Freitag, 05.09.2008 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Immobilienklima kühlt sich spürbar ab

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
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News: Das Immobilienklima erreicht diesen Monat mit 77,5 Zählerpunkte einen neuen Tiefstand und auch die Immobilienkonjunktur fällt rasant. Dies ermittelte der monatlich erhobene King Sturge Immobilienkonjunktur-Index in seiner Augustbefragung.

"Die Stimmung in der Immobilienwirtschaft hat sich im August weiter spürbar abgekühlt. Das ist nicht überraschend, da die gesamtkonjunkturelle Talfahrt mittlerweile deutlich sichtbar ist", stellt Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland, fest. "Es besteht die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft nach einer Minusrate im zweiten Quartal auch im Dritten schrumpft. Nach der gängigen Definition hieße dies, dass Deutschland in eine Rezession geraten könnte."

Ergebnis der Augustbefragung

Monatlich ermittelt King Sturge einen Immobilienkonjunktur-Index und auch die August-Befragung zeigt eine weitere Talfahrt der Stimmung auf den deutschen Immobilienmarkt. So sinkt das umfragebasierte Immobilienklima im Einklang mit dem gesamtkonjunkturellen Abschwung auf 77,5 Zählerpunkte und unterschreitet den Vorrmonatswertum 14,6 Prozent.

Die auf makroökonomischen Daten beruhende Immobilienkonjunktur fällt ebenso rasant von 169,2 Punkte auf 158,8 Punkte. Am deutlichsten zeigt sich die negative Stimmung im Immobilienmarkt im Investmentklima. Es sinkt von 69,2 Zählerpunkten auf 57,9. Erstmalig unterschreitet das Ertragsklima, der zweite Teilindikator des Immobilienklimas, den Schwellenwert von 100 Punkten und sinkt auf 98,7 Punkte.

Kein Anlass für übertriebene Schwarzmalerei

"Für übertriebene Schwarzmalerei besteht dennoch kein Anlass", meint Hettrich. "Denn einige entlastende Faktoren sind bereits absehbar und sprechen im Übrigen auch dafür, dass der bislang nach wie vor sehr solide deutsche Immobilienmarkt bestenfalls vor einem Abschwung, nicht aber vor einem Absturz steht."

Hettrich weiter: "So nimmt etwa die Zahl der Beschäftigten weiter zu - langsamer als bisher, aber dennoch stabil. Auch lässt der Inflationsdruck aktuell etwas nach, da die Öl- und Rohstoffpreise sinken. Dies nährt die Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank wieder mehr Spielraum für Zinssenkungen hat - was der Immobilienwirtschaft wiederum Auftrieb gäbe."

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