Freitag, 24.02.2012 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © freshidea - Fotolia.com

Falscher Steuerbescheid? Es muss nicht immer ein Einspruch sein

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Worum geht´s
  • Steuerbescheid
  • Einspruch
  • Änderungsantrag

Wenn Sie mit dem Steuerbescheid nicht einverstanden sind, können Sie sich wehren. Und zwar durch einen Einspruch, der aber einen Nachteil hat: Der gesamte Bescheid wird noch einmal geprüft.

 

Womöglich ergeben sich dadurch an kritischen Punkten Änderungen, die für Sie nicht günstig sind. Es gibt aber in bestimmten Fällen eine weniger riskante Alternative: den Änderungsantrag.

Dieser Tage werden die Steuerbescheide für 2014 verschickt. Zumindest für die Steuererklärungen, die schon vor dem Abgabetermin 1.6.2015 eingereicht wurden. Prüfen Sie sie sorgfältig. Achten Sie in allen Fragen darauf, ob das Finanzamt Ihre Angaben akzeptiert hat. Falls nicht, wehren Sie sich. Sie haben dazu zwei Möglichkeiten:

Bei einem Einspruch prüft das Finanzamt den gesamten Bescheid

Ein Einspruch ist richtig, wenn es um gravierende Fehler geht. Die Finanzbehörde prüft dann den gesamten Steuerbescheid noch einmal. Also auch die Punkte, die mit Ihrem Einspruch nichts zu tun haben. Dabei besteht das Risiko, dass es strittige Punkte zu Ihren Ungunsten ändert.

Das Ergebnis könnte somit für Sie schlechter ausfallen als der ursprüngliche Steuerbescheid. Sie haben aber die Möglichkeit, den Einspruch in diesem Fall zurückzunehmen. Das Finanzamt muss Ihnen ankündigen, wenn das Ergebnis der Einspruchsbearbeitung für Sie ungünstiger ist als der ursprüngliche Steuerbescheid.

Änderungsantrag ist weniger riskant als eine Einspruch

Ein Änderungsantrag ist die risikoärmere Alternative. Diesen Antrag können Sie stellen, wenn Sie lediglich einen Eingabe- oder Rechenfehler zu bemängeln haben. Das Finanzamt schaut sich dann nur den beanstandeten Fehler an und ändert ihn. Der Änderungsantrag verhindert nicht, dass der Steuerbescheid rechtskräftig wird. Behoben wird also ausschließlich der beanstandete Fehler, sonst nichts.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Alles muss besser werden - schön wäre es. Es kann auch schlechter werden. Das gilt selbst, wenn Sie beim Finanzamt Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen. Denn so ein Einspruch muss keineswegs immer mit einer Verbesserung zu Ihren Gunsten enden.  Auch eine Verböserung ist möglich, wenn das Finanzamt plötzlich beginnt, Ihren ganzen Bescheid und damit Ihre ganze Steuererklärung nochmals zu prüfen. Das könnte unangenehm enden.
„Was für ein Glück!“ - Nicht wenige Steuerzahler atmen erleichtert durch, wenn sie sehen, dass das Finanzamt ihre Angaben anerkannt hat. Zum Beispiel hohe Werbungskosten. Oder die Kosten fürs Arbeitszimmer. Aber gilt der Steuerbescheid auch wirklich für alle Zeiten? Mit dieser Frage hat sich das Finanzgericht Rheinland-Pfalz auseinandergesetzt.

 meineimmobilie.de-Tipp

Ob Einspruch, ob Änderungsantrag: Für beide müssen Sie die Frist von einem Monat einhalten. Später haben Sie keine Chance mehr, den Fehler berichtigen zu lassen.

Ist bei einem Einspruch zum gleichen Thema ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig, beantragen Sie zugleich Aussetzung der Vollziehung. Dann müssen Sie die strittige Steuer nicht sofort nachzahlen. Sondern gegebenenfalls erst, wenn das Gericht zu Ihren Ungunsten entscheidet. Auf eventuelle Steuernachzahlungen wird dann ein Zins von 0,5 Prozent pro angefangenem Monat fällig. Die Nachzahlung entfällt aber, wenn der Gerichtsprozess zu Ihren Gunsten ausgeht.