Montag, 08.11.2010 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

So machen Sie als Vermieter Ihre Fahrtkosten steuerlich geltend

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Worum geht´s

Fahrten zur Immobilie: So setzen Sie die von der Steuer ab

Wussten Sie, dass Sie als Vermieter Ihre Reisekosten von der Steuer absetzen können? Mit jeder Fahrt zu Ihrer Immobilie können Sie das Finanzamt an diesen Kosten beteiligen.

Vermietern ist oft nicht bewusst, was für Unternehmer und Selbstständige längst selbstverständlich ist: die Geltendmachung von Reisekosten. Und das kann ein beträchtlicher Batzen sein.

Vor allem, wenn Ihre Mietimmobilie nicht in der Nähe, sondern einige hundert Kilometer entfernt von Ihrem Wohnort liegt. Dann sollten Sie die Reisekosten nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Machen Sie die in der Steuererklärung geltend. So geht's:

Führen Sie ein Fahrtenbuch fürs Finanzamt

Ob zur Eigentümerversammlung, zur Durchführung oder Überwachung von Reparaturen oder zur Besichtigung Ihres Mietobjekts: Listen Sie jede Fahrt sorgfältig auf.

Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterweg sind, reicht die Fahrkarte als Nachweis.

Fahren Sie dagegen mit dem Auto, halten Sie die Zahl der gefahrenen Kilometer fest und nehmen Sie sie mit der Kilometerpauschale von 0,30 Euro/Kilometer mal. Den Betrag, der daraus resultiert, machen Sie in der Anlage V als Werbungskosten geltend.

Ein einfaches Rechenbeispiel:

Ihre Mietimmobilie liegt 250 Kilometer von Ihrem Wohnort entfernt, Hin- und Rückfahrt zusammen ergeben also eine Strecke von 500 Kilometern, die Sie mit dem Auto zurücklegen.

Im vergangenen Jahr sind Sie insgesamt 6 Mal dorthin gefahren. Sie können also (500 x 6 x 0,30 Euro) insgesamt 900 Euro allein als Fahrtkosten von der Steuer absetzen.

Bei einem persönlichen Einkommenssteuersatz von 33 Prozent wären dies 300 Euro Steuerersparnis. Ein solches Sparpotenzial sollten Sie sich in vergleichbaren Fällen nicht entgehen lassen.

Nur Fahrten mit dem Privatwagen können Sie absetzen

Aber Achtung: Nur bei Privatwagen lohnt es sich, die Reisekosten anzugeben. Fahren Sie dagegen als Unternehmer oder Freiberufler mit einem Geschäftswagen zu Ihrer Mietimmobilie, gelten die Fahrten zur Mietimmobilie als steuerpflichtige Privatentnahme von Betriebsvermögen.

Da kann es sein, dass Sie gar nichts sparen, sondern drauflegen, wenn Sie die Fahrtkosten geltend machen.

 

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

Ihr Mietshaus oder Ihre Mietimmobilie ist an einem anderen Ort als an Ihrem Wohnort? Dann betrifft das seit 1.1.2014 geltende Reisekostenrecht auch Sie als Vermieter! Sie können ab sofort für Ihre Fahrten dorthin oft mehr absetzen als bisher.
Fahrtkosten sollten Sie als Vermieter nicht vergessen: Ob für Reparaturen, fürs Rasenmähen, für ein Gespräch mit dem Mieter oder für das Ablesen von Strom- und Wasserzählern: Jede Fahrt zu Ihrem Mietobjekt können Sie von der Steuer absetzen. Es lohnt sich also, die Fahrten genau aufzulisten.  

 meineimmobilie.de-Tipp

Vergessen Sie bei Ihrer Fahrtkostenabrechnung mit dem Finanzamt die Verpflegungspauschale nicht.

 

Absetzbar sind beispielsweise die gezahlten Übernachtungskosten.

 

Daneben können Sie auch noch die Verpflegungspauschale geltend machen. Bei einer Abwesenheit zwischen 8 und 14 Stunden konnten Sie noch bis zum 31.12.2013 lediglich 6 Euro als Verpflegungspauschale absetzen. Eine Abwesenheit von über 14 bis unter 24 Stunden brachten 12 Euro. Volle 24 Euro können Sie nach wie vor absetzen, wenn Sie einen gesamten Kalendertag (0:00 bis 24:00 Uhr) abwesend sind.

 

Seit Anfang 2014 sind die Verpflegungspauschalen nur noch 2-stufig (entweder 12 oder 24 Euro) . 12 EUR können Sie stets absetzen,

• wenn Sie mindestens 8, aber weniger als 24 Stunden abwesend sind und zudem
• am An- und Abreisetag, auch wenn Ihre Abwesenheit dann kürzer ausfällt.

Sind Sie 24 Stunden abwesend, bekommen Sie für den Tag auch 24 EUR.