Mittwoch, 16.09.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Aktuelle Mietpreise: Vermieten etwa auch Sie zu billig?

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Sind Sie ein Billig-Vermieter oder etwa bereits schon ein Mietwucherer? Wie viel Miete steht Ihnen für Ihre Wohnung zu und was verlangen Ihre Vermieter-Kollegen so in Deutschland? Oft ist es nur ein sehr schmaler Grat, auf dem Sie sich als Vermieter bei der Miethöhe bewegen. Wo Vermieten noch ordentlich Rendite bringt und welche Vermieter nicht um ihre Mieteinnahmen zu beneiden sind, erfahren Sie hier.

Was unterscheidet einen Vermieter aus München von einem Vermieter aus Brandenburg an der Havel? Es sind saftige 6,49 EUR pro m² im Monat, die der Münchner Vermieter pro m² mehr in der Tasche hat.

Während sich nämlich der Münchner über eine durchschnittliche Miete von 9,99 EUR pro m² für seine 65-m²-Wohnung in mittlerer Lage und mit mittlerer Ausstattung freuen kann, muss sich der Vermieter aus Brandenburg an der Havel mit 3,50 EUR pro m² zufrieden geben.

Das Forschungsinstitut F+B hat jetzt mit dem "Mietspiegel-Index 2009" eine aktuelle Auswertung deutscher Mietspiegel-Daten veröffentlicht. Analysiert wurden 316 Mietspiegel von Städten mit über 20.000 Einwohnern.

Fast alle deutschen Großstädte haben einen Mietspiegel

Zwischenzeitlich gibt es in 75 % aller Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern einen Mietspiegel. In Städten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern sind es sogar 87 %.

Von 13 deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern verfügen, bis auf Bremen und Hannover, sogar alle über Mietspiegel. Hannover wird im nächsten Jahr erstmals einen Mietspiegel veröffentlichen.

Sie können schon im Mietvertrag Ihre künftige Miethöhe regeln

Für Sie bedeutet das: Bei einer Mieterhöhung kommen Sie kaum mehr am Mietspiegel vorbei, es sei denn, Sie vereinbaren gleich bei Mietvertragsabschluss eine Staffel- oder Indexmiete oder können sich mit Ihrem Mieter während des laufenden Mietverhältnisses auf eine Miethöhe einigen.

Wer das versäumt hat, muss dennoch nicht bis in alle Ewigkeit auf seiner einmal vereinbarten Miete sitzen bleiben: Nach § 558 ff. BGB können Sie als Wohnungsvermieter Ihre Miete der ortsüblichen Vergleichsmiete anpassen.

Der Mietspiegel hilft bei der Suche nach der richtigen Miethöhe

Allerdings müssen Sie erst einmal herausfinden, wie hoch die ortsübliche Miete liegt. Dabei hilft Ihnen der Mietspiegel.

Am Mietspiegel können Sie sich also nicht nur beim Mietvertragsabschluss orientieren, sondern er ist anerkanntermaßen auch bei Mieterhöhungen im laufenden Mietverhältnis das verlässlichste und obendrein günstigste Begründungsmittel.

In welchen Städten Vermieten noch dank der hohen Mieten Freude macht? Die 20 teuersten Städte im Überblick finden Sie in der Tabelle unten.

In welchen Städten Vermieter weniger zu beneiden sind, zeigt die Statistik der 20 billigsten Städte in Deutschland.

Meineimmobilie.de empfiehlt:

Liegen Sie mit Ihrer Miete unter der ortsüblichen Vergleichsmiete, können Sie Ihre Miete innerhalb von 3 Jahren um maximal 20 % anheben. Allerdings müssen Sie dem Mieter nachweisen, dass Sie tatsächlich mit Ihrer derzeitigen Miete unter der ortsüblichen Miete liegen.

Dazu hat Ihnen der Gesetzgeber 4 Begründungsmittel mit auf den Weg gegeben: Den Mietspiegel, mindestens 3 Vergleichswohnungen, ein Sachverständigengutachten oder ein Auszug aus einer Mietdatenbank.

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