Samstag, 29.09.2012 | Autor: Judith Engst

Immobilienverkauf gescheitert? Dann sind die Kosten nicht absetzbar

Worum geht´s
  • Immobilienverkauf
  • Absetzbarkeit der Kosten
  • Entscheidung des Bundesfinanzhofs
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Normalerweise gilt: Wenn Sie eine Mietimmobilie verkaufen, können Sie die damit zusammenhängenden Kosten absetzen. Was aber, wenn der Verkauf letztlich doch scheitert? Mit dieser Frage hat sich jüngst der Bundesfinanzhof befasst.

Der Fall: Der Eigentümer einer Immobilie wollte sein Mietobjekt verkaufen. Die 10-jährige Spekulationsfrist war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgelaufen, und ein Käufer fand sich schnell. Als der Kauf schon fast perfekt war, stellte sich heraus: Der Käufer konnte sich die Immobilie gar nicht leisten. Daraufhin musste der Kauf rückgängig gemacht werden. Dafür fielen Notar- und Gerichtskosten von über 5.000 Euro an.

Diese Summe wollte der Immobilien-Eigentümer von der Steuer absetzen. Doch das Finanzamt ließ das nicht zu. Auch seine Klage vor dem Finanzgericht blieb erfolglos. In letzter Instanz hatte sich der Bundesfinanzhof mit der Sache zu befassen. Allerdings scheiterte der Kläger auch hier mit seinem Ansinnen, die Kosten steuerlich absetzen zu können (1. August 2012, Az. IX R 8/12).

Es seien keine Werbungskosten im Zusammenhang mit einer Vermietung oder Verpachtung stellten die Richter fest. Denn durch den (gescheiterten) Verkauf sei klar: Es bestehe in Zukunft gar keine Absicht mehr, die Immobilie zu vermieten. Die Kosten des Verkaufs hätten zudem auch nichts mit der eigentlichen Vermietung zu tun.

Aber auch als Werbungskosten im Zusammenhang mit einem privaten Veräußerungsgeschäft seien die Kosten für Notar und Gericht nicht absetzbar. Zwar sei das grundsätzlich möglich, wenn eine Immobilie innerhalb der 10-Jahres-Frist verkauft werde. Hier aber sei der Verkauf gescheitert. Damit fehle es an der Voraussetzung für eine Absetzbarkeit. Wenn kein Verkauf stattgefunden habe, dann seien die Kosten steuerrechtlich nicht von Bedeutung. Der bloße Versuch, eine Immobilie zu verkaufen, zähle nicht, wenn der Verkauf tatsächlich gar nicht zustande gekommen sei.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Schon vor der Zahlung des Kaufpreises werden bei einem Verkauf Notar und Grundbuchamt üblicherweise für Sie tätig. Denn es wird eine so genannte Eigentumsvormerkung ins Grundbuch eingetragen, was mit Kosten verbunden ist.

 

Achtung: Weder der vermittelnde Makler noch der beteiligte Notar prüfen vorher die Zahlungsfähigkeit des Käufers. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, lassen Sie sich die Kreditzusage einer Bank oder einen Kontoauszug des Käufers über mindestens die Kaufsumme in schriftlicher Form vorlegen.