Freitag, 18.10.2013 | Autor: Judith Engst, Foto: MEV Verlag GmbH, Germany

Zweitwohnungsteuer: Auch das Gartenhäuschen ist nicht sicher

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Worum geht´s

• Zweitwohnungsteuer
• Gartenhaus/Gartenlaube
• Gerichtsentscheidung

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Kann es wahr sein? Manche Kommunen erheben sogar auf Gartenhäuschen Zweitwohnungsteuer. Ganz schön dreist. Da stellt sich die Frage, ob sie das überhaupt dürfen. Dazu hat sich aktuell das Oberverwaltungsgericht Greifswald geäußert. 

Im entschiedenen Fall ging es allerdings quasi um ein Gartenhäuschen in der Luxusausführung. Es gab dort sowohl Kochmöglichkeit als auch Schlafplätze. Toilette und Bad fehlten ebenfalls nicht bei der Ausstattung. Das kann die Kommune in der Tat als Zweitwohnung einstufen, bestätigte das Gericht (OVG Greifswald, 25.02.2013, 1 M 72/12).

  

Diese Steuer gibt es nicht überall  
Übrigens ist die Zweitwohnungsteuer eine kommunale Steuer, die nicht jede Stadt oder Gemeinde erhebt. Rund 12.000 Städte und Gemeinden gibt es in Deutschland. Zweitwohnungsteuer erheben aber nur etwa 400 Kommunen.

Vor allem die größeren Städte machen allerdings gerne von der Möglichkeit Gebrauch, per Satzung eine solche Steuer einzuführen. Sie wird dann gleichermaßen wirksam für die Zweitwohnung am Beschäftigungsort, für ein Studentenappartement, eine Ferienwohnung - oder wie im entschiedenen Fall für eine bewohnbare Gartenlaube.

Wer Zweitwohnungsteuer zahlen muss
Der Zweitwohnungsteuer entkommen Sie nicht dadurch, dass Sie Erstwohnung und Zweitwohnung in ein und derselben Stadt oder Gemeinde haben. Sie werden auch in einem solchen Fall zur Kasse gebeten.

Wenn Sie einen Zweitwohnsitz anmelden, werden Sie einen Steuerbescheid erhalten, sofern die betreffende Kommune diese Steuer erhebt. Aber auch wer auf die Anmeldung eines Zweitwohnsitzes verzichtet, wird früher oder später entdeckt - und muss zahlen.

Vermietete (und nicht selbstgenutzte) Immobilien zählen allerdings steuerrechtlich nicht als Zweitwohnung. Für die Steuer herangezogen werden nur Häuser und Wohnungen, die Sie selbst nutzen (Zweitwohnung im Sinne des Melderechts).

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Unglaublich, was den Kämmerern der Städte und Gemeinden so alles einfällt. In Sachen Kreativität könnten sie es glatt mit mancher Werbeagentur aufnehmen. Kreativ sind sie vor allem bei der Erfindung neuer kommunaler Steuern. Oder bei der Ausweitung vorhandener Steuern auf neue Anwendungsbereiche. 

 meineimmobilie.de-Tipp

Zurück zum Thema Gartenhäuschen: Ob ein solches Häuschen tatsächlich als Zweitwohnung genutzt wird oder nicht, ist in Bezug auf die Steuerfestsetzung unwichtig. Es genügt, dass es sich von der Ausstattung her dafür eignet. Sprich: Es muss bewohnbar sein.


Im Umkehrschluss heißt das: Solange Ihre Gartenlaube nicht zugleich Küche oder Kochnische, Schlafplätze, Bad und Toilette besitzt, besteht auch nicht die Gefahr, dass sie als steuerpflichtige Zweitwohnung eingestuft wird. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Sie von Zeit zu Zeit darin übernachten.