Sonntag, 23.02.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: Agentur: MEV

Schornsteinfeger-Rechnung: Wie die ab 2014 fürs Finanzamt aussehen muss

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Worum geht´s

• Schornsteinfeger
• Gutachtertätigkeiten
• haushaltsnahe Handwerkerleistungen

Stichworte zu diesem Thema

Eigenheimbesitzer aufgepasst: Ab dem Jahr 2014 sollten Sie von Ihrem Schornsteinfeger eine spezielle Rechnung verlangen. Nämlich eine, in der Feuerstättenschau und Kehrarbeiten getrennt ausgewiesen sind. So will es das Finanzamt.

Ab 2014 können Sie Ihre Schornsteinfeger-Rechnung nicht mehr in voller Höhe von der Steuer absetzen. Das hat das Bundesfinanzministerium bekannt gegeben. Mit Schreiben vom 10.01.2014 (Az. IV C 4 - S 2296 - b/07/000 3 :004) hat es präzisiert, was noch als „haushaltsnahe Handwerkerleistung“ nach § 35a Abs. 3 Einkommensteuergesetz gilt und was nicht.

Schornsteinfegerkosten: Gutachtertätigkeiten sind nicht absetzbar

Fürs Finanzamt müssen Sie als Eigenheimbesitzer bei der Schornsteinfegerrechnung künftig zwischen (nicht mehr absetzbaren!) reinen Gutachtertätigkeiten und echten Handwerkerleistungen unterscheiden.

Reine Gutachtertätigkeiten sind etwa die Feuerstättenschau oder die Abgasmessung bei Heizungsanlagen. Diese sind nicht mehr absetzbar. Absetzbar sind dagegen die eigentlichen Handwerkerleistungen wie etwa das Kaminkehren.

Messen und Überprüfen sind keine Handwerkerleistungen

Und nicht nur der Schornsteinfeger ist von dieser Regelung betroffen, sondern auch andere Handwerker sind davon betroffen. So beispielsweise der Handwerker, der eine Dichtigkeitsprüfung bei Abwasserrohren durchführt.

Denn auch diese Handwerkerleistung ist künftig steuerlich nicht mehr absetzbar - die eventuell vorgenommenen Reparaturarbeiten dagegen schon.

Gleiches gilt etwa für die technische Überprüfung von Aufzügen oder Blitzschutzanlagen und andere Tätigkeiten, bei denen nur die Begutachtung und nicht die Reparatur im Mittelpunkt steht.

Fürs Finanzamt: Wie Ihre Handwerkerrechnung künftig aussehen sollte

Verlangen Sie nach wie vor eine Rechnung vom Kaminfeger und allen sonstigen Handwerkern und Dienstleistungen, die zu Ihnen ins Haus kommen.

Bitten Sie sie aber, in der Rechnung die Kosten strikt zu trennen und aufzuteilen nach

- Gutachterleistung und

- nach Handwerkerleistung.

Aus den Handwerkerleistungen sollte außerdem der Materialaufwand herausgerechnet werden - auch der ist nicht als haushaltsnahe Handwerkerleistung absetzbar, sondern nur die reinen Arbeitskosten.

Wenn Sie die betreffende Rechnung dann per Überweisung oder Bankeinzug begleichen, ist immerhin der Anteil, der auf die Handwerkerleistungen (reine Arbeitskosten) entfällt, absetzbar.

Steuererklärung für 2013: Noch ist der volle Rechnungsbetrag absetzbar

Beachten Sie aber: Für Ihre Steuererklärung 2013 ist die Schornsteinfeger-Rechnung (und nur diese) noch voll absetzbar.

Für diese Steuererklärung müssen Sie also die Kosten für Gutachter- und Handwerkerleistungen noch nicht strikt trennen. 20 % der Arbeitskosten des Schornsteinfegers (maximal 1.200 Euro pro Jahr) können Sie als „haushaltsnahe Handwerkerleistung“ direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen - ganz gleich, was er macht.

Erst für 2014 müssen Sie etwas genauer auf Ihre Rechnung schauen.

 

 

Kommentare (1)

3.3.2014, 20:26 Uhr von Wolfgang Frei Profil ansehen
Die sog. Feuerstättenschau ist eine Tätigkeit, die ausschließlich dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger (bBSF) vorbehalten ist. Die Kehrarbeiten können, alternativ zur Durchführung durch den bBSF, auch durch freie Schornsteinfeger durchgeführt werden. Beauftragen Sie freie Schornsteinfeger mit der Durchführung der Kehrarbeiten, bekommen Sie eine gesonderte Rechnung für die Kehrarbeiten. Die Rechnung für die Feuerstättenschau stellt weiterhin der bBSF. Somit entstehen Ihnen keine Probleme im Sinne der o. g. Abgrenzung. Nach meiner Meinung ist das ein klares Statement des BFM. Hier werden die staatlichen/ behördlichen Aufgaben (z. B. die Feuerstättenschau), die der bBSF hat, von seinen gewerblichen Interessen (z. B. kehren), für den Steuerzahler deutlich erkennbar, abgegrenzt.
Weniger Steuern zahlen - davon träumt auch Ihr Mieter. Deswegen sollten Sie in Ihrer Betriebskostenabrechnung bei den Rechnungen, in denen haushaltsnahe Dienstleistungen stecken, diese dem Mieter auch ausweisen. Viel Arbeit ohne Geld? Ja, aber Vermieterpflicht, wenn der Mieter darauf besteht!
  Mit haushaltsnahen Handwerkerrechnungen lassen sich Steuern sparen. Darunter ...

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Neuregelung zur Trennung von Gutachter- und "echten" Handwerkerleistungen kann Sie völlig kalt lassen, wenn es um eine Immobilie geht, die Sie vermieten und nicht selbst bewohnen.

In diesem Fall können Sie nämlich nach wie vor die gesamten Aufwendungen als Werbungskosten in der Anlage V geltend machen. Ob es sich dabei dann um eine Gutachtertätigkeit oder Handwerkerleistung gehandelt hat, interessiert das Finanzamt dann nicht.