Montag, 17.01.2011 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Wie viel Wert hat meine Immobilie tatsächlich?

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Prognostisch zieht die Anzahl der Zwangsversteigerungsobjekte 2010 wieder leicht an. Wenn das Haus unter den Hammer kommt, stellt sich auch die Gretchenfrage rund um den Wert, kommentiert Jörg Stroisch.

Der Zwangsversteigerungskatalog UNIKA prognostiziert für 2010 insgesamt 53.000 versteigerte Objekte. Und die Konkurrenz von Argeta schreibt, dass die Anzahl der Zwangsversteigerungstermine im Jahr 2010 um 5,1 Prozent auf nun etwa 82.000 Termine steigt, die Objekte hätten einen angesetzten Verkehrswert von 13,62 Milliarden Euro.

So oder so: Die Zwangsversteigerung ist das Ende des Traums von der eigenen Immobilie, bitter werden Immobilienbesitzer – oft aufgrund von persönlichen Notlagen wie Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder Tod – in die harte Realität der Kreditwelt katapultiert. Der Prozess zieht sich lange hin – und führt leider nicht selten dazu, dass dann am Ende durch den ersteigerten Ertrag noch nicht mal die Schulden endgültig getilgt sind. Aber wie hängt das zusammen?

Dieser Prozess bis hin zur Zwangsversteigerung bedeutet an sich schon einen immensen Wertverlust – besser ist es deshalb, wenn dann diese Notlage droht, schon frühzeitig mit dem Gläubiger über einen freihändigen Verkauf zu verhandeln. Das ist im ersten Moment zwar eine Überwindung, dafür verlässt der Schuldner aber vielleicht mit einem deutlich gefestigteren Stand das Abenteuer Immobilienkauf. Nur selten kommt es jedenfalls vor, dass der avisierte Verkehrswert der Immobilie tatsächlich durch eine Versteigerung überschritten wird. Eher ist es so, dass nur noch ein Bruchteil tatsächlich eingefahren wird.

Stellt sich die Frage: Wie davor schützen? Und hier ist ganz interessant, wie die Banken selbst die Risiken beurteilen. Kredite, die bis zu 60 Prozent des Beleihungswertes abdecken sind verhältnismäßig zinsgünstig. Sprich: Das Risiko ist hier für die Banken am geringsten, dass im Falle einer Zwangsversteigerung das geliehene Geld ausfällt. In der Spannbreite von 60 bis 80 Prozent wird es schon kritischer, deshalb sind hier auch höhere Zinsen fällig. Besonders teuer wird es bei allem, was darüber hinaus geht.

Bedeutet für den Immobilienbesitzer: Je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto besser.

Kostenloses Tool zur Einschätzung des Immobilienwertes

Ein gutes Tool für die Immobilienbewertung bieten wir Ihnen ja schon länger auf meineimmobilie.de. Das Tool können sie kostenlos verwenden. Beachten Sie aber hier zusätzlich, dass der Beleihungswert der Bank ein anderer ist als der Verkehrswert der Immobilie. Sprich: Die Bank nimmt häufig sowieso noch kräftige Risikoabschläge vom Wert vor; außerdem kommen Banken nicht per sé auf den gleichen Wert, wenn sie eine Immobilie einschätzen.

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