Dienstag, 17.06.2008 | Autor: Hans Reinold Horst/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2004

Mieterumbauten: Von der Antenne bis zum Bad

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2004
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Vermieter dürfen nichts dagegen sagen, wenn der Mieter es sich in seiner Wohnung gemütlich macht. Doch Mieterumbauten haben auch ihre Grenzen. So muss ein Vermieter längst nicht jeder Veränderung zustimmen, die der Mieter gerne hätte. Baut der Mieter ungefragt um, kann der Vermieter ihn sogar verklagen.

Der Mieter muss die Wohnung so akzeptieren, wie er sie vom Vermieter angemietet hat. Eigenmächtig baulich verändern darf er sie grundsätzlich nicht. Wenn der Mieter auf dem Balkon eine Parabolantenne montieren möchte, muss er den Vermieter erst um Erlaubnis fragen. Auch wenn er ein zusätzliches Waschbecken montieren oder neue Fliesen verlegen will, muss der Vermieter damit einverstanden sein.

Persönliche Bedürfnisse

Solange der Mieter die Wohnung nur für seine persönlichen Bedürfnisse herrichtet, bewegt er sich noch im Rahmen des vertragsgemäßen Gebrauchs - das darf er also.

Eine Gardinenstange anbringen, eine Lampe anschließen oder ein Küchengerät in die Steckdose stecken darf der Mieter im angemessenen und erforderlichen Umfang. Dazu darf er auch Dübel verwenden. Fliesen darf der Mieter aber nur im dafür unbedingt erforderlichen Maß anbohren. Fehlt eine Gemeinschaftsantennenanlage, darf der Mieter auch ungefragt eine Rundfunk- und Fernsehantenne installieren.

Bauliche Veränderungen

Will der Mieter die Wohnung baulich verändern, braucht er die Zustimmung des Vermieters. Nur ausnahmsweise kann er verlangen, dass der Vermieter einer baulichen Veränderung der Wohnung zustimmt. Einen solchen Anspruch hat er dann, wenn der Standard der Wohnung in technischer Hinsicht oder nach sonstigen bedeutsamen Wohnmerkmalen deutlich überholt ist.

Will der Mieter ein Bad einbauen, hat er einen Anspruch darauf, dass der Vermieter diesem Umbau zustimmt. Ebenso wenig kann der Vermieter verhindern, dass sein Mieter die Heizung umrüstet oder zusätzliche Versorgungsleitungen installiert.

Zustimmung zum Umbau verweigern

Der Vermieter muss aber nicht zu allen Umbauten Ja sagen. Etwa wenn sich beispielsweise durch die Umbaupläne des Mieters Beeinträchtigungen ergeben oder die Gefahr besteht, dass sich die Wohnung verschlechtert.

Gerade wenn es um gravierende Eingriffe in die Bausubstanz geht, kann der Vermieter seine Zustimmung verweigern. Damit er prüfen und beurteilen kann, ob der Mieter mit seinen Umbauplänen das Wohnungseigentum gefährdet, muss er in jedem Fall vorher darüber informiert werden. Erst dann kann er schließlich auch zustimmen.

Abmahnung des Mieters

Baut der Mieter ungefragt um, kann der Vermieter ihn abmahnen und verlangen, dass er unverzüglich den ursprünglichen Zustand der Wohnung wiederherstellt - und zwar auf seine Kosten.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Macht Ihr Mieter den Umbau nicht rückgängig, obwohl Sie Ihn dazu aufgefordert haben, können Sie gegen ihn klagen. Sie können eine Unterlassungsklage erheben (§ 541 BGB). Außerdem haben Sie ein fristloses Kündigungsrecht nach § 543 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 BGB.