Donnerstag, 05.01.2012 | Autor: Jörg Stroisch

Eigenheim: Welche Umbaukosten absetzbar sind

Worum geht´s
  • Selbst genutzte Immobilien
  • Umbau- und Modernisierungskosten
  • Absetzbarkeit als Sonderausgabe
Stichworte zu diesem Thema

Als Vermieter können Sie die Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Immobilie entstehen, üblicherweise als Werbungskosten absetzen. Nicht so als Eigenheimbesitzer. Diese Kosten in der Steuererklärung anzugeben, bringt normalerweise nichts. Trotzdem ist Hopfen und Malz nicht verloren. Denn bestimmte Umbauten und Modernisierungen sind als Sonderausgaben absetzbar und vermindern Ihre Steuerlast.

Sonderausgaben stehen im Unterschied zu den Werbungskosten nicht im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften. Sondern Sie mindern die Steuerlast unabhängig davon.

Als Sonderausgaben, genauer gesagt als außergewöhnliche Belastungen (Paragraf 33 EStG), werden Kosten eingestuft, die zwangsläufig zu höheren Ausgaben führen als bei der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen mit ansonsten gleichem Einkommen und Vermögen.

Speziell im Zusammenhang mit Immobilien sind damit absetzbar:

Asbestsanierungen (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen: III R 6/01). Diese Kosten sind dann absetzbar, wenn eine konkrete Gesundheitsgefährdung durch Asbest besteht. Entweder müssen Asbestfasern schon in den Wohnbereich eingedrungen sein oder es muss zumindest die Gefahr bestehen.

Behindertengerechter Umbau (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen: Az: VI R 7/09 und Az: III R 97/06). Das gilt für den Anteil der Kosten, den die Pflegekassen nicht übernehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass wirklich eine behinderte Person (etwa ein Rollstuhlfahrer) in Ihrem Eigenheim lebt. Dann ist es laut Bundesfinanzhof auch unerheblich, dass sich etwa durch eine Verbreiterung der Türen, durch den Einbau einer Rollstuhlrampe, eines behindertengerechten Bades oder eines Treppenlifts der Wert Ihres Eigenheims erhöht.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Falls Sie für Ihr Eigenheim eine Asbestsanierung planen, sollten Sie zunächst ein Sachverständigen-Gutachten über die Notwendigkeit in Auftrag geben. Dieses Gutachten muss vor Beginn der Sanierungsarbeiten erstellt worden sein. Das Gutachten reichen Sie dann mit Ihrer Steuererklärung ein, in der Sie die Kosten für diese Sanierung als außergewöhnliche Belastung geltend machen.

Beim behindertengerechten Umbau genügt dem Finanzamt der Nachweis, dass wirklich eine behinderte Person in Ihrem Haushalt lebt. Diesen Nachweis können Sie beispielsweise durch einen Behindertenausweis oder ein ärztliches Attest führen.

Sollte das Finanzamt die Kosten nicht anerkennen, legen Sie Einspruch ein und verweisen Sie auf die in diesem Beitrag genannten Entscheidungen des Bundesfinanzhofs.