Mittwoch, 30.05.2012 | Autor: Judith Engst

Einliegerwohnung: So sparen Sie Steuern

Worum geht´s
  • Vermietete Einliegerwohnung
  • Aufteilung der steuerlich absetzbaren Kosten
  • Herstellungs- und Werbungskosten
Stichworte zu diesem Thema

Ein Haus mit Einliegerwohnung bauen und laufend Mieteinnahmen erzielen – eine kluge Strategie! Damit aber die Mieteinnahmen Ihre Steuerlast nicht deutlich erhöhen, sollten Sie die folgenden Tipps beachten.

Ein Haus mit Einliegerwohnung ist eine prima Sache: Von den Mieteinnahmen können Sie den Hypothekenkredit teilweise abzahlen. Aber nicht vergessen: Mieteinnahmen müssen Sie versteuern, im Gegenzug dürfen Sie aber Werbungs- und Herstellungskosten von der Steuer absetzen. Hier lautet die Devise: Ordnen Sie möglichst viele Kosten der vermieteten Einliegerwohnung zu.

Ganz einfach ist diese Aufgabe allerdings nicht. Denn normalerweise werden die Kosten flächenanteilig aufgeteilt. Angenommen, das Haus hat eine Gesamtfläche von 200 Quadratmetern. Davon entfallen 50 Quadratmeter auf die Einliegerwohnung und 150 Quadratmeter auf die von Ihnen selbst genutzte Wohneinheit. Dann gilt: 25 Prozent der Gesamtkosten können Sie als Herstellungs- oder Werbungskosten von der Steuer absetzen. 75 Prozent der Kosten sind nicht absetzbar.

Von dieser Aufteilung können Sie allerdings abweichen. Zum Beispiel bei den Darlehenszinsen. Der Trick: Sie stecken alles Eigenkapital, was Sie haben, in den selbstbewohnten Teil des Hauses. Für die Einliegerwohnung nehmen Sie dann einen Kredit auf. Falls die Gesamtsumme zum Bau des Hauses nicht ausreicht, nehmen Sie einen zusätzlichen Kredit nur für den selbstbewohnten Teil des Hauses auf. Wichtig: Beide Kredite müssen getrennt sein und über getrennte Konten abgewickelt werden. Die Zinsen für den Kredit, der die Einliegerwohnung betrifft, können Sie dann voll absetzen.

Bei Handwerker- und sonstigen Rechnungen gilt: Was sich klar der Einliegerwohnung zuordnen lässt (z. B. Einbau des dortigen Bades), können Sie von der Steuer absetzen. Aber Baurechnungen, die beiden Wohneinheiten betreffen (z. B. Dachdeckerrechnung), müssen Sie flächenanteilig aufsplitten.

Kommentare (2)

3.5.2014, 13:02 Uhr von Kurodek Profil ansehen
Mein Kommentar
3.5.2014, 13:01 Uhr von Kurodek Profil ansehen
"Günstiger Prüfung" Sanierung der Abwasserleitungen im 2-Fam-Haus (Einlieger) kostete 4000,00 €. Von der gesamtwohnfläche gehören 25% zur Einliegerwohnung. 1) Könnte man also 1000,00 € vom zvstE "absetzen", sodass die EST niedriger wird. 2) Oder könnte man auch 20% der Handwerkerlohnkosten von ca. 3000,00 € (= 600,00 €) direkt von der EKST "abziehen" als "haushaltsnahe Leistung"? Beides wird ja wohl nicht gehen. m.f.g. Kurt Rodekirchen

 meineimmobilie.de-Tipp

Trennen Sie beide Wohneinheiten strikt voneinander. Das heißt: Schließen Sie zwei Bauverträge ab. Nehmen Sie zwei getrennte, den einzelnen Wohneinheiten klar zuordenbare Kredite ab und wickeln Sie sie über verschiedene Konten ab. Auch die Rechnungen sollten klar den einzelnen Wohneinheiten zugeordnet werden können. Auf diese Weise holen Sie die maximale Steuerersparnis für sich heraus.