Dienstag, 30.08.2011 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Lügen verboten: Was Sie Ihren Mieter bei Mietvertragsabschluss fragen dürfen

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Worum geht´s
Bonitätsprüfung: Was Sie Ihren Mieter bei Mietvertragsabschluss fragen dürfen und was nicht.

Fragen kostet nichts. Ganz im Gegenteil: Fragen Sie nicht, haben Sie am Ende vielleicht einen Mieter, der Schlagzeug spielt, die Miete nicht zahlt und noch dazu einen Dobermann hält. Dabei hätte sich diese böse Überraschung sehr leicht vermeiden lassen... wenn Sie gefragt hätten. Was Sie einen Mietinteressenten beim Mietvertragsabschluss fragen dürfen und was nicht, zeigt diese praktische Checkliste.

Der Mieter muss nicht auf jede Frage wahrheitsgemäß antworten

Doch nicht jede Frage, die Sie so interessieren würde, muss Ihr Mietinteressent wahrheitsgemäß beantworten. Sprich: Auf unzulässige Fragen darf er lügen.

Belügt er Sie dagegen bei seinem Einkommen und realisiert sich dann später dieses Mietzahlungsrisiko, können Sie Ihren Mietvertrag erfolgreich anfechten.

Jedenfalls, wenn Sie Ihrem Mieter seine Lüge nachweisen können. Deswegen ist eine schriftliche Mieterselbstauskunft ein absolutes Muss für jeden Mietvertragsabschluss.

Diese Checkliste zeigt Ihnen zudem, welche Fragen nach Ansicht der Gerichte erlaubt sind und welche nicht. Auf unerlaubte Fragen muss der Mieter nicht antworten bzw. er darf lügen. Stellen Sie die Frage dennoch, landen Sie deswegen aber nicht gleich vor dem Gericht!

Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr

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Mal Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal auf eine kleine Notlüge zurückgegriffen? Eine Mieterin aus München hat das bei ihrem Mietvertragsabschluss getan. Als ihr der Vermieter auf die Schliche kam, rächte sich das bitter!   Als Vermieter müssen Sie nämlich nicht bei jeder Notlüge gleich beide Augen zudrücken - und erst recht nicht, wenn es um die Einkünfte Ihres Mieters in der Mieterselbstauskunft geht!
Lug` und Trug`: Wenn ein Mietverhältnis bereits so beginnt, endet es selten gut. Wollen Sie sich von einem Mieter verabschieden, der Sie bereits beim Mietvertragsabschluss belogen hat, müssen Sie schnell sein.  
Ihr Mieter hat eine dunkle Vergangenheit - nur leider ahnen Sie davon nichts! Erst als der Mietvertrag unterschrieben ist und Sie sich irgendwann wundern, warum Ihr Mieter stets von Beamten "begleitet" wird, stellt sich heraus: Ihr neuer Mieter ist einer der Straftäter, die zwar ihre Haftstrafe verbüßt haben, aber aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nicht mehr in Sicherungsverwahrung genommen werden dürfen.   Aha - und jetzt: Können Sie diesem Mieter so einfach wieder kündigen? Schließlich hat er Ihnen seine dunkle Vergangenheit ja verschwiegen...

 meineimmobilie.de-Tipp

Nicht jede Frage, die Ihnen als Vermieter auf den Nägeln brennt, dürfen Sie einem Mietinteressenten auch stellen.

Fragen nach dem Einkommen und der beruflichen Stellung sind jedoch erlaubt, da sie sich auf die Hauptpflicht des Mieters aus dem Mietvertrag - nämlich das Miete zahlen - direkt auswirkt.