Freitag, 27.09.2013 | Autor: Judith Engst, Foto: MEV Verlag GmbH, Germany

Haushaltsnahe Dienstleistung: Ist die Barquittung des Schornsteinfegers absetzbar?

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Worum geht´s

• Schornsteinfeger
• Barzahlung
• steuerliche Absetzbarkeit

„Unser Schornsteinfeger kassiert das Geld für seinen Besuch immer gleich in bar ab“, so die Zuschrift eines Lesers. „Ich lasse mir dafür immer eine Quittung geben. Das kann ich doch absetzen, oder?“ Aufgepasst, heißt es hier. Das kommt darauf an, ob Sie Vermieter oder Eigenheimbesitzer sind.

„Nur Bares ist Wahres.“ An diesen Satz glauben offenbar viele Schornsteinfeger. Sie lassen sich ihre Leistungen gleich im Anschluss in barer Münze bezahlen. Doch Vorsicht! Zumindest als Eigenheimbesitzer sollten Sie sich hier widersetzen. Denn: Eine Barzahlung können Sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Denn: Hier verlangt der Fiskus ausdrücklich einen Einzahlungsbeleg. Also den Kontoauszug oder abgestempelten Durchschlag des Überweisungsträgers, mit dem Sie die Leistung bezahlt haben. Die Barquittung nützt Ihnen da gar nichts.

Anders sieht es aus, wenn Sie Vermieter sind. Da ist es egal, ob Sie den Schornsteinfeger in bar zahlen oder per Überweisung/Lastschrift. Denn als Werbungskosten im Zusammenhang mit Ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung werden auch Kosten akzeptiert, die Sie in bar beglichen haben. Hier genügt also die Barquittung des Schornsteinfegers als Beleg für Ihre Ausgabe.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Lassen Sie sich als Eigenheimbesitzer grundsätzlich nicht auf eine Barzahlung ein, sondern verlangen Sie vom Kaminkehrer eine Rechnung auf dem Postweg, die Sie dann per Überweisung oder Einzugsermächtigung begleichen. Dann ist gewährleistet, dass Sie die Kosten auch absetzen können.


Sie haben die Kosten abgesetzt, obwohl Sie sie in bar gezahlt haben? Womöglich haben Sie Glück. Denn das Finanzamt verlangt anders als früher heute nicht mehr, die entsprechenden Rechnungen und Zahlungsbelege gleich zusammen mit der Steuererklärung einzureichen. Falls also das Finanzamt nicht ausdrücklich nach diesen Belegen verlangt und dann merkt, dass Sie eine Barzahlung geleistet haben, werden die Kosten anerkannt.


Auch für Vermieter empfiehlt sich dieses Vorgehen. Ganz einfach, weil Sie bei unbaren Zahlungen von Ihrem Konto aus besser nachprüfen können, welche Zahlungen Sie geleistet haben. Und weil dann sichergestellt ist, dass Sie die Schornsteinfegerrechnung auch dann nicht bei den Werbungskosten vergessen, wenn Sie die Quittung nicht gleich ordnungsgemäß bei Ihren Steuerunterlagen abgeheftet haben.