Montag, 20.06.2011 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb

Pflicht und Kür bei der Immobilienbewertung

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Wenn der Kaufinteressent ein oder mehrere Objekte gefunden hat, die seiner Vorstellung entsprechen, geht es an die Bewertung, um das Verhältnis von Wert und Preis zu ermitteln. Dabei sollte zwischen Pflicht und Kür unterschieden werden.

Pflicht und Kür

Einmal ist es von Bedeutung, welche allgemeinen, also objektiv gültigen Faktoren den Wert einer Immobilie ausmachen, wenn der Käufer mit Banken oder auch späteren Käufern und Mietern verhandeln will. Das ist die Pflicht. Sodann aber geht es ja um die eigene Immobilie und die soll vor allem dem Käufer Freude machen - gerade wenn er selbst einziehen will.

Diese individuellen Kriterien sind aber oft nicht wertbildend, sondern Geschmackssache und von daher eben Kür. Für das Pflichtprogramm sind wesentliche Faktoren wie Sanitär- und Elektroinstallation von einem Laien nicht wirklich zu bewerten.

Besichtigungstermin mit Gutachter

Der Käufer sollte deshalb nicht auf einen zweiten Besichtigungstermin in Begleitung eines Gutachters, Architekten oder erfahrenen Handwerkers verzichten. Das hier investierte Geld kann ihn vor ruinösen Fehlinvestitionen bewahren.

Erfahrung ist etwas, das der Immobilienbesitzer meist erst dann hat, wenn er sie gebraucht hätte. Anders ausgedrückt ist Erfahrung die Summe der Fehler, die der Besitzer überlebt hat. Gerade deswegen sollte sich der Immobilienkäufer besonders bei derart weitreichenden Entscheidungen nicht nur auf sich selbst verlassen, auch wenn er fachkundig ist.

Neutrales Auge des Gutachters

In eigener Sache könnte er betriebsblind sein. Dafür gibt es genügend Menschen, die ihr Fachwissen auf dem Markt anbieten. Ein neutraler Gutachter sieht ein Objekt mit ganz anderen Augen und kann den Käufer vor folgenschweren Fehlern bewahren.

Angesichts der zu tätigenden Investitionen sollte dem Käufer sein gesunder Schlaf die vergleichsweise geringen Zusatzkosten von ein paar Hundert Euro wert sein.

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Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz

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Das Urteil eines Gutachters ist gut abgesichert. Selbst, wenn er Mängel an einer Immobilie übersieht, sind Sie auf der sicheren Seite. Denn der Gutachter haftet für Fehler bei seiner Immobilienbewertung gegenüber seinen Kunden und ist entsprechend (pflicht-)versichert.