Samstag, 30.03.2013 | Autor: Judith Engst , Foto: Agentur: MEV

Lohnsteuer sparen mit der Garagenmiete

Foto: Agentur: MEV
Worum geht´s
  • Garage für Dienstwagen
  • Vermietung als Steuersparmodell
  • Arbeitnehmer als Mieter

Sie vermieten nicht nur Wohnungen oder Häuser, sondern auch Garagen(stellplätze)? Dann sollten Sie dieses Steuersparmodell kennen, das für Ihre Mieter womöglich interessant ist und sich um die Garagenmiete dreht.

Angenommen, Ihr Mieter fährt einen Dienstwagen und stellt diesen in der Garage unter, die Sie an ihn vermietet haben. Dann kann er sich die Garagenmiete von seinem Arbeitgeber erstatten lassen. Warum sollte das für diesen interessant sein? Ganz einfach: Weil er - ebenso wie Ihr Mieter - dadurch Steuern und Sozialversicherungen spart.

Der Bundesfinanzhof hat dieses Steuersparmodell schon im Jahr 2002 für rechtens erklärt. Verlangt der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer, dass der Dienstwagen in einer Garage abzustellen ist und zahlt er ihm dafür eine Garagenmiete, dann ist diese Auszahlung steuer- und damit auch sozialversicherungsfrei (07.06.2002, Az. VI R 145/99).

Das heißt, auf den als Garagenmiete ausgezahlten Betrag fällt weder Lohnsteuer an, noch werden dafür Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung fällig. Dadurch spart der Arbeitgeber den Arbeitgeberanteil und Ihr Mieter den Arbeitnehmeranteil auf diese Kosten.

Und was haben Sie als Vermieter davon? Sie haben ein wichtiges Argument bei Hand, die Garage zu vermieten (etwa anstatt eines Stellplatzes an der Straße). Machen Sie dazu folgende Beispielrechnung auf:

Sie vermieten einen Garagenstellplatz in einer Großstadt für 30 Euro monatlich. Zahlt der Arbeitnehmer dies aus eigener Tasche, muss er für dieses Geld brutto etwa das Doppelte verdienen, also 60 Euro (Rechenweg: Vom Bruttogehalt in Höhe von 60 Euro gehen rund 20 Prozent an Sozialversicherungsbeiträgen und rund 30 Prozent an Lohnsteuern ab, sodass nur noch die Hälfte, nämlich 50 Prozent = 30 Euro übrig bleiben). Der Arbeitgeber muss seinerseits noch einmal rund 20 Prozent an Sozialabgaben auf diesen Betrag abführen, also 12 Euro.

Lässt sich Ihr Mieter aber das Geld für die Garage vom Arbeitgeber erstatten, macht er somit ein Plus von 30 Euro.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Aber aufgepasst: Im Nachhinein darf der Arbeitgeber nicht einfach das Bruttogehalt um 60 Euro kürzen und dafür 30 Euro Garagenmiete auszahlen.

 

Solche steuerfreien Gehaltsextras wie die Erstattung der Garagenmiete akzeptiert das Finanzamt nur, wenn sie nicht als Ersatz für bereits vereinbarten Arbeitslohn ausgezahlt werden.

 

Das heißt: Sagen Sie Ihrem Mieter, dass er eine solche Vereinbarung anstatt der nächsten Gehaltserhöhung anstreben kann - und auch sollte, weil ihm das netto deutlich mehr bringt.