Freitag, 10.10.2008 | Autor: Georg Hopfensberger/Stefan Onischke/mb

Immobilienverkauf: Energieausweis muss vorliegen

Dem Energieausweis kommt auch beim Verkauf von Immobilien eine erhebliche Bedeutung zu. Verkäufer sind verpflichtet, den Energieausweis beim Verkauf zugänglich zu machen. Immobilienkäufer können sich anhand der Werte im Energieausweis ein Bild von der energetischen Qualität des Gebäudes machen.

Für die Errichtung von Neubauten ist es seit 1995 bereits vorgeschrieben, Energieausweise in Form von "Wärmebedarfsausweisen" ausstellen zu lassen. Die Verpflichtung ergab sich bereits bisher aus Paragraph 13 der Energieeinsparverordnung). Für Verkäufer von Immobilien ab dem Baujahr 1995 bereitet die Vorlagepflicht des Energieausweises gemäß Paragraph 16 Abs. 2 EnEV gegenüber dem potenziellen Käufer damit in aller Regel keine Schwierigkeiten.

Ist der Wärmebedarfsausweis beziehungsweise Energieausweis älter als zehn Jahre und damit abgelaufen, so kann der Verkäufer der Immobilie einen Verbrauchsausweis erstellen lassen. Im Übrigen wird er bei jüngeren Baujahren ohnehin über einen gültigen Energieausweis verfügen. Es ist seit Jahren allgemeine Praxis, dass zum Beispiel der Bauträger dem Käufer bei der Veräußerung einer Eigentumswohnung einen Energieausweis aushändigt.

Energieausweis zugänglich machen

Der Verkäufer eines Gebäudes ist nach Paragraph 16 Abs. 2 EnEV verpflichtet, einen Energieausweis zugänglich zu machen. Soll ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück, ein grundstücksgleiches Recht an einem bebauten Grundstück oder Wohnungs- oder Teileigentum verkauft werden, hat der Verkäufer dem potenziellen Käufer einen Energieausweis unverzüglich, spätestens, nachdem der Kaufinteressent dies verlangt hat, zugänglich zu machen (Paragraph 16 Abs. 2 Satz 1 EnEV).

Hier war ursprünglich vorgesehen, dass der Verkäufer dem Kaufinteressenten auf Verlangen eine Kopie des Energieausweises zu überlassen hat. Diese Verpflichtung wurde auf Betreiben des Bundesrats gestrichen.

Schadensersatzpflicht als Verkäufer

Eine Verpflichtung zum Schadensersatz nach den Paragraphen 433 und 280 BGB besteht, wenn der Verkäufer einer Immobilie anlässlich der Vertragsverhandlungen vorsätzlich oder fahrlässig falsche Angaben macht.

Beispiel: Der Verkäufer erklärt, dass die Immobilie von ihm durch Modernisierungsmaßnahmen auf den neuesten Stand der Energieeinsparverordnung gebracht wurde und alle unbedingten Nachrüstverpflichtungen (Paragraph 10 EnEV) erfüllt wurden. Die Angaben stellen sich später als unzutreffend heraus.

Der Käufer hat in diesem Fall einen Schadensersatzanspruch gegen den Verkäufer. Gem. Paragraph 280 Abs. 1 BGB handelt es sich um eine Pflichtverletzung aus dem bestehenden Schuldverhältnis. Daher hat der Verkäufer den hierdurch entstandenen Schaden zu ersetzen.

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Stefan Onischke ist Dipl.-Ing. (Univ.) und freiberuflicher Architekt. Bisherige Veröffentlichungen in Bayerische Haus- und Grundbesitzerzeitung, Abendzeitung München.
Stefan Onischke

 meineimmobilie.de-Tipp


In aller Regel wird der Verkäufer einer Immobilie dem Käufer den Energieausweis zusammen mit den sonstigen relevanten Unterlagen der Immobilie aushändigen. Als Käufer sollten Sie jedoch unbedingt nachprüfen, ob sich der Energieausweis bei den Unterlagen befindet und darauf drängen, dass Ihnen der Energieausweis auch zur Verfügung gestellt wird. Ansonsten müssten Sie sich nochmals einen Energieausweis erstellen lassen.