Schimmel/neue Fenster

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Jahrelang nichts und jetzt ist er da: Der Schimmel! Woran kann es liegen? Ihr Mieter behauptet, richtig zu lüften. So wie schon jahrelang vorher. Allerdings könnte das jetzt falsch sein, denn gerade haben Sie neue Fenster eingebaut. Muss der Mieter jetzt anders lüften und wenn Ja, wer muss ihm das sagen?

Sie haben neue Fenster in die Wohnung eingebaut. Kurz danach zeigt sich in einer Ecke der Wohnung Schimmel. Leider haben Sie Ihren Mieter nicht oder nicht richtig darüber aufgeklärt haben, wie er künftig lüften muss.

Der Einbau neuer Fenster in bestehende Gebäude hat nicht nur den positiven Effekt einer verbesserten Wärme- und Geräuschisolierung zur Folge, sondern es entfällt auch der Luftaustausch durch die geringfügige Undichtigkeit der alten Fenster. Ohne aktives Tun des Bewohners - durch entsprechendes Heizen und Lüften - kann die im Raum entstehende Feuchtigkeit nicht abgeführt werden kann.

Dieses Versäumnis kann Ihnen eine Mietminderung einbringen. Schicken Sie ihm einfach eine allgemeine Broschüre zum Lüften zu, reicht das nämlich nicht! So jedenfalls entschied das Landgericht Neubrandenburg (LG Neubrandenburg, Urteil v. 2.4.2002, 1 S 297/01, WM 2002, S. 309).

Sie können Ihrem Mieter dann kein falsches Lüftungsverhalten vorwerfen, wenn Sie ihn nicht darauf hingewiesen haben, dass er sein bisheriges Lüftungsverhalten ändern muss (LG Berlin, Urteil v. 23.1.2001, 64 S 320/99).

Nach Ersatz von alten Fenstern gegen dicht schließende isolierverglaste Fenster müssen Sie Ihren Mieter sachgerecht und präzise auf ein neues Heiz- und Lüftungsverhalten im nunmehr veränderten Raumklima hinweisen. Ein Hinweis in allgemeiner Form, z. B. anhand einer Broschüre, genügt nicht.

Wer den Mieter nicht aufklärt, kann ihm hinterher keine Feuchtigkeitsschäden anlasten (LG München I, Urteil v. 8.3.2007, 31 S 14459/06, NJW 2007 S. 2500). Der Mieter ist nicht verpflichtet, selbstständig Überlegungen zu einem notwendig gewordenen veränderten Lüftungsverhalten anzustellen.

 

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 meineimmobilie.de-Tipp

Der Vermieter kann vom Mieter - mit Ausnahme anderweitiger Vereinbarungen - nicht verlangen, dass er mehr als 3-mal täglich lüftet und alle Räumlichkeiten der Mietwohnung durchgängig so beheizt, dass in den Räumen die Temperatur mindestens 20 Grad Celsius beträgt.

 

Vom Mieter können Sie verlangen, dass er täglich dreimal stoßlüftet: Zweimal morgens, einmal abends (OLG Frankfurt, Urteil vom 11.02.2000 – 19 U 7/99). Doch selbst das halten manche Gerichte für zuviel: Danach soll schon 2-mal lüften am Tag für den Mieter unzumutbar sein!