Samstag, 07.02.2015 | Autor: Judith Engst, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Dem Finanzamt Mieteinkünfte verschweigen? Besser nicht!

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Steuerhinterziehung
  • Wie das Finanzamt Vermietern auf die Schliche kommt
Stichworte zu diesem Thema

Eine Immobilie schwarz vermieten, das ist - keine Frage! - verlockend. Denn als Vermieter könnte man dann die Einnahmen brutto für netto behalten. Und so bis zu 42 Prozent an Einkommensteuer sparen.

 

Falls Sie aus Wut über die Gier des Fiskus solche Überlegungen auch schon angestellt haben - vergessen Sie es. Das Risiko, dass das Finanzamt von den verborgenen Mieteinnahmen Wind bekommt, ist viel zu groß.

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen das Finanzamt herausfinden kann, ob eine Wohnung oder ein Haus vermietet ist oder nicht. Nur mal zwei Beispiele, wie schnell das gehen kann: 

Beispiel 1 

Das Finanzamt erhält Meldung über sämtliche Immobilienkäufe und -verkäufe. Der an Grundstücksgeschäften immer beteiligte Notar muss den Immobilienerwerb melden. Angenommen, Sie haben ein Doppelhaus gekauft und bewohnen die eine Hälfte. Garantiert wird das Finanzamt bei Ihnen nachfragen, was mit der anderen Hälfte los ist. Hier machen Sie besser wahrheitsgemäße Angaben, sonst wird Ihnen schnell Steuerhinterziehung unterstellt.

Beispiel 2 

Das Finanzamt wird über Belege auf Sie aufmerksam, die Ihr Mieter einreicht, um sie von der Steuer abzusetzen. Angenommen, Ihr Mieter macht einen Teil seiner privaten Telefonrechnung als dienstliche Ausgabe (Werbungskosten) geltend. Oder die flächenanteilige Miete für ein Zimmer in seiner Mietwohnung als häusliches Arbeitszimmer. Dann kann es Ihnen durchaus passieren, dass der Fiskus gewohnheitsmäßig nachprüft, wer denn eigentlich der Vermieter der entsprechenden Wohnung ist. Stellt es dabei fest, dass Sie Ihre Mieteinkünfte nicht angegeben und damit versteuert haben, droht Ärger.

Vorsicht: Eine Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt

Aufgepasst: Das Verschweigen von Mieteinkünften ist kein Kavaliersdelikt, sondern Steuerhinterziehung, oder, wie es im schönsten Amtsdeutsch heißt, eine schuldhafte Steuerverkürzung.

Dieses Verhalten wird in Deutschland als Straftat eingestuft, die mit bis zu fünf Jahren Haftstrafe geahndet wird (§ 370 ff Abgabenordnung). Auch wenn eine so hohe Strafe unwahrscheinlich ist: Wer der Steuerhinterziehung überführt und deswegen verurteilt wird, ist vorbestraft.

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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 meineimmobilie.de-Tipp

Es ist zwar unerfreulich, dass sich der Fiskus stets einen erheblichen Anteil Ihrer Mieteinkünfte abzwackt. Aber es ist bedauerlicherweise nicht zu umgehen. Denn verbergen lässt sich ein Mietverhältnis in aller Regel nicht.

 

Machen Sie das Beste daraus. Sehen Sie nicht nur die Nachteile der Besteuerung, sondern auch die Vorteile: Sie können alle Kosten, die im Zusammenhang mit der Mietimmobilie anfallen, abschreiben oder absetzen. Und diese Möglichkeit sollten Sie auch steuersparend nutzen. Auch senken Sie nämlich Ihre Steuerlast.