Samstag, 16.05.2015 | Autor: Judith Engst, Foto: MEV Verlag GmbH, Germany

Haushaltsnahe Dienst- oder Handwerkerleistung? Das ist der kleine Unterschied

Foto: MEV Verlag GmbH, Germany
Worum geht´s

• haushaltsnahe Dienstleistungen
• haushaltsnahe Handwerkerleistungen
• Unterschied
• Sonderausgaben
• Mantelbogen

Ich brüte gerade über meiner Steuererklärung“, schreibt eine Leserin. „Da sind zwei verschiedene Zeilen vorgesehen für haushaltsnahe Dienst- und haushaltsnahe Handwerkerleistungen. Können Sie mir den Unterschied erklären?

Tatsächlich handelt es sich dabei um zwei Paar Stiefel, die steuerlich auch unterschiedlich behandelt werden.

Haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen mindern Ihre Steuerlast

Zunächst einmal gilt sowohl für haushaltsnahe Dienst- als auch für haushaltsnahe Handwerkerleistungen: Sie sind steuerlich als Sonderausgaben absetzbar. 20 Prozent der dafür ausgegebenen Kosten mindern direkt Ihre Steuerlast.

Einen kleinen, entscheidenden Unterschied gibt es allerdings: Die Höchstbeträge, bis zu denen Ihnen diese Kosten anerkannt werden, sind unterschiedlich.

Es gibt unterschiedliche Höchstbeträge

Bei haushaltsnahen Dienstleistungen können Sie bis zu 4.000 Euro pro Kalenderjahr von der Steuer absetzen. Das entspricht einer maximalen Rechnungssumme von 20.000 Euro.

Bei haushaltsnahen Handwerkerleistungen sind dagegen nur bis zu 1.200 Euro pro Kalenderjahr abzugsfähig. Das entspricht einer maximalen Rechnungssumme von 6.000 Euro.

Wie aber halten Sie beides beim Erstellen Ihrer Steuererklärung auseinander? Dazu ein paar grundsätzliche Erläuterungen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Alles, was eigentlich Haushaltsmitglieder tun

Unter den Begriff „haushaltsnahe Dienstleistungen“ fallen alle Arbeiten, die normalerweise von Haushaltsmitgliedern erledigt würden.

Also Putzen, Kochen, Rasenmähen, Heckenschneiden, Pflege kranker Angehöriger, Kinderbetreuung zuhause etc. Sobald Sie damit eine Person oder ein Dienstleistungsunternehmen gegen (nachweisbare!) Rechnung beauftragen, wirken sich die Kosten mit maximal 4.000 Euro pro Jahr auf Ihre Steuer aus, so dass Sie im Idealfall 4.000 EUR weniger Steuern nachzahlen müssen.  

Haushaltsnahe Handwerkerleistungen: Profiarbeit für nicht alltägliche Dinge

Es gibt aber bestimmte Aufgaben, für die Sie einen Profi brauchen (das muss nicht unbedingt ein Handwerksbetrieb sein). Dazu gehört die Heizungswartung oder -reparatur, das Tapezieren oder Malern, das Verlegen neuer Böden, aber auch beispielsweise das Klavierstimmen oder das Anlegen eines neuen Gartens.

Kommt dazu ein Handwerksbetrieb oder sonstiger Dienstleister zu Ihnen nachhause, liegt typischerweise eine haushaltsnahe Handwerkerleistung vor. Achtung: Von der Rechnungssumme dürfen Sie stets nur die Arbeitskosten, nicht aber die Materialkosten von der Steuer absetzen.

Je mehr Arbeits- und je weniger Materialkosten Sie also auf der Rechnung haben, umso besser für Ihre Steuererklärung.

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Weniger Steuern zahlen - davon träumt auch Ihr Mieter. Deswegen sollten Sie in Ihrer Betriebskostenabrechnung bei den Rechnungen, in denen haushaltsnahe Dienstleistungen stecken, diese dem Mieter auch ausweisen. Viel Arbeit ohne Geld? Ja, aber Vermieterpflicht, wenn der Mieter darauf besteht!
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“
MEHR WISSEN: Auch Ihr Mieter dankt es Ihnen, wenn Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen ausweisen. Denn diese kann er von den Steuern absetzen.
  Mit haushaltsnahen Handwerkerrechnungen lassen sich Steuern sparen. Darunter ...

 meineimmobilie.de-Tipp

Genaue Zuordnung hilft Steuern sparen

Gerade wenn die Gefahr besteht, die Höchstbeträge zu überschreiten, sollten Sie ganz besonders auf eine genaue Zuordnung achten. Sie sehen selbst: Bei haushaltsnahen Dienstleistungen ist der absetzbare Maximalbetrag viel höher als bei haushaltsnahen Handwerkerleistungen.
 

Also sollten Sie in Zweifelsfällen genau unterscheiden: Nicht jedes Rasenmähen und jeder Heckenschnitt gehört automatisch zu den haushaltsnahen Handwerkerleistungen. Da es sich um alltägliche Arbeiten handelt, die Sie im Prinzip auch selbst machen könnten, setzen Sie sie besser bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ab. Schon deswegen, weil dann der Maximalbetrag bei den Handwerkerleistungen nicht so schnell erreicht ist. Das hilft Ihnen, Ihre steuerlichen Sparmöglichkeiten voll auszuschöpfen.