Mittwoch, 14.04.2010 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Otto Durst - Fotolia.com

Zu alt zum Putzen: Darf jetzt eine Reinigungsfirma kommen?

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Worum geht´s

Treppenhausreinigung: Wann ein Mieter für Ersatz sorgen muss.

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"Zahlen oder lieber weiterhin selbst putzen?", dieser Gewissensfrage mussten sich einige Mieter aus Köpenick stellen. Der Anlass: Eine Mieterin war zu alt und zu gebrechlich, um weiterhin ihren Putzpflichten im Treppenhaus nachzukommen.

 

Doch deswegen einfach jede Woche eine Putzkolonne bestellen und die Kosten als Betriebskosten auf die Mieter umlegen? So einfach ist es leider. Wie Sie es juristisch korrekt machen, verrate ich Ihnen hier.

"Zahlen oder lieber weiterhin selbst putzen?", dieser Gewissensfrage mussten sich einige Mieter aus Köpenick stellen. Der Anlass: Eine Mieterin war zu alt und zu gebrechlich, um weiterhin ihren Putzpflichten im Treppenhaus nachzukommen.

Deswegen fragte der Vermieter bei seinen anderen Mietern nach: "Sind Sie damit einverstanden, dass ich die Reinigungsarbeiten an eine Firma übertrage und die Kosten als Betriebskosten umlege?"

6 von 8 Mietern stimmten zu, weswegen der Vermieter hoffnungsvoll die Arbeiten einer Reinigungsfirma übertrug.

Die Mehrheit hat das Sagen

Als er die Betriebskosten abrechnete, legte er die Reinigungskosten auf alle Mieter um. Einer beschwerte sich und wollte die Kosten nicht zahlen: Schließlich hätte er ja auch nicht zugestimmt!

Der Vermieter klagte die Betriebskosten für die Treppenhausreinigung ein - zu Recht! Auch die beiden Mieter, die lieber weiterhin selbst putzen wollten, müssen nun die Reinigungskosten auf der Betriebskosten-Abrechnung zahlen.

Der Grund: Ihnen als Vermieter ist es nicht zumutbar, die Hausreinigung unterschiedlich zu handhaben - je nach den persönlichen Verhältnissen der einzelnen Mieter!

 

 

 

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Wollmäuse, ein zerknülltes Papiertaschentuch und eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe in der Ecke. Das sind untrügliche Beweiszeichen dafür, dass Ihr Treppenhaus schon länger nicht mehr geputzt wurde. Tja, Ihre Mieter nehmen es mit der Kehrwoche leider nicht so genau. Das wollen Sie jetzt ändern: mit einer regelmäßigen Reinigungskraft. Die Kosten dafür wollen Sie auf alle Mieter umlegen. Wie Sie das rechtlich korrekt hinbekommen, lesen Sie hier.
Sie haben es endgültig satt, dem Mieter wegen der Treppenhausreinigung hinterherzulaufen. Ab nächsten Monat wollen Sie damit eine Reinigungsfirma beauftragen. Geht das so einfach: Schließlich haben Ihre Mieter nicht nur die Pflicht, selbst zum Schrubber zu greifen, sondern auch das Recht.

 meineimmobilie.de-Tipp

Haben Sie mit Ihren Mietern vereinbart, dass sie selbst die Hausreinigung durchführen, dürfen Sie ihnen dieses Recht nicht einfach wieder nehmen.

 

Dazu müssen schon zwingende Gründe her, wie z. B. wenn ein Mieter krankheitsbedingt die Hausreinigung nicht mehr durchführen kann. Grundsätzlich muss dem jeder einzelne Mieter zustimmen.

 

Ist die Mehrheit der Mietparteien jedoch mit dem Übertragen auf eine Reinigungsfirma einverstanden, müssen sich die "Unwilligen" dem beugen, denn es ist Ihnen nicht zumutbar, unterschiedlich abzurechnen bzw. reinigen zu lassen.