Freitag, 18.12.2015 | Autor: Judith Engst, Foto: © Kadmy - Fotolia.com

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Jetzt noch den Spielraum für 2015 nutzen

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Worum geht´s

• haushaltsnahe Dienstleistungen
• Spielraum ausschöpfen
• Zahlungszeitpunkt

Stichworte zu diesem Thema

Jetzt ist höchste Zeit für einen kleinen Kassensturz: Legen Sie einmal alle Handwerkerrechnungen zusammen, die Ihr Wohneigentum betreffen. Betrachten Sie dabei nur die Arbeitskosten (inklusive Anfahrt).

 

Kommen dabei schon 6.000 Euro zusammen? Falls ja, verschieben Sie anstehende Aufträge bzw. die Rechnungszahlung unbedingt ins neue Jahr. Falls nein: Lassen Sie sie noch im Dezember erledigen und abrechnen.

Pro Kalenderjahr dürfen Sie 6.000 Euro als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend machen. Das betrifft sämtliche Rechnungen von Handwerkern und sonstigen Dienstleistern, sofern in Ihrem Haushalt (inklusive Grundstück und Garten) erledigt.

Auch der Winterdienst zählt dazu, selbst auf der Straße oder dem Gehweg vor Ihrem eigentlichen Grundstück. 20 Prozent der Summe (reine Arbeitskosten, ohne Material) sind direkt von Ihrer Steuerschuld abziehbar. Das heißt: Sie können durch haushaltsnahe Dienstleistungen jährlich bis zu 1.200 Euro an Steuern sparen.

Jetzt prüfen: Ist die 6.000 Euro schon erreicht?

Wenn Sie es klug anstellen, schöpfen Sie den Betrag Jahr für Jahr aufs Neue aus. Prüfen Sie noch im Dezember: Wie viel Spielraum bleibt Ihnen noch?

Falls Sie noch Spielraum haben, dann verlegen Sie Arbeiten und die Rechnungszahlung noch in dieses Jahr, die Sie eigentlich für 2016 geplant hatten. Beispielsweise einen Fensterputz.

Oder das Zurückschneiden Ihrer Bäume und Sträucher. Oder diverse Reparatur- und Wartungsarbeiten an und in Ihrem Haus. Ihr Vorteil: Dadurch nutzen Sie die absetzbaren Beträge voll aus, und können diese im neuen Jahr in voller Höhe erneut ansetzen.

Was Steuer-Sparfüchse jetzt tun

Falls Sie ohnehin schon über der 6.000-Euro-Grenze liegen, aber die Rechnung noch nicht bezahlt haben, sollten Sie die Rechnungszahlung ins neue Jahr schieben. Fürs Finanzamt kommt es nämlich nicht darauf an, wann die Arbeiten ausgeführt, sondern wann sie bezahlt wurden! 

Fairerweise sollten Sie zuvor aber Ihren Dienstleister/Handwerker darüber informieren, dass und warum Sie erst im neuen Jahr zahlen wollen. 

 

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst

Ihre Handwerkerrechnungen sollten Sie gut aufheben. Auch dann, wenn sie den Ausbau eines Zimmers oder Geschosses betreffen. Denn: Auch das können Sie steuerlich absetzen, hat das Bundesfinanzministerium klargestellt.
„Unser Schornsteinfeger kassiert das Geld für seinen Besuch immer gleich in bar ab“, so die Zuschrift eines Lesers. „Ich lasse mir dafür immer eine Quittung geben. Das kann ich doch absetzen, oder?“ Aufgepasst, heißt es hier. Das kommt darauf an, ob Sie Vermieter oder Eigenheimbesitzer sind.
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“

 meineimmobilie.de-Tipp

Wichtig: Rechnung noch in diesem Jahr bezahlen

Steuerlich kommt es allerdings nicht darauf an, wann die Arbeiten verrichtet wurden. Wichtig ist allein, wann Sie den Rechnungsbetrag beglichen haben. Achten Sie folglich darauf:
 

• dass der Handwerker oder Dienstleister seine Rechnung noch in diesem Jahr ausstellt und Ihnen zusendet, falls Sie die 6.000-Euro-Grenze noch nicht ausgeschöpft haben.
• dass Sie die Rechnung auch noch in diesem Jahr zahlen. Das darf nicht in bar geschehen, sondern muss zwangsläufig per Überweisung oder Bankeinzug geschehen.
 

Übrigens: Weisen Sie gleich von Anfang an darauf hin, dass in der Rechnung Arbeits- und Materialkosten separat ausgewiesen werden sollen. Denn nur die Arbeitskosten akzeptiert das Finanzamt. Sie vermeiden Ärger, wenn Sie die Aufteilung der Rechnungssumme vom Handwerker vornehmen lassen (und nicht selbst vornehmen).