Samstag, 27.02.2016 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Tod des Mieters: Wer Ihren Mietvertrag erbt

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Worum geht´s

Was aus Ihrem Mietvertrag wird, wenn der Mieter stirbt

Erst aus der Zeitung erfahren Sie, dass Ihr Mieter verstorben ist. Doch endet damit auch automatisch Ihr Mietvertrag? Die klare Antwort lautet: Nein! An wen Sie sich jetzt wegen der Miete, der Räumung und Renovierung der Wohnung halten können, lesen Sie hier.

Auf den ersten Blick scheint es ganz einfach zu sein: Stirbt der Mieter, stirbt auch das Mietverhältnis! Doch ganz so einfach ist es leider nicht: Der Mietvertrag kann sich vielmehr fortsetzen.

Mit wem, hängt davon ab, ob es Mitmieter, Erben bzw. Mitbewohner gibt, die noch zu Lebzeiten mit dem Mieter unter einem Dach gewohnt haben.

Wer Ihr neuer Mieter wird

Wer Ihr neuer Mietvertragspartner wird, regeln die §§ 563 bis 564 BGB. Die unterscheiden zwischen den folgenden Lebenssachverhalten:

  • Personen, die mit dem Verstorbenen bisher einen gemeinsamen Haushalt geführt haben, allerdings nicht im Mietvertrag standen, treten in das Mietverhältnis ein.
  • Mit Personen, die neben dem Verstorbenen Mitmieter waren, setzt sich das Mietverhältnis fort.
  • Die Erben treten lediglich in das Mietverhältnis ein.

All diese Rechtsfolgen treten kraft Gesetzes ein, es sei denn, die Rechtsnachfolger des Mieters teilen Ihnen ausdrücklich mit, dass Sie diese Rechtsfolge nicht wollen!

Doch auch Sie als Vermieter können sich in bestimmten Fällen gegen eine Vertragsfortsetzung wehren: Mit einem Sonderkündigungsrecht.

Ehegatte, Lebensgefährte, Kinder: Wer beim Eintreten den Vorrang hat

Als Personen, die in den Mietvertrag eintreten, kommen in Betracht:

  • Der Ehegatte.
  • Der eingetragene Lebenspartner (neuerdings nicht mehr zusammen mit Kindern des Mieters!).
  • Die Kinder des Mieters (ggf. zusammen mit eingetragenem Lebenspartner des Mieters oder zusammen mit Familien- und Haushaltsangehörigen).
  • Familien- und Haushaltsangehörige (ggf. zusammen mit Kindern des Mieters).

Ein gemeinsamer Haushalt sichert dem Ehepartner sein Zuhause

War der verstorbene Mieter verheiratet und lebte er bis zu seinem Tod mit dem Ehegatten in einem gemeinsamen Haushalt, tritt der Ehegatte als neuer Mieter in das bestehende Mietverhältnis ein. Das ergibt sich aus § 563 Abs. 1 BGB.

Ein gemeinsamer Haushalt besteht auch dann noch, wenn sich ein Ehegatte aus beruflichen, gesundheitlichen oder sonstigen Gründen über längere Zeit woanders aufhält. Hauptsache, die Eheleute betrachten Ihre Wohnung noch als gemeinsame Bleibe. Dann schadet es auch nicht, wenn der Ehepartner längere Zeit berufsbedingt abwesend ist.

Selbst wenn der verbliebene Ehepartner schwerkrank in einer Klinik liegt und anzunehmen ist, dass er nicht mehr in die Wohnung zurückkehren wird oder sogar danach in ein Pflegeheim muss: Der gemeinsame Haushalt und damit sein Eintrittsrecht in den Mietvertrag nach § 563 Abs. 1 BGB bleibt dennoch bestehen.

Wichtig: Ein gemeinsamer Haushalt liegt nicht mehr vor, wenn einer der Eheleute bereits die Wohnung endgültig aufgegeben hatte, also bereits vorher ausgezogen war bzw. sich umgemeldet hatte.

Für eingetragene Lebenspartner gilt das Gleiche wie für Ehegatten

Übrigens: Was für den Ehegatten gilt, gilt in gleicher Weise für eingetragene Lebenspartner in einer gleichgeschlechtlichen Gemeinschaft.

Die Rangfolge lautet: Erst der Ehegatte, dann die Kinder

Beim Eintrittsrecht gibt es eine "feste Hackordnung". Die lautet: Erst wenn der verbliebene Ehegatte einen Eintritt in das Mietverhältnis ablehnt, können die Kinder des verstorbenen Mieters in das Mietverhältnis eintreten.

In den Genuss dieses Vorrangs kommt seit dem 26.11.2015 auch der eingetragene, gleichgeschlechtiche Lebenspartner Ihres Mieters.  

Nachrangig eintreten können die Kinder aber auch nur dann, wenn sie

  • schon bisher im Haushalt des Verstorbenen gelebt haben (§ 563 Abs. 2 S. 1 BGB) und zudem
  • volljährig sind.

Dabei fallen unter "Kinder" nicht nur die leiblichen Kinder des verstorbenen Mieters, sondern auch seine Pflege- und Stiefkinder.

Hat der Mieter allein mit seinen Kindern in der Wohnung gelebt, treten nur Kinder in das Mietverhältnis ein.

Für eingetragene Lebenspartner gilt neuerdings das Gleiche

Für eingetragene Lebenspartner gilt seit dem 26.11.2015 das Gleiche wie für Ehegatten: Erst der Lebenspartner und dann erst die Kinder.

Das war bis vor Kurzem noch anders. Da sind die Kinder des verstorbenen Mieters gemeinsam mit dem Lebenspartner in das Mietverhältnis eingetreten.

Familien- und Haushaltsangehörige: Gemeinsamer Haushalt ist entscheidend

Nicht nur Ehegatten, Lebenspartner oder Kinder können in ein Mietverhältnis eintreten, sondern auch andere Familien- bzw. Haushaltsangehörige des verstorbenen Mieters (§ 563 Abs. 2 S. 3 und 4 BGB).

Treten weder der Ehegatte, noch der Lebenspartner oder die Kinder in das Mietverhältnis ein, sind alle anderen Familien- bzw. Haushaltsangehörige an der Reihe, die mit dem Mieter einen gemeinsamen Haushalt geführt haben.

Selbst der Schwager kann als Familienangehöriger eintreten

Als Familienangehörige zählen alle, die mit dem Mieter verwandt oder verschwägert sind, außer den Kindern.

Der nichteheliche Lebenspartner zählt nur als Haushaltsangehöriger

Als sonstige Haushaltsangehörige zählen Personen, die mit dem Mieter einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Haushalt geführt haben.

Darunter fällt der nichteheliche Lebenspartner. Gemeinsamer Haushalt heißt: Es muss ein gemeinsames Wirtschaften und "füreinander Einstehen" vorgelegen haben. Bestand bloß eine reine Wohngemeinschaft, lag kein gemeinsamer Haushalt vor.

Eingetragen oder nichtehelich: Der Unterschied liegt im Eintrittsrecht

Der kleine, aber feine Unterschied, ob eine "förmliche" eingetragene oder bloß eine "normale" nicht eheliche Lebensgemeinschaft vorliegt, zeigt sich am deutlichsten beim Eintrittsrecht: Während der eingetragene Lebenspartner noch vor den Kindern in den Mietvertrag eintreten kann, kann es der bloße nichteheliche Lebenspartner erst dann, wenn die Kinder nicht eintreten wollen.

Vorsicht: Wer nicht eintreten will, muss widersprechen!

Die genannten Personen treten kraft Gesetzes in das Mietverhältnis ein. Das bedeutet: Sie bekommen auf jeden Fall einen neuen Mietvertragspartner, es sei denn, die möglichen Kandidaten widersprechen dem "automatischen Eintrittsrecht".

Die Monatsfrist läuft ab der Kenntnis vom Tod!

Um dem Eintrittsrecht kraft Gesetzes zu entgehen, müssen sie gegenüber dem Vermieter jeweils innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod des Mieters erfahren haben, erklären, dass sie das Mietverhältnis nicht fortsetzen wollen.

Damit gilt der Eintritt als nicht erfolgt. Folge ist, dass der/die jeweils als nächstes Berufenen in das Mietverhältnis eintreten. Der "Schwarze Peter" wird folglich einfach an den Nächsten weitergeschoben.

Kündigen: Das sind Ihre Rechte als Vermieter

Auch Sie als Vermieter können sich dagegen wehren, dass Sie einen neuen Mietvertragspartner bekommen. Allerdings muss dazu schon in der Person des Eingetretenen ein wichtiger Grund vorliegen, damit Sie außerordentlich kündigen können.

Wichtige Gründe können z. B. sein:

  • Persönliche Feindschaft zwischen dem Eingetretenen und dem Vermieter oder
  • die Zahlungsunfähigkeit des Eingetretenen.

Ist es in der Vergangenheit bereits zu unangenehmen Vorfällen gekommen und müssen Sie auch für die Zukunft mit einer erheblichen Störung des Hausfriedens rechnen, kann das bereits ein wichtiger Grund für eine Kündigung sein.

Vorsicht Frist: Sie haben nur einen Monat für Ihre Kündigung Zeit!

Als Vermieter müssen Sie Ihre Kündigung innerhalb eines Monats, nachdem Sie vom Eintritt in das Mietverhältnis erfahren haben, aussprechen. Es läuft dann eine Kündigungsfrist von 3 Monaten (§ 573d Abs. 2 BGB).

Noch sind sich die Gerichte nicht ganz einig, ob der Vermieter zusätzlich noch einen Kündigungsgrund (z. B. Eigenbedarf) vorbringen muss. Selbst im Gesetz ist das nur sehr unklar formuliert:

Gemäß (§ 573 d Abs. 1 BGB) gelten die §§ 573, 573a BGB entsprechend, wenn der Vermieter - wie hier - ein Mietverhältnis außerordentlich mit gesetzlicher Frist kündigen kann. § 573 BGB fordert jedoch für eine Vermieter-Kündigung ein berechtigtes Interesse.

Das ist dann kein Problem, wenn der Vermieter einen wichtigen Grund in der Person des Eingetretenen vorweisen kann, weil dies in den meisten Fällen gleichzeitig ein berechtigtes Interesse dafür rechtfertigt, das Mietverhältnis zu beenden.

Allerdings lässt sich der Verweis auf § 573 BGB aber auch so verstehen, dass Sie als Vermieter Ihr Sonderkündigungsrecht nur ausüben dürfen, wenn Ihnen zusätzlich ein Kündigungsgrund zur Seite steht.

Wer im Mietvertrag steht, hat mehr Rechte

Haben mehrere Personen den ursprünglichen Mietvertrag unterschrieben, die noch dazu mit dem Verstorbenen in einem gemeinsamen Haushalt gelebt haben und zusätzlich noch zum privilegierten Personenkreis des § 563 BGB gehören, setzt sich das Mietverhältnis nach § 563 a BGB nur mit diesen überlebenden Mietern fort.

Der typische Fall: Beide Ehepartner bzw. der eingetragene Lebenspartner oder nichteheliche Lebensgefährte stehen zusammen mit dem verstorbenen Mieter im Mietvertrag und einer von beiden verstirbt.

Dann setzt sich Ihr Mietvertrag nur mit diesem Vertragspartner fort. Alle anderen Eintrittsrechte können Sie dann vergessen: Wer schon bisher im Vertrag stand, privilegiert ist und noch dazu einen gemeinsamen Haushalt geführt hat, genießt absoluten Vorrang!

Wer den Mietvertrag kündigen kann

Der überlebende Mitmieter kann das Mietverhältnis innerhalb eines Monats, nachdem er vom Tod des Mieters weiß, außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen.

"Außerordentlich" heißt: Er kann selbst ein Mietverhältnis beenden, das an sich nicht kündbar wäre, weil er beispielsweise einen Zeitmietvertrag oder einen Mietvertrag mit Kündigungsausschluss unterschrieben hat. Sie als Vermieter haben dagegen kein Sonderkündigungsrecht.

Mehrere Mieter, aber kein gemeinsamer Haushalt: Das gilt

Angenommen Sie haben zwar mehrere Mieter im Mietvertrag stehen, die haben aber keinen gemeinsamen Haushalt miteinander geführt. Beispielsweise weil sich die beiden längst getrennt hatten oder weil es sich um eine reine Wohngemeinschaft handelt.

In diesem Fall bleibt zwar das Mietverhältnis mit dem noch verbliebenen Mieter bestehen, allerdings rücken anstelle des verstorbenen Mieters seine Erben in den Mietvertrag ein.

Kündigen mit den Erben: Das geht nur gemeinsam

Die Erben können ihrem Eintritt in das Mietverhältnis zwar nicht widersprechen, sie können aber das Mietverhältnis kündigen. Das geht allerdings nur einheitlich, d. h. nur zusammen mit dem anderen Mieter.

Sind sich die beiden (= alter und neuer eingetretener) Mieter allerdings nicht einig, ob und wer das Mietverhältnis fortsetzt, wird's problematisch: Derjenige Mieter, der kündigen will, hat gegen den kündigungsunwilligen Mieter einen Anspruch darauf, dass der an einer Kündigung mitwirkt.

Am einfachsten ist es, wenn alle Beteiligten (Vermieter und Mieter) sich darauf einigen, dass das Mietverhältnis nur mit den bisherigen Mietern fortgesetzt wird. Vorausgesetzt natürlich, der will das!

Von wem Sie jetzt Ihre Miete fordern können

Wer in den Mietvertrag eintritt bzw. den Mietvertrag fortsetzt, ist vor allem wegen einem wichtig: An wen Sie sich wegen der Miete bzw. der Renovierung halten können.

Unterscheiden Sie, wer vor bzw. nach dem Tod zahlen muss

Diejenigen, die automatisch in das Mietverhältnis eintreten bzw. mit denen das Mietverhältnis fortgesetzt wird, müssen für die bis zum Tod des Mieters entstandenen Verbindlichkeiten aufkommen.

Daneben kann sich der Vermieter auch an die Erben halten. Die eingetretenen Personen und die Erben haften also gesamtschuldnerisch. Im Innenverhältnis müssen die Erben die Kosten allein tragen.

Für Verbindlichkeiten aus dem Mietverhältnis, die nach dem Tod des Mieters entstanden sind, müssen dagegen nur diejenigen aufkommen, mit denen das Mietverhältnis fortgesetzt worden ist bzw. die in das Mietverhältnis eingetreten sind.

Wann Sie nachträglich eine Kaution verlangen können

Idealerweise haben Sie schon längst vom Mieter eine Kaution erhalten. Fehlt jedoch so eine Kautionsabrede - sei es absichtlich, sei es aus Versehen - ist der Tod des Mieters eine Chance, doch noch an eine Kaution zu kommen.

Sie können von den Personen, mit denen das Mietverhältnis fortgesetzt worden ist bzw. die in das Mietverhältnis eingetreten sind, eine Kaution verlangen. Diese ist jedoch - wie sonst auch - beschränkt auf 3 Monatsmieten.

Den Letzten beißen die Hunde: Wann die Erben haften

Nach dem Erbrecht ist es normalerweise so: Stirbt ein Mensch, treten die Erben in vollem Umfang die Rechtsnachfolge des Verstorbenen an.

Für die Wohnungsmiete gelten allerdings speziellere Regelungen, wenn es um die Wohnung des Verstorbenen geht. Danach haben die Personen, die mit dem Verstorbenen in einem Haushalt gelebt haben, zunächst einmal mehr Rechte als die Erben!

Erst wenn keiner will, ist der Erbe an der Reihe

Doch damit sind die Erben noch nicht ganz aus dem Schneider: Treten nämlich keine haushaltsangehörigen Personen in das Mietverhältnis ein (z. B. weil es keine gibt oder sie dem Eintritt widersprochen haben) oder setzt sich das Mietverhältnis nicht mit den überlebenden Mietern fort, geht der Mietvertrag auf die Erben des Mieters über!

Wird der Erbe Ihr Mieter, können Sie einfacher kündigen

Ist der Mietvertrag erst einmal auf den Erben übergegangen, gilt: Sowohl der Erbe als auch Sie können das Mietverhältnis außerordentlich nach § 564 BGB kündigen - und das sogar ohne Kündigungsgrund!

Dort heißt es: Treten beim Tod des Mieters keine Personen im Sinne des § 563 in das Mietverhältnis ein oder wird es nicht mit ihnen nach § 563a fortgesetzt, so wird es mit dem Erben fortgesetzt. In diesem Fall ist sowohl der Erbe als auch der Vermieter berechtigt, das Mietverhältnis innerhalb eines Monats außerordentlich mit der gesetzlichen Frist zu kündigen, nachdem sie vom Tod des Mieters und davon Kenntnis erlangt haben, dass ein Eintritt in das Mietverhältnis oder dessen Fortsetzung nicht erfolgt sind.

Will heißen: Sie brauchen keinen Kündigungsgrund.

Welche Kündigungsfrist gegenüber dem Erben gilt

Die Kündigungsfrist von einem Monat beginnt für beide Seiten ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem sie vom Tod des Mieters und davon erfahren haben, dass niemand in das Mietverhältnis eintritt bzw. dieses nicht mit den überlebenden Mietern fortgesetzt wird.

Für das Sonderkündigungsrecht gilt die Frist des § 573 d Abs. 2 BGB, d. h. die Kündigung muss bis zum 3. Werktag eines Monats zum Ablauf des übernächsten Monats erklärt werden.

Das Gute an diesem Sonderkündigungsrecht: Sie brauchen ausnahmsweise dafür keinen Kündigungsgrund!

Wichtig: Mehrere Erben können nur gemeinsam kündigen.

 § 563 Eintrittsrecht bei Tod des Mieters

(1) Der Ehegatte, der mit dem Mieter einen gemeinsamen Haushalt führt, tritt mit dem Tod des Mieters in das Mietverhältnis ein. Dasselbe gilt für den Lebenspartner.

(2) Leben in dem gemeinsamen Haushalt Kinder des Mieters, treten diese mit dem Tod des Mieters in das Mietverhältnis ein, wenn nicht der Ehegatte eintritt. Der Eintritt des Lebenspartners bleibt vom Eintritt der Kinder des Mieters unberührt. Andere Familienangehörige, die mit dem Mieter einen gemeinsamen Haushalt führen, treten mit dem Tod des Mieters in das Mietverhältnis ein, wenn nicht der Ehegatte oder der Lebenspartner eintritt. Dasselbe gilt für Personen, die mit dem Mieter einen auf Dauer angelegten gemeinsamen Haushalt führen.

(3) Erklären eingetretene Personen im Sinne des Absatzes 1 oder 2 innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod des Mieters Kenntnis erlangt haben, dem Vermieter, dass sie das Mietverhältnis nicht fortsetzen wollen, gilt der Eintritt als nicht erfolgt. Für geschäftsunfähige oder in der Geschäftsfähigkeit beschränkte Personen gilt § 210 entsprechend. Sind mehrere Personen in das Mietverhältnis eingetreten, so kann jeder die Erklärung für sich abgeben.

(4) Der Vermieter kann das Mietverhältnis innerhalb eines Monats, nachdem er von dem endgültigen Eintritt in das Mietverhältnis Kenntnis erlangt hat, außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen, wenn in der Person des Eingetretenen ein wichtiger Grund vorliegt.

(5) Eine abweichende Vereinbarung zum Nachteil des Mieters oder solcher Personen, die nach Absatz 1 oder 2 eintrittsberechtigt sind, ist unwirksam.

§ 563a Fortsetzung mit überlebenden Mietern

(1) Sind mehrere Personen im Sinne des § 563 gemeinsam Mieter, so wird das Mietverhältnis beim Tod eines Mieters mit den überlebenden Mietern fortgesetzt.

(2) Die überlebenden Mieter können das Mietverhältnis innerhalb eines Monats, nachdem sie vom Tod des Mieters Kenntnis erlangt haben, außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen.

(3) Eine abweichende Vereinbarung zum Nachteil der Mieter ist unwirksam.

§ 563b Haftung bei Eintritt oder Fortsetzung

(1) Die Personen, die nach § 563 in das Mietverhältnis eingetreten sind oder mit denen es nach § 563a fortgesetzt wird, haften neben dem Erben für die bis zum Tod des Mieters entstandenen Verbindlichkeiten als Gesamtschuldner. Im Verhältnis zu diesen Personen haftet der Erbe allein, soweit nichts anderes bestimmt ist.

(2) Hat der Mieter die Miete für einen nach seinem Tod liegenden Zeitraum im Voraus entrichtet, sind die Personen, die nach § 563 in das Mietverhältnis eingetreten sind oder mit denen es nach § 563a fortgesetzt wird, verpflichtet, dem Erben dasjenige herauszugeben, was sie infolge der Vorausentrichtung der Miete ersparen oder erlangen.

(3) Der Vermieter kann, falls der verstorbene Mieter keine Sicherheit geleistet hat, von den Personen, die nach § 563 in das Mietverhältnis eingetreten sind oder mit denen es nach § 563a fortgesetzt wird, nach Maßgabe des § 551 eine Sicherheitsleistung verlangen.

§ 564 Fortsetzung des Mietverhältnisses mit dem Erben, außerordentliche Kündigung

Treten beim Tod des Mieters keine Personen im Sinne des § 563 in das Mietverhältnis ein oder wird es nicht mit ihnen nach § 563a fortgesetzt, so wird es mit dem Erben fortgesetzt. In diesem Fall ist sowohl der Erbe als auch der Vermieter berechtigt, das Mietverhältnis innerhalb eines Monats außerordentlich mit der gesetzlichen Frist zu kündigen, nachdem sie vom Tod des Mieters und davon Kenntnis erlangt haben, dass ein Eintritt in das Mietverhältnis oder dessen Fortsetzung nicht erfolgt sind.

Kommentare (1)

28.7.2011, 16:19 Uhr von Heidi Schnurr Profil ansehen
Auf vielfache Nachfrage, was passiert, wenn sich kein Erbe finden lässt, folgender Zusatz: Ob es Erben gibt, können Sie über das Nachlassgericht klären lassen. Das ist das Amtsgericht in dem Gerichtsbezirk, in dem Ihr Mieter zuletzt gemeldet war. Das ist eigentlich schon der einzige Aufwand, den Sie betreiben müssen, um den/die Erben ausfindig zu machen! Dort erfahren Sie auch, ob die Erben das Erbe angenommen bzw. ausgeschlagen haben. Schlagen die Erben nämlich das Erbe aus, passiert das Gleiche, wie wenn es keine Erben geben würde: Es gelten die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs und damit erbt der Fiskus. Das ist jedoch nicht unbedingt ein Grund zur Freude, denn der Staat hat es sich nicht zur Aufgabe gemacht, die Vermögensverhältnisse seiner verstorbenen Bürger zu regeln. Daher ist gesetzlich eindeutig festgelegt, dass der Staat nur Guthaben erben kann und keine Schulden. Damit bleibt z.B. die Renovierungspflicht und die Entrümpelungspflicht am Vermieter hängen. Vom Staat haben Sie hier nichts zu erwarten.
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber

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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Ein Mietvertrag endet nicht mit dem Tod des Mieters, das ist ein verbreiteter Irrglaube. Der Vermieter muss sich deshalb schlau machen, wer Vertragsnachfolger ist und somit die Miete weiterbezahlt - wenn er das möchte.
Nicht um jede kleine Mietrechtsänderung wird gleich ein Riesenlärm veranstaltet. Manche finden sogar klammheimlich statt. Klar, wenn nur 2 Wörter im Gesetz geändert und ein Satz einfach gestrichen werden.    So klammheimlich wurde mit Wirkung zum 26.11.2015 mit dem Gesetz zur Bereinigung des Rechts der Lebenspartner § 563 Abs. 2 BGB geändert. Der regelt, wer nach dem Tod des Mieters in den Mietvertrag eintreten darf, wenn noch Kinder des Mieters oder Lebensgefährten mit im Haushalt leben.    Bisher hatte der Ehegatte beim Tod des Mieters die besseren Karten gegenüber dem gleichgeschlechtlichen, eingetragenen Lebenspartner. Das hat sich mit einer kleinen Gesetzesänderung jetzt geändert. 

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Ob es Erben gibt, können Sie über das Nachlassgericht klären lassen. Das ist das Amtsgericht in dem Gerichtsbezirk, in dem Ihr Mieter zuletzt gemeldet war.

 

Das ist eigentlich schon der einzige Aufwand, den Sie betreiben müssen, um den/die Erben ausfindig zu machen! Dort erfahren Sie auch, ob die Erben das Erbe angenommen bzw. ausgeschlagen haben. Schlagen die Erben nämlich das Erbe aus, passiert das Gleiche, wie wenn es keine Erben geben würde: Es gelten die Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs und damit erbt der Fiskus.