Montag, 14.04.2008 | Autor: Eike Schulz/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb

Checkliste: Auslandsimmobilien in ausgewählten Ländern

Wer im Ausland eine Immobilie kaufen will, muss sich vorab noch genauer informieren als bei einem Erwerb in Deutschland. Die Gesetze sind in jedem Land unterschiedlich, die Steuern werden anders bezeichnet oder es bestehen Pflichtversicherungen, die es in Deutschland so nicht gibt. Oft kommt für den Käufer noch die Sprachbarriere hinzu.

Im Folgenden soll ein Überblick über die Situation beim Erwerb von Immobilien in bestimmten Ländern gegeben werden. Im Fokus stehen zum einen die Nachbarländer, zum anderen die Länder, wo bevorzugt Ferienimmobilien erworben werden.

Osteuropa wird bei der Betrachtung außen vorgelassen, da hier erst wenige Immobilien an Deutsche gegangen sind. Dies liegt zum Teil noch an den Beschränkungen, die es vor dem Beitritt der osteuropäischen EU-Beitrittsländer gab. Grundsätzlich aber ein paar Hinweise vorab:

Sich schlau machen

Der Interessent sollte immer die Eigentumsverhältnisse der Immobilie überprüfen und sich den Verkehrswert des Objektes bestätigen lassen.

  • Bei Immobilien aus zweiter Hand sollte der Interesent das Baulastverzeichnis kontrollieren sich bestätigen lassen, dass auf dem Objekt keine Steuerschuld lastet
  • Bei Neubauten ist die Einsicht in die Baugenehmigungen notwendig
  • Der Interessent sollte sich rechtzeitig über Kaufnebenkosten und über die zu zahlenden Steuern informieren
  • Bei Renditeobjekten ist außerdem ein Nachweis über den erzielbaren und tatsächlichen Mietzins wichtig
  • Außerdem sollte sich der Interessent außerhalb der EU mit den Einreisebestimmungen insbesondere der Visumsbeantragung vertraut machen
  • Und: er sollte sich frühzeitig Gedanken zum Thema "Vererben oder Verschenken?" machen und Notare und Steuerberater dazu frühzeitig ansprechen.


Belgien

Der Immobilienkauf: Es gibt keine Beschränkungen beim Erwerb von Immobilien durch EU-Ausländer. Angebote erhält man über die Tagespresse, Makler und zum Teil auch über Notare, Ferienimmobilien auch über darauf spezialisierte Ferienhausgesellschaften.

Vorverträge mit Immobilieneigentümern zum Kauf sind bindend. Der Kauf wird vor einem belgischen Notar besiegelt. Das Kaufverfahren kann auch in deutscher Sprache abgewickelt werden.

Eintragung ins öffentliche Register

Veranlassen Sie den Notar, eine Grundbucheintragung sofort vorzunehmen. Mit der Eintragungsbestätigung ist der Kaufvorgang abgeschlossen, sodass das Objekt nicht an Dritte veräußert werden kann.

Kaufnebenkosten: In Belgien zahlt der Verkäufer die Maklercourtage. Mit etwa 15 Prozent an Kaufnebenkosten muss gerechnet werden. Die Grundbuchgebühren betragen ab etwa 500 Euro, Notarkosten von 1,5 bis 2 Prozent fallen an und die Grunderwerbsteuer von 12,5 Prozent ist zu leisten.

Alternative: Ferienhausgesellschaft

Finanzierung: Wohneigentum ist auch vereinzelt über deutsche Banken und Bausparkassen finanzierbar. Eine Hypothek inklusive der Nebenkosten wird über den Notar in eine Hypothekenurkunde als Grundpfandrecht eingetragen.

Steuern: Die Grunderwerbsteuer beträgt grundsätzlich 12,5 Prozent des Kaufpreises. Außerdem muss noch eine regional unter-schiedliche Grundsteuer gezahlt werden und es fällt ein sogenanntes Kastereinkommen an, das bei der Einkommensteuer berücksichtigt wird.

Versicherungen: In Belgien bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Vererbung und Schenkung sind ohne Einschränkungen möglich.



Dänemark

Immobilienkauf: Es gibt keine Erwerbsbeschränkungen von Immobilien durch EU-Ausländer in Dänemark. Allerdings muss der Käufer in Dänemark seinen Hauptwohnsitz haben, bei nur zeitweiliger Nutzung kann der Käufer durch den Staat auch wieder zum Verkauf gezwungen werden.

Vorverträge zwischen Käufer und Verkäufer sind bindend. Der Kaufvertrag wird vor einem dänischen Rechtsanwalt geschlossen. Die Eintragung ins Grundbuch findet über ein örtliches Zivilgericht statt.

Erwerbsgenehmigung erforderlich

Jeder Ausländer, der in Dänemark eine Immobilie erwerben möchte, braucht dafür eine Genehmigung des Justizministeriums.

Kaufnebenkosten: Die Maklercourtage zahlt der Verkäufer. Es muss mit Kaufnebenkosten von etwa zwei bis drei Prozent gerechnet werden. Auf die Grundbuchkosten entfallen ein Prozent, auf Rechtsanwaltskosten 0,5 bis 1,5 Prozent und die Grunderwerbsteuer 0,6 Prozent. In einigen Landesteilen werden die Rechtsanwaltsgebühren auch zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Finanzierung: Eine Finanzierung über ein deutsches Institut ist für Wohneigentum vereinzelt möglich.

Steuern: Neben der Grunderwerbsteuer fällt auch die Grundsteuer an, die bis zu ein Prozent der Kaufsumme beträgt.

Versicherungen: In Dänemark bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern. Allerdings gibt es hier eine Einschränkung. Solange sich das Objekt in der Finanzierungsphase befindet, muss eine Feuerversicherung abgeschlossen werden.

Vererben/Schenkung: Eine Immobilie kann ohne Einschränkungen vererbt oder verschenkt werden.



Frankreich

Immobilienkauf: Es gibt keine Beschränkungen beim Immobilienerwerb durch EU-Ausländer in Frankreich. Ein Kaufvorvertrag ist bindend, eine Anzahlung von zehn Prozent der Kaufpreissumme ist dabei üblich.

Ein Vorvertrag, auch beim Erwerb von gebrauchten Immobilien, sollte durch einen Notar ausgefertigt werden. Der spätere notarielle Kaufvertrag wird ins Grundbuch eingetragen. Ein Notar darf in Frankreich auch Immobilien vermitteln.

Achtung Vorverträge!

Bereits ein formloser Vorvertrag auf einem Zettel gilt in Frankreich als bindend.

Kaufnebenkosten: Die Maklercourtage zahlt der Verkäufer. Kaufnebenkosten unterliegen einer hohen Schwankungsbreite, je nachdem, ob es sich um einen Neu- oder Altbau handelt, betragen sie zwischen 8 und 22,7 Prozent des Kaufpreises.

Die Grundbucheintragung beträgt 0,1 Prozent, die Grunderwerbsteuer 4,89 Prozent bei Altbauten und 19,6 Prozent bei Neubauten und die Notargebühren umfassen drei Prozent.

Notar als Vermittler

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Institute ist vereinzelt möglich, deutsche Sparkassen tun dies auch zusammen mit ihren französischen Kollegen von der Caisse d'Espargne. Eine Kreditabsicherung findet durch die Eintragung einer Hypothek ins Grundbuch statt.

Für französische Notare gelten keine Gebietsbegrenzungen. Deshalb empfiehlt es sich, einen der Notare aus dem Elsass oder aus Lothringen zu wählen, da diese in der Regel über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen.

Steuern: Neben der Grunderwerbsteuer fällt auch die Grundsteuer an. Als Berechnungsbasis dient nicht der Kaufpreis, sondern der Mietwert. Außerdem gibt es noch die Wohnsteuer, die auch auf Basis des Mietwertes berechnet und wie auch die Grundsteuer von der jeweiligen Gemeinde festgelegt wird.

Die Wohnsteuer kann dabei hoch sein. Falls die Immobilie binnen 22 Jahren verkauft wird, fällt auch noch eine Spekulationssteuer an, die bis zu einem Drittel des Wertzuwachses betragen kann. Für Selbstnutzer gibt es noch ein Bonbon: Es fällt keine Einkommensteuer an.

Versicherungen: In Frankreich bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Immer französisches Erbrecht

Vererben/Schenkung: Immobilien unterliegen in Frankreich immer dem französischen Erbrecht. Dieses stellt Verwandte in ihren Rechten besser als in Deutschland. Kindern steht grundsätzlich ein Pflichterbteil zu.

Die Erbschaftsteuer für Familienmitglieder beträgt zwischen 5 und 20 Prozent. Der Ehepartner ist von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen. Bei Erben ohne Verwandtschaftsverhältnis liegt die Steuer bei 60 Prozent.



Griechenland

Immobilienkauf: Es gibt grundsätzlich keine Erwerbsbeschränkungen für EU-Ausländer. Allerdings besteht in einigen Grenzgebieten zu anderen Ländern ein Erwerbsverbot. Manchmal gibt es auch Vorverkaufsrechte durch den Staat. Ein Vorvertrag wird in Griechenland nicht verwendet.

Beim Grundstückskauf ist Vorsicht geboten

Wer sich für ein Grundstück in Griechenland interessiert, um dies zu bebauen, sollte darauf achten, dass dieses nicht in einem Waldschutzgebiet liegt, da es sonst nicht bebaubar und damit praktisch wertlos ist. Außerdem müssen Grundstücke mindestens 4000 Quadratmeter groß (in einigen Gebieten auch deutlich größer) sein, um bebaut werden zu können.

Kaufnebenkosten: Der Verkäufer zahlt die Maklercourtage. Die Kaufnebenkosten lassen sich nicht genau prozentual beziffern, da die Rechtsanwaltsgebühr für eine Grundstücksübertragung mit mindestens 2000 Euro zu Buche schlägt. Die Grundbucheintragung kostet etwa 0,4 Prozent der Kaufpreissumme, Notargebühren etwa zwei Prozent, die Grunderwerbsteuer liegt zwischen sieben und elf Prozent.

Die Grundstücksersitzung

Das Grundbuchwesen in Griechenland bewegt sich nicht auf deutschem Niveau. Zwar werden Grundstücke auf einem Lageplan durch einen Ingenieur festgelegt und ein personenorientiertes Grundbuch geführt. Jedoch besteht erst Rechtssicherheit beim Kauf durch das sogenannte Grundstücksersitzen, indem der Eigentümer ein Grundstück mindestens 20 Jahre besitzt.

Finanzierung: Grundsätzlich ist eine Finanzierung über deutsche Banken oder Bausparkassen vereinzelt möglich, allerdings nur durch Sicherheiten in Deutschland.

Steuern: Die Grundsteuer beträgt bis zu drei Prozent. Eine Spekulationssteuer von bis zu 25 Prozent kann bei Verkäufen anfallen.

Versicherungen: In Griechenland bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Je nach Familienstand und Verwandtschaftsgrad fällt bei Schenkung oder Vererbung eine Schenkungsteuer von 5 bis 65 Prozent an. Allerdings gelten - wie beim Erwerb - in manchen Grenzgebieten für Ausländer Beschränkungen beim Vererben oder Schenken von Immobilien.



Großbritannien

Immobilienkauf: Für EU-Ausländer bestehen keine Erwerbsbeschränkungen. Vorverträge werden in Großbritannien grundsätzlich nicht geschlossen. Zum Immobilienerwerb ist ein Rechtsanwalt notwendig, der den umfassenden Papierkram erledigt, der gleichzeitig als Treuhänder für die Übermittlung der Kaufsumme dient. Und auch ein Wertgutachten sollte eingeholt werden.

Kein einheitliches Immobilienrechtssystem

Beachten Sie, dass es zwischen einzelnen Landesteilen wie beispielsweise Schottland oder England unterschiedliche Auffassungen im Immobilienrecht gibt. Fragen Sie deshalb auch vor dem Kauf Spezialisten zu diesem Thema, die Sie bei besonderen Fragestellungen beraten können.

Kaufnebenkosten: Grundsätzlich zahlt der Verkäufer die Maklercourtage. Es fallen Nebenkosten in Höhe von 1,4 bis 5,4 Prozent des Kaufpreises an. Außerdem fällt eine Registergebühr (Grundbuch) in Höhe von etwa 0,4 Prozent an. Rechtsanwaltskosten betragen etwa ein Prozent und die Grunderwerbsteuer null bis vier Prozent je nach Wert des Objektes.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken, Sparkassen oder Bausparkassen ist gegen hiesige Sicherheiten vereinzelt möglich.

Steuern: Es fällt keine Grundsteuer und Spekulationssteuer an.

Versicherungen: In Großbritannien bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Versicherungen mit Auflagen

In Großbritannien ist es üblich, dass die Versicherungsunter-nehmen bestimmte Auflagen oder Ausschlüsse vornehmen, beispielsweise wenn Gebäude als Ferienimmobilien genutzt werden.

Vererben/Schenkung: Es gibt keine Einschränkungen beim Vererben oder Schenken von Immobilien. Die Erbschaftsteuer beträgt bis zu 40 Prozent.



Italien

Immobilienkauf: Es gibt keine Beschränkung beim Erwerb von Immobilien. Vorverträge sind üblich und bindend, eine Anzahlung in Höhe von bis zu 30 Prozent gilt als normal. Tritt der Käufer dennoch vom Vertrag zurück, so ist die Anzahlung in der Regel fällig.

Das italienische Immobilienregister ist dem deutschen Grundbuch nicht vergleichbar, da es nicht die gleiche rechtliche Stellung aufweist. Der notarielle Kaufvertrag besiegelt den Kaufvorgang und die Eigentumsübertragung.

Nur mit Steuernummer

Für jedes Rechtsgeschäft ist in Italien eine Steuernummer notwendig, die über das Bezirkssteueramt erhältlich ist.

Kaufnebenkosten: Der Verkäufer zahlt die Maklercourtage. Die Nebenkosten betragen zwischen sieben und 18 Prozent des Kaufpreises. Die Registereintragung kostet zwischen vier bis zehn Prozent bei Ferienimmobilien, hinzukommt die Grunderwerbsteuer in Höhe von drei bis acht Prozent.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken oder Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich.

Steuern: Die Grundsteuer beträgt zwischen vier und sieben Prozent, die Spekulationssteuer bis zu acht Prozent, die Erbschafts- oder Schenkungsteuer bis zu 33 Prozent.

Versicherungen: In Italien bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Das Vererben oder Verschenken der Immobilie ist uneingeschränkt möglich.



Niederlande

Immobilienkauf: Grundsätzlich gibt es in den Niederlanden keine Erwerbsbeschränkungen für EU-Ausländer. Allerdings können viele Gebäude nur als Erstwohnsitz erworben werden. Vorverträge sind bindend.

Der Kaufvertrag muss vor einem holländischen Notar geschlossen werden, der auch die Eintragung ins Immobilienregister vornimmt. Ferienhäuser, die durch Ferienhausgesellschaften angeboten werden, dürfen nicht ganzjährig bewohnt werden.

Ferienhausgesellschaften

Kaufnebenkosten: Die Maklercourtage beträgt bis zu zwei Prozent des Kaufpreises. Die Kaufnebenkosten liegen bei etwa sieben bis zehn Prozent. Registerkosten ab 100 Euro, Notargebühren 0,7 bis 3,3 Prozent, Grunderwerbsteuer sechs Prozent.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken oder Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich.

Steuern: Die Grundsteuern werden von den Kommunen festgelegt, sie betragen etwa bis zu sechs Prozent. Eine Spekulationssteuer fällt nur an, wenn ein vermietetes Objekt veräußert wird.

Versicherungen: In den Niederlanden bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Es kann das holländische Recht über Vererbung oder Schenkung zur Anwendung kommen, wenn der Erblasser oder Schenker mindestens fünf Jahre in den Niederlanden seinen Hauptwohnsitz hatte.



Österreich

Immobilienkauf: Der Erwerb von Immobilien in Österreich durch EU-Ausländer unterliegt bestimmten Beschränkungen. Vorverträge sind aufgrund der Erwerbsbeschränkungsregeln nicht ratsam. Erst durch die Eintragung ins Grundbuch ist der Eigentümerwechsel vollzogen.

Erwerbsgenehmigung erforderlich

Ein Immobilienkauf ist für Ausländer in Österreich genehmigungspflichtig. Da die Bundesländer hier eigene Gestaltungsfreiheit haben, gibt es auch unterschiedliche Erwerbsbeschränkungen. Ausgestellt wird die Genehmigung durch die Ausländergrundverkehrsbehörde. Hierzu sollte ein Notar oder Makler befragt werden.

Kaufnebenkosten: Die Maklercourtage beträgt rund sechs Prozent des Kaufpreises und wird normalerweise zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Die weiteren Kaufnebenkosten liegen bei etwa 6,3 Prozent. Eine Grundbucheintragung kostet ein Prozent, die Notargebühren betragen 1,8 Prozent und die Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken, Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich. Liegt das erworbene Objekt in einem Beschränkungsgebiet, so wird eine Risikoprämie veranschlagt, da die Gebäude schwerer zu veräußern sind.

Steuern: Die Grundsteuer beträgt ein Prozent. Eine Spekulationssteuer fällt nicht an. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer liegt zwischen zwei und 60 Prozent.

Versicherungen: In Österreich bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Immobilien können grundsätzlich ohne Einschränkungen vererbt oder verschenkt werden.



Portugal

Immobilienkauf: Grundsätzlich gibt es für EU-Ausländer keine Einschränkungen beim Erwerb von Immobilien. Es ist nur ein beglaubigter Vorvertrag gültig mit Eigentumsvormerkung im Grundbuch. Die endgültige Eigentumsübertragung wird durch einen (notariellen) Kaufvertrag in Kraft gesetzt und muss im Grundbuch registriert werden.

Beglaubigter Vorvertrag

Der Käufer sollte sich vom Eigentümer alle Unterlagen vorlegen lassen, die eine Baugenehmigung und Wohngenehmigung ausweisen, um die Rechtsgültigkeit durch einen Fachmann überprüfen zu lassen.

Kaufnebenkosten: Der Verkäufer bezahlt die Maklercourtage. Die Nebenkosten sind für Grunderwerbsteuer und Grundbucheintrag bis 162.000 Euro gestaffelt. Danach fallen einheitlich zehn Prozent an. Anwaltskosten müssen mit rund 1.500 Euro veranschlagt werden, Notargebühren liegen bei 0,45 Prozent und die Stempelsteuer bei 0,8 Prozent.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken oder Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich.

Steuern: Die Grundsteuer beträgt zwischen 0,7 und 1,3 Prozent, bei Objekten bis 150.000 Euro entfällt die Steuer. Die Spekulationssteuer beträgt 24 Prozent, bei Wiederanlage in Immobilien binnen zwei Jahren entfällt die Spekulationssteuer. Erbschaft- und Schenkungsteuer betragen bis zu 50 Prozent.

Versicherungen: In Portugal bestehen keine Pflichtversicherungen. Daher liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Immobilien können grundsätzlich ohne Einschränkungen vererbt oder verschenkt werden.



Schweiz

Immobilienkauf: In der Schweiz gelten für EU-Ausländer Erwerbsbeschränkungen. Eine Bewilligung bei den Kantonsbehörden muss beantragt werden, es sei denn, es handelt sich beim Erwerber um einen Grenzgänger, der einen Zweitwohnsitz erwerben möchte, oder um einen Ausländer mit einer gültigen Aufenthaltserlaubnis. Reine Kapitalanlagen zur Vermietung sind Ausländern untersagt. Das Kaufverfahren einschließlich der Grundbucheintragung ist mit dem Ablauf in Deutschland vergleichbar.

Ferienwohnungen zum Teil kontingentiert

In einigen Kantonen gelten auch Beschränkungen beim Erwerb von Ferienwohnungen, es sind dann in Feriengebieten nur bestimmte Kontingente für Ausländer frei. Ohne rechtskräftige Bewilligung bleibt ein Kauf unwirksam.

Kaufnebenkosten: Notarkosten betragen mindestens 300 sfr, die Grundbucheintragung etwa zwei Prozent und die Grunderwerbsteuer zwischen ein und drei Prozent, die zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken, Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich.

Steuern: Die Grundsteuer beträgt zwischen 0,5 und 3 Prozent, zum Teil fällt auch noch eine Liegenschaftssteuer in Höhe von 0,3 bis 3 Prozent des Verkehrswertes an. Je nach Kanton liegt die Spekulationssteuer bei 52,05 Prozent, die Erbschaft- und Schenkungsteuer beträgt zwischen zwei und sechs Prozent.

Versicherungen: In der Schweiz sind Gebäude- und Feuerversicherungen Pflichtversicherungen für Eigentümer, ansonsten liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Immobilien können grundsätzlich ohne Einschränkungen vererbt oder verschenkt werden.



Spanien

Immobilienkauf: Grundsätzlich gibt es für EU-Ausländer keine Einschränkungen beim Erwerb von Immobilien, allerdings bestehen außerhalb urbanisierter Zonen beispielsweise auf bestimmten Inseln und bei Landschaftsschutzgebieten Beschränkungen.

Vorverträge, auch nur mündlich, sind in Spanien gültig. Wichtig sind außerdem Belege über Baugenehmigungen, Nutzungsrechte und Steuerzahlungen. Beim Kauf ist ein sofortiger Eintrag ins Grundbuch wichtig, nur dieser bietet Schutz gegen den Verkauf an Dritte. Ein Vorvertrag ist bindend und es werden Anzahlungen fällig.

Keine vermieteten Wohnungen kaufen

Der Käufer sollte beim Immobilienerwerb in Spanien darauf achten, dass die Wohnung mietfrei ist. In Spanien haben Mieter sehr starke Rechte, sodass der Käufer sonst lange darauf warten müsste, die Wohnung einmal selbst zu benutzen.

Kaufnebenkosten: Es fällt eine Maklercourtage von sieben Prozent an, die der Verkäufer bezahlt. Die Kaufnebenkosten liegen bei neun bis zehn Prozent. Die Grundbucheintragung beläuft sich auf 1,5 Prozent, die Notargebühren ebenfalls auf 1,5 Prozent und die Grunderwerbsteuer schlägt mit sieben Prozent bei Neubauten und sechs Prozent bei gebrauchten Immobilien zu Buche.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken, Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich.

Steuern: Die Grundsteuer in Spanien beträgt etwa 0,2 bis 0,3 Prozent. Eine Spekulationssteuer (Wertzuwachssteuer) ist zu zahlen in Abhängigkeit der Haltedauer und dem jetzigen Markt- bzw. Verkaufswert.

Versicherungen: In Spanien bestehen keine Pflichtversicherungen für Eigentümer, ansonsten liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Immobilien können grundsätzlich ohne Einschränkungen vererbt oder verschenkt werden. Bei Schenkungen fällt allerdings zusätzlich noch die Wertzuwachssteuer an.



USA

Immobilienkauf: In den USA wird ein Objekt in der Regel über einen Makler erworben. Außerdem sollte ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden, da eine Vielzahl von Formalitäten durchgeführt werden müssen. Wichtig sind die vorzulegenden Eigentumsnachweise. Bei Verkauf sollten die Eigentumsverhältnisse sofort ins Grundbuch eingetragen werden.

Eigentumsversicherung

In den USA gibt es eine Versicherung gegen Rechtsmängel aus Eigentumsübertragung. Diese muss mit allen korrekten Daten vom Verkäufer vorliegen.

Kaufnebenkosten: Die Maklercourtage übernimmt der Verkäufer. Die Rechtsanwaltsgebühren liegen etwa bei 1,5 Prozent des Kaufpreises.

Finanzierung: Eine Finanzierung über deutsche Banken, Sparkassen oder Bausparkassen ist vereinzelt möglich.

Die eigene Suche nach einer Immobilie ist in den USA in der Regel nicht üblich.

Steuern: Die Grundsteuer beträgt etwa ein bis zwei Prozent des Kaufpreises. Beim Verkauf wird eine Spekulationssteuer (bis zu 20 Prozent) sowie eine Quellensteuer in Höhe von zehn Prozent auf den Verkaufspreis fällig. Ohne Spekulationsgewinne kann auch die Quellensteuer entfallen. Die Erbschaft- und Schenkungsteuer kann bis zu 55 Prozent betragen. Durch das deutsch-amerikanische Doppelbesteuerungsabkommen wird die Erbschaftsteuer in Deutschland angerechnet.

Versicherungen: In den USA bestehen keine Pflichtversicherungen für Eigentümer. Ansonsten liegt es im Ermessen des Erwerbers, sich um einen ausreichenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Vererben/Schenkung: Immobilien können grundsätzlich ohne Einschränkungen vererbt oder verschenkt werden.

Besonderheit: Erwerb als juristische Person

In den USA ist es möglich, eine Gesellschaft zu gründen, welche die Immobilie kauft; dies bringt Vorteile im Schadenfall und im Rahmen der Erbschaftsteuer mit sich. Ein amerikanischer Rechtsanwalt kann hierzu beraten.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

Es schreibt für Sie

Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz