Montag, 24.01.2011 | Autor: Hausbesitzer ABC/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Eigentumswohnung: Vermieten oder selbst nutzen?

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Eine Eigentumswohnung kann eine gute Altersvorsorge sein - ob vermietet oder selbst genutzt. Gerade deshalb sollten beim Kauf einige Dinge berücksichtigt werden.

Eine Eigentumswohnung eignet sich vor allem für Menschen, die sich ein eigenes Haus nicht leisten können oder es nicht wollen, da sie häufig unterwegs sind. Aufgrund des verhältnismäßig geringen Grundstücksanteiles sind Eigentumswohnungen in der Regel preiswerter als Häuser. Zudem sind sie eine Alternative zu Mietwohnungen.

Eigentumswohnung als Kapitalanlage

Ist der Standort gut gewählt, kann eine Eigentumswohnung auch eine ertragreiche Kapitalanlage sein. Der Erwerb einer Eigentumswohnung ist außerdem auch ein sinnvoller Zwischenschritt auf dem Weg zum eigenen Haus.

Nach einigen Jahren kann eine mit Bedacht ausgesuchte Eigentumswohnung trotz der zwischenzeitlichen Nutzung durchaus mit Gewinn verkauft werden. Für Anlagen im Hinblick auf die Altersvorsorge spielen beim Erwerb einer Eigentumswohnung drei Kriterien eine Rolle: Sicherheit, Verfügbarkeit (Liquidität) und Verzinsung (Rentabilität).

Sicherheit geht zulasten der Rendite

Welche Strategie die richtige Altersvorsorge ist, lässt sich nur im Einzelfall entscheiden. Wie schnell das investierte Geld später in ein Bankguthaben oder Bargeld umgewandelt werden kann, hängt von der Art der Geldanlage ab. Eine Immobilie kann beispielsweise problematisch sein, wenn kein Käufer gefunden wird.

Die Rentabilität einer Geldanlage ergibt sich aus dem Ertrag, den sie nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums erzielt. Die Rendite bezieht sich gewöhnlich auf ein Jahr. Für eine schnelle Verfügbarkeit des angelegten Geldes muss in der Regel eine niedrigere Rendite hingenommen werden.

Ein Baustein der Altersvorsorge

Die Eigentumswohnung ist kein Renditerenner. Trotzdem kann sie ein geeigneter Baustein für die Altersvorsorge sein, wenn die Wohnung bei Beginn der Rente schuldenfrei ist.

Dann kann der Eigentümer im Alter mietfrei wohnen oder mit Mieteinnahmen eigene Mietkosten ausgleichen oder die gesetzliche Rente aufbessern. Die gesetzliche Rente und das Wohnungseigentum können so den Lebensabend absichern.

Wohnung selbst nutzen oder vermieten?

Es spielt zunächst keine Rolle, ob die Eigentumswohnung selbst genutzt oder vermietet wird. Das sollte von der finanziellen Situation und Lebensplanung abhängig gemacht werden. Wichtig ist dagegen die Frage, wie teuer die angestrebte Eigentumswohnung sein darf, damit der Käufer nicht finanziell überlastet wird.

Kommentare (1)

25.1.2011, 12:00 Uhr von Gate Profil ansehen
Selbst wenn man den (kostentreibenden) Nervenkrieg innerhalb einer WEG wegdenkt und die eigene Lebenszeit, in der man sich mit dem Objekt befasst, mit 0 EUR ansetzt (was betriebswirtschaftlich nicht richtig ist), bleiben bei der Vermietung einer ETW immer noch Risiken, die sich dummerweise oft verwirklichen, denn – mit Hegel gedacht – ist das Missliche nicht nur möglich, sondern auch wirklich: Wer - sagen wir in Greifswald oder Pulsnitz - eine vermietete ETW zum Kaufpreis von 80.000 EUR erwirbt, hat zudem noch die (oft völlig unterschätzen) Erwerbsnebenkosten zu schultern, d.h. etwa 6% vom Kaufpreis, im Falle einer Käuferprovision sogar insgesamt ca. 10%; für diese ca. 8.000 EUR (!) müsste man die ETW (Ansatz: 55 qm) rund zwei Jahre erfolgreich/ ununterbrochen und ohne Mietminderung und Fremdmittelzinsen vermieten, aber Instandhaltungs- und Verwaltungskosten, (Gott geb’s, nur temporärer) Leerstand, Inseratskosten, durch den Markt erzwungene preisgünstigere Nachvermietung etc. verlängern diese Zeit recht unangenehm; und wenn man dann leichter zu atmen hofft, bedarf plötzlich die Tiefgarage der schicken Wohnanlage der Trockenlegung (entweder ist die Gewährleistung abgelaufen oder die Firma insolvent – das sind die Klassiker) oder etwas anderes, wovon irgendwie im bunten Hochglanzprospekt und in dem netten „Beratungsgespräch“ mit dem Herrn vom Vertrieb keine Rede war, erzeugt Kosten - und die Mieten des kleinen Aufwaschmädchens, das gerade eingezogen ist, sind auf Jahre verbraucht. (Kleines Schmankerl: Selbstverständlich musste durch den stolzen ETW-Eigentümer beim Mieterwechsel die Auslegeware erneuert werden und die Renovierung nach Auszug des Jurastudenten war ebenfalls zu bezahlen, weil der BGH die schöne Schönheitsreparaturklausel kassiert hatte.) Und wenn denn doch mal ein paar Euro Überschuss am Jahresende verbleiben sollten, hat man selbige zum persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern – man kann übrigens die AFA des Kleinsparers (hier Kapitalanleger genannt) nahezu ignorieren. Den letzten beißen bekanntlich die Hunde, und in diesem Falle ist das der Kapitalanleger, der sich superschlau und strategisch denkend vorkam (weil jeder meint, mit Verstand besonders üppig ausgestattet worden zu sein) und den Klotz nicht mehr loswird. Ein waschechter Mietnomade würde dann für den richtigen Kick sorgen… Viel Spaß dann mit Anwälten, Gutachtern, Richtern, Zwangsvollstreckern und natürlich der Generalsanierung der Wohnung (Kosten ca. 25.000 EUR)! Der Verwalter

 meineimmobilie.de-Tipp


Wählen Sie Ihre Eigentumswohnung beim Kauf nach der Lage aus, denn dann können Sie sie leichter vermieten und leichter wieder verkaufen. Allerdings ist eine Eigentumswohnung in einer guten Lage auch bedeutend teurer als in einer Randlage.