Dienstag, 31.03.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Die Spielregeln für mehr Miete: Es geht ohne Kopien

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Ein freundlicher Mieter, mehr Miete und kein Ärger mit Behörden oder dem Finanzamt. Wenn auch das Ihre Vorstellung vom sorgenfreien Vermieten ist, lässt sich jedenfalls der Traum von mehr Miete sofort erfüllen: Welche Spielregeln Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie mit einem Mausklick hier.

Wer als Wohnungsvermieter nicht bereits im Mietvertrag geregelt hat, wie sich seine Miete künftig erhöht, hat 2 Möglichkeiten:

  1. Er einigt sich mit seinem Mieter auf eine neue Miethöhe (= einvernehmliche Mieterhöhung)
  2. Er greift auf das gesetzliche Mieterhöhungsrecht nach § 588 ff BGB zurück und schickt dem Mieter sein Mieterhöhungsbegehren.

Willigt Ihr Mieter nicht ein, können Sie ihn dazu zwingen

Meist ist Ihr Mieter von einer einvernehmlichen Mieterhöhung wenig begeistert - zustimmen? Dazu können Sie ihn nicht zwingen!

Beim gesetzlichen Mieterhöhungsrecht nach § 558 BGB ist das anders: Hier muss der Mieter zustimmen, wenn Sie alles richtig gemacht haben.

Berufen Sie sich auf eines dieser 4 Begründungsmittel

Die schwierigste Hürde dabei ist der Nachweis, dass Sie derzeit mit Ihrer Miete noch unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Als Beweis dafür gibt Ihnen das Gesetz 4 Begründungsmittel an die Hand:

1. Den Mietspiegel,

2. die Auskunft aus einer Mietdatenbank,

3. ein Sachverständigengutachten,

4. das Nennen von mindestens (!) 3 Vergleichswohnungen.

Einfach und günstig: Berufen Sie sich auf den Mietspiegel

An dieser Liste sehen Sie schon: Der Mietspiegel ist sowohl die einfachste als meist auch noch die günstigste Variante! Doch ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht, wie diese 2 aktuellen BGH-Urteile zeigen.

Beispielsweise, wenn Sie die Miete für Ihr Einfamilienhaus erhöhen wollen. Der Mietspiegel weist nämlich meist keine Mieten für Einfamilienhäuser aus. Ist das der Fall, dürfen Sie auf die Mieten für Mehrfamilienhäuser zurückgreifen (BGH, Urteil v. 17.09.2008, VIII ZR 58/08).

Eine Mietspiegelkopie können Sie sich sparen

Umstritten war bisher, ob Sie Ihrem Mieterhöhungsschreiben bereits eine Kopie des Mietspiegels beifügen müssen.

Geht es nach dem BGH, müssen Sie keinen Mietspiegel beifügen, wenn der ohnehin allgemein zugänglich ist (BGH, Urteil v. 11.03.2009, VIII ZR 74/08).

So kann Ihr Mieter sehr leicht selbst nachprüfen, ob Sie seine Wohnung dem richtigen Mietpreisraster zugeordnet haben.

In diesem Fall reicht es, wenn Sie sich in Ihrem Mieterhöhungsschreiben nur auf den Mietspiegel beziehen. Sie müssen ihn nicht noch extra beifügen.

Gehen Sie auf Nummer sicher und fügen Sie eine Kopie bei

Bieten Sie Ihrem Mieter sogar an, den Mietspiegel bei sich bzw. Ihrem Kundencenter einzusehen, können Sie sich ebenfalls das Beifügen einer Kopie sparen.

Selbst wenn Ihr Mieter wegen Ihrer Mieterhöhung zum Anwalt gehen will, ist das Mitschicken des Mietspiegels kein Muss: Der würde laut BGH den Inhalt des Mietspiegels ja ohnehin kennen!

meineimmobilie.de Tipp:

Wer auf Nummer sicher gehen will, fügt seinem Erhöhungsschreiben trotzdem den Mietspiegel bei. Markieren Sie darauf am besten gleich noch das Mietpreisraster, auf das Sie sich beziehen.

Schreiben Sie zusätzlich die Bauklasse, die Mietpreisspanne usw. auch in Ihr Erhöhungsschreiben hinein - so kann garantiert nichts schiefgehen!

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