Freitag, 26.04.2013 | Autor: Judith Engst

Steuer-Spartipp: Auch Mieter können Nebenkosten absetzen

Worum geht´s
  • steuerliche Absetzbarkeit von Nebenkosten
  • haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Handwerkerkosten

Die Nebenkostenabrechnung ist für Mieter meist ein unerfreuliches Thema. Sie können Ihren Mietern dieses Thema aber schmackhaft machen. Und zwar, indem Sie sie darüber informieren, dass Teile davon steuerlich absetzbar sind.

Die wenigsten Mieter wissen, dass sich viele Nebenkosten absetzen lassen. Nämlich konkret diejenigen, die sich auf haushaltsnahe Dienstleistungen beziehen. Es spielt dabei keine Rolle, dass ein Mieter nicht direkt der Rechnungsempfänger ist. Beträge aus der Nebenkostenabrechnung, die auf solche Leistungen entfallen, sind steuerlich absetzbar.

Konkret: Wann auch immer Sie als Vermieter Aufgaben nicht selbst erledigen, sondern fremd vergeben, sind diese Leistungen absetzbar. Bei Handwerkern und sonstigen Selbstständigen vermindert sich die Steuerschuld um 20 Prozent der Rechnungssumme, maximal aber um 1.200 Euro (Rechnungssumme bis zu 6.000 Euro).

Das betrifft etwa die Tätigkeiten eines Hauswarts, die Wartung und Instandsetzung von Aufzügen, die regelmäßige Inspektion der Heizungsanlage, die Reinigung der Dachrinnen oder die Leistungen des Schornsteinfegers.

Absetzbar sind aber auch Nebenkosten, die auf Mini-Jobber entfallen. Etwa zur Erledigung von Reinigungs- und Gartenarbeiten (Rasenmähen, Heckenschneiden etc.). Auch hier darf ein Mieter 20 Prozent der Kosten von seiner Steuerschuld abziehen. Das Maximum bei Minijobbern beschränkt sich allerdings auf 510 Euro Euro.

Im Übrigen spielt es dabei keine Rolle, dass Sie als Vermieter derlei Kosten bereits als Werbungskosten in der Anlage V (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) Ihrer Steuererklärung geltend gemacht haben. Denn zugleich erhöht sich ja Ihr Einkommen um die Nebenkostenvoraus- beziehungsweise -nachzahlungen Ihrer Mieter. Unter dem Strich sind Ihre Ausgaben und Einnahmen damit steuerneutral. Also steht nichts der Tatsache im Weg, dass Ihre Mieter diese Kosten steuerlich geltend machen können.

Wichtig: Mieter können jeweils anteilig die Nebenkostenvorauszahlungen oder -nachzahlungen absetzen, die im Veranlagungsjahr geflossen sind. Liegt die neue Nebenkostenabrechnung aus dem betreffenden Jahr noch nicht vor, dann sollte die letzte NK-Abrechnung zugrunde gelegt werden.

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MEHR WISSEN: Auch Ihr Mieter dankt es Ihnen, wenn Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen ausweisen. Denn diese kann er von den Steuern absetzen.
News: Hausbesitzer können Handwerkerkosten bis zu 1.200 Euro seit Anfang 2009 von den Steuern absetzten. Allerdings nur, wenn es sich dabei um eine Reparatur und keine Neuerstellung am Wohneigentum handelt.

 meineimmobilie.de-Tipp

Informieren Sie Ihre Mieter über die Sparmöglichkeiten. Stellen Sie ihnen zu Nachweiszwecken eine Rechnungskopie über die geleisteten Arbeiten zur Verfügung. Absetzbar sind jeweils nur die Arbeits-, nicht aber die Materialkosten.

 

So lässt sich womöglich Streit über die Nebenkosten-Abrechnung und über die Notwendigkeit einzelner Maßnahmen auf elegante Weise vermeiden.