Montag, 28.03.2016 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © underdogstudios - Fotolia.com

Zuzug Lebensgefährte: Wenn Hasi mit einziehen will

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Worum geht´s

Mieterzuwachs: Wenn der Lebensgefährte mit einziehen will. 

Ihre Mieterin erzählt Ihnen mit strahlenden Augen, dass "ihr Hase" jetzt zu ihr ziehen will. Sie denken an ein possierliches Tierchen mit langen Ohren und 4 Beinen. 

Weit gefehlt, denn "Hase" ist der neue Lebensgefährte Ihrer Mieterin und der will auch bald bei Ihnen im Haus wohnen. 

Wen der Mieter in seine Wohnung aufnehmen darf

Rechtlich ist es so: Der Mieter darf seinen Lebensgefährten ebenso wie nahe Angehörige mit in die Wohnung aufnehmen.

Das zählt noch nicht als unerlaubte Untermiete. Deswegen muss Ihr Mieter Sie auch vorher nicht um Erlaubnis fragen, ob sein Lebensgefährte mit einziehen darf. 

Allerdings muss er Ihnen mitteilen, dass und wen er in seine Wohnung aufnehmen will. Hat er das unterlassen und stellen Sie fest, dass Sie einen neuen Mitbewohner im Haus haben, können Sie den Mieter auffordern, Ihnen mitzuteilen, wen er da in seine Wohnung aufgenommen hat. 

Wie Sie aus einem Mitbewohner einen Mieter machen

Für Sie ist wichtig zu wissen: Allein durch den Einzug wird der Lebensgefährte Ihres Mieters nicht automatisch auch zu Ihrem Mieter.

Wenn Sie wollen, dass der neue Mitbewohner auch Mietzahler wird, müssen Sie ihn ausdrücklich als Mieter mit in den Mietvertrag aufnehmen.

Rechtlich bekommen Sie das mit einer Eintrittsvereinbarung hin, der jedoch alle Beteiligten zustimmen müssen: Also Sie als Vermieter, der/die bisherige Mieter/in und der/die neue Mitbewohner/in.

Zuzug Lebensgefährte: So wird aus dem Mitbewohner ein Mitzahler!

Für Sie als Vermieter hätte das den Vorteil, dass Sie einen zusätzlichen Mietschuldner hätten, an den Sie sich halten können, wenn es z. B. um die Miete oder die Betriebskostennachzahlung geht.

Allerdings können Sie weder Ihren Mieter noch den neuen Mitbewohner zwingen, in den Mietvertrag einzutreten!

 

Kommentare (1)

24.3.2016, 11:48 Uhr von irekah@gmail.com Profil ansehen
Doch hoppla! Zieht der gute, solvente Mieter aus, haben Sie einen Mietvertrag mit dem Lebensgefährten, dessen Einkommensverhältnisse sie nicht kennen und den sie so als Hauptmieter ggf. abgelehnt hätten. Und diesen dann rausklagen, weil die Miete nicht bezahlt wird oder anderes Ungemach droht – dann doch lieber die sichere und preiswerte Variante wählen: Hauptmieter kündigt und nimmt seine „Sammlung der Lebensgefährten“ einfach mit .
Foto: Michaela Harderer
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
"Nanu, wer ist denn das?" fragen Sie sich, als eine wildfremde Person die Haustür aufschließt und wie selbstverständlich die Treppe hoch zu Ihrer Mieterin hoch marschiert. Dort zückt er ebenfalls seinen Schlüssel und tritt ein. Natürlich darf Ihr Mieter ein Privatleben haben - und das geht Sie als Vermieter auch gar nichts an. Nimmt er jedoch einen Lebensgefährten dauerhaft in die Wohnung mit auf, sieht die Sache schon etwas anders aus.
Bestimmt haben Sie diesen Spruch auch schon mal gehört: „Mit Besuch ist es so wie mit Fisch: Spätestens ab dem 3. Tag beginnt er einem zu stinken!“ Die Rede ist allerdings nicht von Ihren Gästen, sondern denen Ihres Mieters. Von der freundlichen jungen Dame, die Sie neuerdings öfters im Treppenhaus sehen und die Sie immer so nett grüßt: Besucherin, Untermieterin oder mittlerweile sogar schon Ihre Mieterin?

 meineimmobilie.de-Tipp

Lässt Ihr Mieter allerdings einen x-beliebigen Bekannten bei sich einziehen, muss er Sie um Erlaubnis fragen. Den Zuzug eines x-beliebigen Mieters können Sie jedoch nur ablehnen, wenn Sie gegen den neuen Mitbewohner ernsthafte Bedenken haben.

 

Zum Beispiel, wenn er Sie schon einmal bedroht hat.

 

Oder wenn die neue Bekannte Ihres Mieters nicht nur ihre Möbel, sondern auch noch ihre 3 Kinder aus erster Ehe mit in das 40-m²-Apartment mitbringt (Überbelegung!).