Samstag, 18.10.2014 | Autor: Judith Engst , Foto: © sasel77 - Fotolia.com

Öltankversicherung: absetzbar oder nicht?

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Worum geht´s

• Gewässerschadenhaftpflicht
• Öltankversicherung
• Steuerliche Absetzbarkeit

Hat Ihr Haus eine Ölheizung, tun Sie gut daran, eine Gewässerschadenhaftpflicht (Öltankversicherung) abzuschließen. Die Prämien dafür mindern Ihre Steuerlast – allerdings nicht in jedem Fall.

Ob die Versicherungsprämien für eine Gewässerschadenhaftpflicht absetzbar sind oder nicht, hängt davon ab, ob Sie die Immobilie selbst bewohnen, gewerblich nutzen oder vermieten.

Bei Eigenheimen sind die Versicherungskosten nicht absetzbar, bei gewerblich genutzten oder vermieteten Immobilien dagegen schon.

Haftpflicht bei Eigenheimbesitzer: Nicht jede ist absetzbar

Normalerweise können Sie Ihre Haftpflichtversicherungen sehr wohl von der Steuer absetzen, und zwar als Sonderausgabe.

Das gilt allerdings nur für solche Policen, die Ihrer persönlichen Absicherung dienen. Also beispielsweise Ihre Privathaftpflicht, die sie vor Vermögensschäden im Haftungsfall schützt. Oder eine Krankenversicherung, die Ihre Behandlungskosten im Krankheitsfall übernimmt.

Gewerbliche Nutzer können die Öltankversicherung absetzen

Sie nutzen eine Immobilie gewerblich beziehungsweise für eine freiberufliche selbstständige Tätigkeit? Dann können Sie die Prämien für die Öltankversicherung tatsächlich in der Steuererklärung geltend machen.

Das sind Werbungskosten, die unmittelbar mit Ihren Einkünften aus Gewerbebetrieb bzw. selbstständiger Arbeit zusammenhängen. Das gilt übrigens auch, wenn Sie die Immobilie nur gemietet haben und dieser Posten auf Ihrer Nebenkostenabrechnung erscheint.

Vermieter: Öltankversicherung ist absetzbar und umlegbar

Auch bei Vermietern mindern die Prämien zur Öltankversicherung die Steuerlast, denn Sie können diese bei den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung in der Anlage V als Ausgaben angeben.

Legen Sie die Versicherungskosten auch im Rahmen der Betriebskostenabrechnung auf den Mieter um, müssen Sie die Kosten allerdings auch dort als "Einnahmen" angeben. Also eigentlich eine Null-Rechnung.

Etwas anderes gilt, wenn Ihre Immobilie (oder einzelne Wohnungen darin) nicht vermietet sind oder Sie Zahlungsausfälle bei den Nebenkosten haben. Dann haben Sie die Gewässerschadenhaftpflicht als Ausgabe, aber dafür keine Einnahmen auf der Gegenseite.

 

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Schätzungsweise 6,3 Millionen Ölheizungen gibt es noch in Deutschland und mindestens genau so viele Öltanks. Die müssen – je nach Größe und Standort – regelmäßig überprüft werden. Der Gesetzgeber plant, ab 2013 die Prüfpflichten zu verschärfen.
Undichte Heizöltanks sind ein Umweltrisiko. Bereits ein Liter ausgetretenes Heizöl kann bis zu 1.000.000 Liter Grundwasser verschmutzen. Dazu kann auslaufendes Heizöl erhebliche Sanierungskosten nach sich ziehen, die der Öltankbetreiber möglicherweise selbst zu zahlen hat. Eine regelmäßige Prüfung des Öltanks schützt die Umwelt und das Portemonnaie des Immobilienbesitzers. 
  Ob Sie die Kosten für die Öltankreinigung umlegen dürfen, war lange Zeit umstritten - bis der Bundesgerichtshof für Klarheit gesorgt hat ...
  Diese Kosten zählen zu den Kosten der Sach- und ...

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Tanks regelmäßig warten lassen

Zwischen 25 und 250 Euro müssen Sie jährlich für eine Gewässerschadenhaftpflicht hinlegen. Bei oberirdischen Tanks ist diese Police günstiger als bei unterirdischen.

 

Wichtig: Lassen Sie die Tanks trotzdem regelmäßig warten und halten Sie alle Vorschriften zu ihrer Sicherheit ein, auch wenn Ihr Schornsteinfeger nicht so genau hinschaut. Diese Vorschriften können - etwa in Hochwassergebieten oder Trinkwasserzonen - recht umfangreich ein. Aber wer dagegen verstößt, riskiert, dass die Versicherung im Haftungsfall nicht zahlt.

 

Tritt Öl wegen mangelnder Sorgfalt beim Betanken aus und verunreinigt es das Grundwasser bzw. Erdreich, dann haften allerdings weder Sie noch die Gewässerschaden-Haftpflicht. Vielmehr muss dann der Heizöllieferant für den Schaden aufkommen. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt in einem entsprechenden Fall (17.08.2007, Az. 19 U 268/06).