Dienstag, 21.04.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Grundbuch statt Sparbuch

"Du, wir haben jetzt unsere Vermögensanlage ein wenig umstrukturiert", erklärte mir kürzlich eine Freundin beim Kaffee.

"Aha", sagte ich noch nichtsahnend.

Zugegebenermaßen rührte ich etwas desinteressiert weiter in meinem Tee. "Reine Luxusprobleme", denke ich gleichzeitig, denn wer kein Geld hat, braucht sich auch über die angeblich drohende Inflation keine Gedanken zu machen.

"Wir haben jetzt insgesamt 8 Eigentumswohnungen?", höre ich meine Freundin weitererzählen oder vielleicht schon ein wenig prahlen. Jetzt läuft bei mir schon insgeheim der Horrorfilm von 8 Eigentümerversammlungen ab. In jeder wird beschlossen, dass das Dach oder die Fassade saniert werden soll und jeder Eigentümer dafür eine Sonderumlage zahlen soll.

Oh je, oh je - das kann teuer werden und von den sonstigen, üblichen Mietstreitigkeiten (zu laut, zu spät gezahlt, zu fordernd, zu unzuverlässig beim Treppenhaus putzen) einmal ganz abgesehen...

...die bereiten mir ein wenig Kopfzerbrechen, denn zu denen zieht man mal gerne eine gute Freundin zu Rate - meistens immer erst hinterher und gerne am wohlverdienten Wochenende! Das könnte irgendwann einmal unsere Freundschaft auf eine harte Bewährungsprobe stellen.

Klar, hat sie mit dem Kauf der 6., 7. und 8. Eigentumswohnung ihr Geld vielleicht sicherer angelegt als in Aktien. Aber wer bei solchen Investitionen eine regelmäßige Miete mit einkalkuliert, den kann die Finanzkrise schnell wieder einholen: Firmenpleiten, Arbeitslosigkeit und am Ende bleibt kein Geld für die Miete mehr übrig!

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus der Finanzkrise: Handeln Sie auch getreu dem Motto: "Grundbuch statt Sparbuch" oder sehen Sie das (noch) wesentlich gelassener?

Kommentare (1)

23.4.2009, 13:49 Uhr von lectura Profil ansehen
mir sind Immobilien immer noch lieber als ein Immobilienfond denn ich kann selbst jederzeit reagieren ohne auf andere angewiesenzu sein.