostenlos

Viel Arbeit, kein Geld: Die Bescheinigung fürs Finanzamt müssen Sie dem Mieter kostenlos ausstellen.

Das unentgeltliche Ausstellen einer solchen Bescheinigung sei eine vertragliche Nebenpflicht und der Mehraufwand nicht umlagefähige Verwaltungskosten (AG Lichtenberg, Urteil v. 23.5.2011, 105 C 394/10, GE 2012, S. 1325).

Auch haushaltsnahe Handwerkerleistungen sparen dem Mieter Steuern

Nicht nur haushaltsnahe Dienst- sondern auch haushaltsnahe Handwerkerleistungen, die in der Betriebskostenabrechnung stecken, verhelfen dem Mieter zum Steuern sparen.

In den folgenden Betriebskosten können ebenfalls zugunsten Ihres Mieters haushaltsnahe Handwerkerleistungen stecken:

  • Schornsteinfeger,
  • Fahrstuhlwartung (samt Schmiermittel, aber nicht die Kosten für Ersatzteile),
  • Wartungskosten für Warmwasserbereiter und Etagenheizungen,
  • Kontrolle von Blitzschutzanlagen,
  • Sonstige Wartungsarbeiten an haustechnischen Einrichtungen (sogar die Kosten für Schmiermittel!),
  • Zentralheizung: Wartung, Überwachung, Pflege, Immissionsmessung, Tankreinigung.

Ebenso die Reparatur von Küchengeräten, wie z. B. Herd, Geschirrspüler, Fernseher oder Waschmaschine.

 

Kommentare (1)

16.2.2013, 17:06 Uhr von Wolfgang Sentek Profil ansehen
Habe zu obigem Komentae volgende Zusatzfrage. Wie verhält es sich im Mehrfamilienhaus? Bekommt jede Familie den Gesamtbetrag mitgeteilt oder ist hier nur der Anteil der auf die Familie entfällt mitzuteilen? Beispiel: Mehrfamilienhaus 7Mietparteien Ges.-kosten 700,00€ Jeder Mietpartei den Betrag von 700,00€ mitteilen oder nur anteilig 100,00€?
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber

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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
MEHR WISSEN: Auch Ihr Mieter dankt es Ihnen, wenn Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen ausweisen. Denn diese kann er von den Steuern absetzen.
  Mit haushaltsnahen Handwerkerrechnungen lassen sich Steuern sparen. Darunter ...
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“

 meineimmobilie.de-Tipp

Führen Sie einzelne, an sich umlegbare Betriebskostenarbeiten selbst aus, zählt der Wert Ihrer eigenen Arbeitsleistung nicht zu den steuerlich relevanten Aufwendungen.

 

Wichtig zu wissen: Nicht nur Ihr Mieter, sondern auch Sie können Steuern sparen. Fallen in Ihrem Eigenheim Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsarbeiten an, können Sie die darin enthaltenen Lohnkosten ebenfalls steuerlich geltend machen!

 

Darunter fällt z. B. das Streichen oder Lackieren von Türen und Fenstern, die Reparatur oder der Austausch von Fenstern und Türen, die Reparatur oder der Austausch von Bodenbelägen (Teppichboden, Parkett, Fliesen), die Reparatur, Wartung oder der Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen, die Modernisierung des Badezimmers oder der Austausch der Einbauküche.