Donnerstag, 17.01.2013 | Autor: Judith Engst

BFH: Malerarbeiten sind keine absetzbaren Umzugskosten

Worum geht´s
  • häusliches Arbeitszimmer
  • Anteilige Nutzung zur Immobilienverwaltung
  • Absetzbarkeit
  • Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen

Wer beruflich umzieht und damit näher an seine Arbeitsstelle heranrückt, kann die Kosten für den Umzug von der Einkommensteuer absetzen. Der Bundesfinanzhof hatte jüngst zu entscheiden, ob auch Malerarbeiten vor dem Bezug der neuen Wohnungen zu den absetzbaren Umzugskosten zählen.

Der Fall: Ein Selbstständiger war umgezogen. Für den Umzug lagen betriebliche Gründe vor. Vor dem Bezug seiner neuen Räume mussten darin Malerarbeiten durchgeführt werden, die teils auf den betrieblichen, teils auf den privaten Teil seiner neuen Wohnung entfielen. Die Kosten für diese Arbeiten wollte er von der Steuer absetzen.

Das geht nicht, entschied das Finanzamt, und wurde in letzter Instanz vom Bundesfinanzhof in dieser Entscheidung bestätigt (03.08.2012, Az.: X B 153/11). Dass die Malerarbeiten auf den betrieblichen Teil der Wohnung entfielen, ließ sich nicht nachweisen. Folglich könne die Klägerin sie nicht als Betriebsausgaben absetzen.

Aber auch die Absetzbarkeit als Umzugskosten scheide aus. Denn bereits in einem früheren Urteil habe der Bundesfinanzhof klargestellt: Aufwendungen für die Renovierung oder den Unterhalt einer Privatwohnung lägen im Bereich der privaten Lebenshaltungskosten. Folglich seien sie nicht steuerlich absetzbar (BFH, 13. Juli 2011, Az.: VI R 2/11).

Kommentare (2)

19.1.2013, 10:58 Uhr von Jengst Profil ansehen
Ja, das können sie. Siehe hierzu den letzten Passus rechts im Tipp-Kasten.
18.1.2013, 21:37 Uhr von gjaser Profil ansehen
Können die anteiligen Lohnkosten im Rahmen des § 35a EStG abgezogen werden?
Topstory: Drei Mal umgezogen ist wie einmal abgebrannt: Für viele Menschen ist der Umzug zusätzlich sehr stressig. Doch mit der richtigen Vorbereitung und hilfreichen Tipps bekommen Vermieter und Mieter den Wohnungswechsel leichter über die Bühne.

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Umzugskosten im engeren Sinne bringen Ihnen vor allem dann eine Steuererleichterung, wenn der Umzug beruflich bedingt ist. Absetzen können Sie die Fahrten zu Wohnungsbesichtigung (Hin- und Rückfahrt) und die Fahrt(en) im Rahmen des eigentlichen Umzugs. Auch den Transport von Möbeln und Einrichtungsgegenständen können Sie steuerlich geltend machen.

 

Auch eventuell gezahlte doppelte Mieten geben Sie in Ihrer Steuererklärung an, wenn Sie die neue Wohnung schon bezogen haben, bevor die Kündigungsfrist der alten abgelaufen ist. Diese Kosten müssen Sie allerdings durch Rechnungen oder Quittungen nachweisen können.

 

Alternativ dazu können Sie für den Umzug eine Pauschale ansetzen, die das Finanzamt ohne jeden Kostennachweis akzeptiert. Sie beträgt:

  • 657 Euro (Ledige) bzw. 1.314 Euro (Verheiratete) bei Umzügen von 1. Januar bis 28.Februar 2012
  • 679 Euro (Ledige) bzw. 1.357 Euro (Verheiratete) bei Umzügen von 1. März bis 31. Dezember 2012
  • 687 Euro (Ledige) bzw. 1.374Euro (Verheiratete) bei Umzügen von 1. Januar bis 31. Juli 2013
  • 695 Euro (Ledige) bzw. 1.390 Euro bei Umzügen ab 1. August 2013.

 

Die Pauschale erhöht sich um 289 (299, 303, 306) Euro für weitere Personen im Haushalt.

 

Wichtig: Falls Ihr Umzug nicht beruflich bedingt ist, können Sie die Speditions- und Handwerkerkosten als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen. Auch Malerarbeiten lassen sich dann steuerlich geltend machen. Absetzbar sind bis zu 20 Prozent der Arbeitskosten, jedoch maximal 1.200 Euro pro Jahr. Dieser Betrag wird direkt von der Steuerschuld abgezogen (und nicht nur vom steuerpflichtigen Einkommen).