Donnerstag, 20.09.2012 | Autor: Heidi Hecht, Foto: Agentur: Digital Vision

Wohnfläche vor dem Kauf nachmessen

Foto: Agentur: Digital Vision
Worum geht´s
  • Wohnfläche nachmessen
  • Falsche Wohnfläche Grund zur Mietminderung

Wohnungen und Häuser sind oft kleiner als beim Kauf angegeben. Um nicht zu viel zu bezahlen oder zu viel Miete zu verlangen, sollten Immobilienkäufer vor dem Vertragsabschluss nachmessen, ob die im Vertrag angegebene Quadratmeterzahl korrekt ist.

Wohnfläche nachmessen lohnt sich, denn die Quadratmeterzahl von Immobilien wird häufig falsch angegeben. Dies geht aus einem aktuellen Test der Zeitschrift Finanztest hervor.

Wohnfläche richtig nachmessen

Wenn nichts anderes vereinbart ist, richtet sich die Berechnung nach der Wohn­flächen­ver­ordnung. Sie regelt zum Beispiel, dass Abstell­räume inner­halb der Wohnung zur Wohn­fläche dazu­zählen, Garagen und Abstell­räume außer­halb der Wohnung aber nicht, genauso wenig wie Keller und Wasch­küchen. Flächen unter Dach­schrägen und Treppen zählen unter 1 Meter Höhe gar nicht, zwischen 1 und 2 Meter Höhe zu 50 Prozent und ab 2 Meter Höhe voll.

Falsche Wohnfläche: Unterschiede bei Vermietung und Kauf 

Beträgt die Abweichung bei einer Mietwohnung über 10 Prozent, kann der Mieter die Miete anteilig kürzen. Auch die Vorauszahlung für Nebenkosten fällt dann geringer aus. Anders sieht es beim Kauf aus. Ist die Wohnfläche beim Immobilienkauf kleiner als erwartet, wird es später schwierig, den Kauf­preis zu mindern, Schaden­ersatz zu verlangen oder den Vertrag rück­gängig zu machen. Denn, ob die 10-Prozent-Regel oder die Wohn­flächen­ver­ordnung auch für Kauf­verträge gilt, liegt im Ermessen der Gerichte.

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Ungenauigkeit beim Ausmessen kann finanzielle Folgen haben. Wer bei der Flächenangabe zur Mietwohnung ein paar Quadratmeter zu viel angibt, muss damit rechnen, dass der Mieter seine Miete mindert - und zwar rückwirkend zum Beginn des Mietvertrags.