Donnerstag, 23.02.2012 | Autor: mb

Monatliche Fixkosten bei Wohneigentum

Worum geht´s
  • monatliche Fixkosten bei Wohneigentum
  • Grundsteuer
  • Gebühren und Wohnnebenkosten
  • Versicherungen

Anstelle des Mietzinses zahlen Neueigentümer monatlich ihren Immobilienkredit ab. Doch damit ist es nicht getan. Denn darüber hinaus kommen jeden Monat noch weitere Fixkosten hinzu, die ein Mieter nur teilweise oder gar nicht berappen muss. Über diese Zusatzbelastung sollten sich künftige Immobilieneigentümer bei der Finanzplanung im Klaren sein.

Wer von der Mietwohnung ins selbstgenutzte Eigentum zieht, legt seine monatlichen Zahlungen gut an: Sie gehen nicht mehr als Miete an einen fremden Eigentümer, sondern tilgen den Immobilienkredit für die eigenen vier Wände. Doch für Neueigentümer bleibt es nicht bei der Tilgungsrate. Jeden Monat müssen sie weitere Fixkosten tragen - von Steuern und Gebühren über Versicherungen und Wohnnebenkosten. Mieter, die zu Immobilienbesitzern werden, seien sich darüber oft nicht im Klaren, berichtet der Immobiliendienstleister PlanetHome in einer Pressemitteilung.

Grundsteuer als Teil der Fixkosten

Ein wesentlicher Unterschied zur Miete besteht darin, dass Eigentümer für die komplette Grundsteuer aufkommen müssen. Grundlage für die Besteuerung ist der Einheitswert. „Der Einheitswert wird mit einem steuerlich festgesetzten Promillesatz, der sogenannten Steuermesszahl, malgenommen. Das ergibt dann den Grundsteuermessbetrag“, erklärt Robert Anzenberger, Vorstand der PlanetHome AG. Dieser Grundsteuermessbetrag wird wiederum mit einem Hebesatz multipliziert, der von den Ortsgemeinden selbst festgelegt wird. Das bedeutet, dass in jeder Kommune die Grundsteuer unterschiedlich hoch ausfällt. Wer zum Beispiel in Hamburg wohnt, zahlt laut PlanetHome aktuell einen Hebesatz von 540%, in München 535%. Seevetal hingegen, ein Vorort der Hansestadt, berechnet demnach derzeit 330% und Kirchheim bei München 280%.

Kommunale Abgaben

Neben der Grundsteuer tragen Eigentümer auch sämtliche Kanal- oder Abwassergebühren, sowie Gebühren für die Müllentsorgung und gegebenenfalls für die Straßenreinigung. Je nach Kommune gibt es unterschiedliche Regelungen und abweichende Gebührenordnungen. Auskünfte darüber, welche Abgaben konkret zu leisten sind, erteilen die jeweiligen Gemeinden.

Trinkwasser, Strom und Heizung

Ebenfalls vom Wohnort abhängig sind die Preise für Frischwasser. Sie errechnen sich laut PlanetHome aus einem Kubikmeter-Preis und einer Grundgebühr. Laut Statistischem Bundesamt zahlt ein Modellhaushalt für 80 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr rund 200 Euro. Beim Strom bedingen die Wahl des Stromanbieters, der Verbrauch der Geräte und das Nutzungsverhalten der Hausbewohner die Kosten. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft errechnete für das vergangene Jahr für einen dreiköpfigen Musterhaushalt einen durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 73 Euro im Monat. Ebenfalls von vielen individuellen Faktoren abhängig sind die Heizkosten. „Wenn man ein altes, schlecht gedämmtes Haus besitzt, wenig isolierte Fenster hat oder nicht richtig heizt, erhöht das natürlich die monatlichen Ausgaben“, sagt Anzenberger. Zudem sind bei den Fixkosten noch die Wartung der Heizungsanlage sowie die Arbeiten des Schornsteinfegers in der Kostenaufstellung zu berücksichtigen.

Versicherungen und Rücklagen

Auch Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gehören zu den regelmäßig anfallenden Kostenpunkten. Pauschale Aussagen über deren Höhe lassen sich laut PlanetHome nur schwer treffen. Je nach Objektart, Standort, Versicherungsanbieter und Versicherungspaket errechnen sich unterschiedliche Preise. Weil bei jeder Immobilie früher oder später Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten anfallen, sollten Eigentümer dafür monatlich einen gewissen Betrag zurücklegen. Wer ein Haus besitzt, bestimmt die Höhe hierfür selbst. Ein Prozent des Hauswertes im Jahr gilt als gängige Empfehlung. Wer eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzt, zahlt an Rücklagen das, was die Eigentümerversammlung per Mehrheitsbeschluss festlegt.

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Ihre monatlichen Fixkosten müssen in die Finanzplanung miteinfließen, wenn Sie einen Immobilienkauf planen. Nur so lässt sich berechnen, wie hoch Ihre Ausgaben für Ihr Eigentum pro Monat und Jahr tatsächlich sind. Versuchen Sie deshalb im Vorfeld alle Kommunalabgaben, alle Gebühren und Nebenkosten so genau wie möglich zu erfragen und aufzulisten, um einen konkreten Überblick über Ihre künftigen monatlichen Belastungen zu bekommen.