Donnerstag, 04.10.2012 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Vor Hauskauf immer Risiken abklären

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s
  • Bauunternehmen vor Hauskauf gründlich prüfen
  • Beim Hauskauf nicht unter Druck setzen lassen
  • Risiken vermeiden beim Hauskauf

Das Immobiliengeschäft boomt und so unterzeichnen immer mehr Immobilienkäufer leichtsinnig einen Kaufvertrag. Doch auch unter Zeitdruck sollten beim Hauskauf immer alle Risiken abgeklärt sein, bevor das Geld nachher an eine insolvente Firma verloren geht.

Die Nachfrage nach der eigenen Immobilie ist derzeit sehr hoch und so lassen viele Schlüsselfertiganbieter nicht mehr mit sich verhandeln. Weil ihnen manche Bauherren die Häuser regelrecht aus den Händen reißen, versuchen Sie, die Bedingungen zu diktieren, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbandes Privater Bauherrn (VPB). Die Käufer müssten die Verträge akzeptieren oder auf das Angebot verzichten. Änderungen und Ergänzungen seien nach jüngsten VPB-Erfahrungen häufiger unerwünscht und oft nur schwer durchsetzbar.

Bauunternehmer vor Hauskauf prüfen

Bausachverständiger Thomas Penningh vom Verband Privater Bauherrn (VPB) hält die Entwicklung für bedenklich: "Viele Bauherren schließen Verträge, die sie einseitig benachteiligen. Angesichts der Drohung 'Wenn Sie nicht unterschreiben, dann tut es nachher ein anderer', setzen sie ihre Signatur unter den Bauvertrag, ohne ihn vorher noch einmal vom unabhängigen Sachverständigen prüfen zu lassen." Wer das tut, der riskiert sein Erspartes! "Zwei Dinge sollten angehende Hausbesitzer in jedem Fall mindestens prüfen lassen, damit sie ihr Geld auch tatsächlich retten und nicht zum Fenster hinauswerfen", rät Thomas Penningh.

"Zum einen, ob der Bauunternehmer seriös und solvent ist, und zum anderen, ob der versprochene Festpreis fürs Haus auch tatsächlich der Endpreis ist." Denn in vielen Bauverträgen fehlen wichtige Leistungen, wie zum Beispiel die Anschlüsse ans öffentliche Versorgungsnetz. Auch die Kosten des Aushubs sind oft im Vertragsentwurf gar nicht geklärt. Dass solche Dinge im Vertrag nicht erwähnt sind, ist angesichts der Vertragsgestaltungsfreiheit zwar rechtens, kommt für viele Bauherren später aber als Schock, weil sie nicht ausreichend finanzieren.

Mehr Verhandlungsspielraum für Grundstückseigentümer

Mehr Verhandlungsspielraum haben Bauherren, die bereits ein eigenes Grundstück besitzen und nun eine Baufirma suchen, die ihnen darauf ein Schlüsselfertighaus errichtet. "Auch hier ist Vorsicht geboten", mahnt Bauherrenberater Penningh, "denn angesichts der enormen Nachfrage nach Neubauten im Augenblick heuern viele Bauunternehmen unerfahrene Subunternehmer an, weil ihre bewährten Kooperationspartner überlastet sind. Probleme mit der Ausführungsqualität steigen dann erfahrungsgemäß, ebenso Probleme beim Ineinandergreifen der einzelnen Gewerke, die mit Bauzeitverzögerungen, Streitigkeiten um Preisabsprachen und wechselnden Bauleitern einhergehen", beobachtet der VPB-Vorsitzende.

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