Dienstag, 28.04.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Finanzkrise beim Mieter: So reagieren Sie richtig

Die Finanzkrise hat die Arbeitnehmer schon lange erreicht. Was das bedeutet, bekommen jetzt auch langsam die Vermieter zu spüren: Wo das Geld knapp wird, tun hohe und regelmäßige Ausgaben wie die monatliche Miete ganz besonders weh! Wie viel Fingerspitzengefühl Sie gerade bei langjährigen Mietverhältnissen an den Tag legen sollten, finden Sie hier.

Die Wege raus aus der momentanen finanziellen Krise haben viele Mieter schnell für sich gefunden: Zu späte oder zu geringe Mietzahlungen und vorgeschobene Mietminderungsgründe sind die bittere Folge für den Vermieter.

Gegen beides sind Sie als Vermieter juristisch gesehen nicht machtlos.

Sie können abmahnen statt warten

Unpünktliche Mietzahlungen lassen sich abmahnen. Bei ständig unpünktlichen Mietzahlungen dürfen Sie sogar ordentlich kündigen, wenn Sie vorher fleißig Abmahnungen gesammelt haben!

Zahlt Ihr Mieter dagegen zu wenig oder gar keine Miete, können Sie ab einem bestimmten Rückstand sogar fristlos kündigen: Beträgt der Rückstand aus 2 aufeinanderfolgenden Monaten mehr als 1 Monatsmiete bzw. aus mehreren, nicht aufeinanderfolgenden Monaten mindestens 2 Monatsmieten, können Sie wegen Zahlungsverzugs fristlos kündigen.

Prüfen Sie angebliche Mängel

Mindert Ihr Mieter wegen angeblicher Mängel die Miete, gilt: Lassen Sie sich die Mängel zeigen. Liegt tatsächlich ein erheblicher (unerhebliche Mängel spielen keine Rolle!) Mangel vor, darf Ihr Mieter nur so lange mindern, wie der Mangel besteht.

Sorgen Sie für eine schnelle Abhilfe, kommen Sie umso schneller wieder zu Ihrer vollen Miete!

Handeln Sie menschlich

So weit die rechtliche Seite. Die menschliche Seite sieht anders aus: Sie können Ihrem jahrelang bei Ihnen wohnenden Mieter jederzeit die Miete stunden bzw. Ihrem Mieter eine Ratenzahlungsvereinbarung anbieten.

Legen Sie in Ihrer Ratenzahlungsvereinbarung fest, ab wann und bis wann Ihr Mieter wie viel "abstottern" darf. Eine solche Vereinbarung erspart Ihnen einen Mahnbescheid oder sogar eine Zahlungsklage. Bauen Sie auf kleinere Raten statt auf einen teuren Rechtsstreit zu setzen.

Schützen Sie sich mit der richtigen Klausel

Denken Sie auch an eine "Verfallklausel". Die bewirkt, dass sofort die gesamte Restsumme fällig wird, wenn Ihr Mieter auch nur eine Rate zu spät zahlt.

Meineimmobilie.de empfiehlt:

Weisen Sie Ihren Mieter zudem auf die Möglichkeit hin, Wohngeld bei der Gemeinde bzw. über das Jobcenter zu beantragen - auch, wenn ihm seine Notlage sehr peinlich ist.

Viele Mieter wissen nicht, dass es staatliche Unterstützung gibt, wenn sie beispielsweise arbeitslos werden, sich scheiden lassen oder aufgrund einer schweren Krankheit nicht mehr pünktlich die Miete zahlen können!

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