Samstag, 06.04.2013 | Autor: Judith Engst , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Mietshaus weit weg? Setzen Sie Übernachtung und Verpflegung ab!

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Worum geht´s
  • Entfernt liegende Mietimmobilie
  • Übernachtungskosten geltend machen
  • Verpflegungspauschalen absetzen

"Nicht jeder wohnt direkt neben seinem Mietshaus. Bei mir liegt es einige hundert Kilometer von meimem Wohnort entfernt, weswegen ich immer im Hotel schlafen und auswärts essen muss. Kann ich als Vermieter diese Kosten absetzen?"

Selbstverständlich können Sie Übernachtung und Verpflegung steuerlich geltend machen, wenn Sie zu Ihrer Mietimmobilie fahren. Das sind Werbungskosten, die der Einkünfteerzielung dienen. Allerdings gibt es ein paar Besonderheiten, die Sie beachten müssen.

Bei den Übernachtungskosten gilt: Ohne Belege wird das Finanzamt nichts anerkennen. Sie müssen also die jeweiligen Hotel- oder Pensionsrechnungen vorlegen, um sie absetzen zu können. Pauschalierte Übernachtungskosten (z. B. 100 Euro pro Nacht) braucht der Fiskus nicht zu berücksichtigen.

Außerdem gilt: Sie können nicht einfach die volle Hotelrechnung ansetzen, sofern Sie eine Übernachtung mit Frühstück gebucht haben. Vielmehr dürfen Sie nur den reinen Übernachtungspreis ansetzen. Da das Frühstück einem anderen Mehrwertsteuersatz unterliegt (19 statt 7 Prozent) ist es in der Regel auch extra ausgewiesen. Fehlt der separate Ausweis des Frühstücks, müssen Sie die Rechnung um 4,80 Euro kürzen. Falls Sie mehrwertsteuerpflichtig sind, können Sie die Vorsteuer (also die auf den Rechnungsbetrag entfallende Mehrwertsteuer) geltend machen, sprich mit Ihrer Umsatzsteuerschuld verrechnen.

Bei der Verpflegung dagegen verzichtet das Finanzamt auf einen Einzelnachweis. Absetzbar sind dann aber nicht die tatsächlichen Kosten, sondern nur die so genannten Verpflegungspauschalen. Es kommt auf die Dauer der Abwesenheit (pro Kalendertag) an, welche Beträge Sie als Pauschale absetzen können:

  • mindestens 8 Stunden: 6 Euro
    (ab 2014: 12 Euro)
  • mindestens 14 Stunden: 12 Euro
  • volle 24 Stunden: 24 Euro

Diese Beträge mindern somit ebenso wie die tatsächlich gezahlten Übernachtungskosten Ihre Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

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Wer seinen Haus- und Grundbesitz vermietet, muss in der Regel häufig dorthin fahren. Z. B. um einem Mietinteressenten die Wohnung zu zeigen oder ...
Fahrtkosten sollten Sie als Vermieter nicht vergessen: Ob für Reparaturen, fürs Rasenmähen, für ein Gespräch mit dem Mieter oder für das Ablesen von Strom- und Wasserzählern: Jede Fahrt zu Ihrem Mietobjekt können Sie von der Steuer absetzen. Es lohnt sich also, die Fahrten genau aufzulisten.  

 meineimmobilie.de-Tipp

Führen Sie Buch über Ihre Fahrten zur Mietimmobilie. Denn nicht nur die tatsächlichen Übernachtungskosten sind absetzbar, sondern auch die Verpflegungspauschalen „läppern sich“.

 

Ab 2014 gibt es übrigens eine Vereinfachung. Dann rechnen Sie stets 12 Euro für jeden angebrochenen Tag und 24 Euro für jeden vollen Tag der Abwesenheit von zuhause.

 

Und nicht vergessen: Auch die Fahrtkosten sind absetzbar. Bei einer Anreise mit dem Auto sind das 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer.