Freitag, 29.07.2011 | Autor: mb

Immobilienkauf: Energieausweis einsehen

News: Wer eine Immobilie kauft, zahlt nicht nur den Kaufpreis. Auch während er sie besitzt, muss der Eigentümer Geld investieren - als Selbstnutzer wie als Vermieter. Deshalb sollte schon beim Kauf darauf geachtet werden, dass sich die Nebenkosten im Rahmen halten. Der Energieausweis gibt Aufschluss über den Energieverbrauch der Immobilie.

Mit den nach wie vor steigenden Energiepreisen verstärkt sich auch die Nachfrage nach energiesparenden Immobilien. Wer ein Haus oder eine Wohnung erwirbt, sollte sich eingehend über den energetischen Zustand der Immobilie informieren. Auskunft darüber gibt der Energieausweis, den der Verkäufer vorlegen muss. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt Immobilienkäufern, sich den Ausweis vor dem Kauf unbedingt zeigen zu lassen, wie es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft heißt.

Beim Kauf auf gute Energieeffizienz der Immobilie achten

Die Energieeffizienz einer Immobilie ist sowohl für Selbstnutzer als auch für Vermieter von Belang: Wer sein Eigentum selbst bewohnt, muss auch für die Nebenkosten aufkommen. Bei einem schlecht isolierten Gebäude sind hohe Energiekosten zu erwarten. Auch als künftiger Vermieter sollte bereits beim Kauf der Immobilie auf ein niedriges Energieniveau geachtet werden, rät die dena. Denn immer mehr Mietinteressenten lassen sich den Energieausweis vorlegen, bevor sie den Mietvertrag unterschreiben. Auch sie möchten wissen, wie hoch die zu erwartenden Nebenkosten ausfallen. In Gebieten mit hohem Leerstand wird es dann umso schwieriger, die Immobilie zu vermieten, je schlechter der energetische Zustand des Hauses ist.

Laut dena verbrauchen deutsche Haushalte die meiste Energie für Heizung. "Rund 87 Prozent der von Haushalten insgesamt benötigten Endenergie entfallen auf die Erzeugung von Wärme", betont Christian Stolte, Bereichsleiter der dena. Schlecht gedämmte Wände und Dächer sowie alte Fenster können dann schnell zu hohen Energiekosten führen. Der Energieausweis entlarvt energetisch verbesserungswürdige Gebäude. Eine Farbskala von grün - also gut - bis rot zeigt an, wie effizient das Haus in Sachen Energieverbrauch einzuschätzen ist.

Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis lesen

Neben der Farbskala sollten Käufer vor allem auch auf die im Energieausweis beschriebenen Modernisierungsempfehlungen für die Immobilie achten. Daraus geht hervor, welche Gebäudeteile sanierungsbedürftig sind. So kann der Käufer in etwa abschätzen, welche Kosten ihn in den kommenden Jahren noch erwarten.

Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten. Der Verbrauchsausweis basiert auf dem Energieverbrauch der Bewohner in den letzten drei Jahren und wird durch die Heizkostenabrechnungen bestimmt. Bei der Ausstellung eines Bedarfsausweises nimmt der Fachmann dagegen die baulichen Bestandteile eines Gebäudes genau unter die Lupe. "Die dena empfiehlt für Wohngebäude den bedarfsbasierten Energieausweis. Dieser Ausweis analysiert den Zustand des Hauses und nicht das Verhalten der Bewohner wie der Verbrauchsausweis. Ob jemand viel oder wenig heizt, spielt beim Bedarfsausweis keine Rolle", so dena-Experte Stolte.

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 meineimmobilie.de-Tipp


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