Freitag, 13.07.2012 | Autor: Judith Engst

Bettensteuer gekippt - auch für Ferienwohnungen?

Worum geht´s
  • Bettensteuer
  • Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts
  • Konsequenzen für Ferienwohnungen

"Adieu, Bettensteuer", titeln siegesgewiss die Medien. Aber stimmt das wirklich? Hat das Bundesverwaltungsgericht mit seinem jüngsten Urteil (Az.: 9 CN 1.11 und 9 CN 2.11) diese höchst unerfreuliche Steuer wirklich gekippt? Diese Frage stellt sich nicht nur für Hoteliers, sondern auch für Eigentümer von Ferienwohnungen. Lesen Sie hier, was Sie dazu wissen müssen.

"Die Kommunen werden in Sachen Steuern immer kreativer", lasen Sie sinngemäß vor gut einem Jahr auf meineimmobilie.de. Tatsächlich führten immer mehr Städte und Gemeinden eine pauschale Abgabe für Übernachtungsgäste ein. Offiziell heißt sie "Kultur-" oder "Tourismusförderabgabe". Jetzt hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden: "So geht das nicht." Hier müsse unterschieden werden zwischen Privatreisenden und Geschäftsleuten. Aber was bedeutet das für die Inhaber von Ferienwohnungen?

Bei Ferienwohnungen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer, von Geschäftsleuten für dienstliche beziehungsweise berufliche Zwecke genutzt zu werden. Denn wie der Name schon sagt: Meist übernachten Urlauber in einer Ferienwohnung. Machen Sie sich als Eigentümer einer Ferienwohnung also darauf gefasst, weiterhin diese ungeliebte Steuer entrichten zu müssen.

Ob Sie sie überhaupt zahlen müssen, hängt davon ab, was die betreffende Stadt oder Gemeinde in Sachen Bettensteuer entscheidet. Derzeit wird die Bettensteuer laut dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga erhoben in Aachen, Bingen, Bochum, Bremen, Bremerhaven, Darmstadt, Dortmund, Duisburg, Eisenach, Erfurt, Gera, Göttingen, Hildesheim, Jena, Köln, Lübeck, Moers, Oldenburg, Osnabrück, Suhl, Trier und Weimar. Geplant ist sie außerdem in Hamburg. Einige dieser Städte haben bereits angekündigt, diese Abgabe nicht gänzlich abschaffen, sie aber auf Touristen beschränken zu wollen. Dazu müssen sie in ihren Satzungen klar definieren, wann ein Gast als Tourist gilt und wann nicht. Diese Regelungen sollten Sie sich als Vermieter von Ferienwohnungen genau ansehen, um entsprechend handeln zu können.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Die Bettensteuer ist eine neue Steuerart, die mehr und mehr Kommunen einführen. Der Hintergrund ist die desolate Haushaltslage der Städte und Dörfer. Betroffen sind nicht nur Hotels, sondern auch die Vermieter von Ferienwohnungen. Denn die Bettensteuer wird pro Übernachtung des Feriengastes erhoben. Vor dem Verwaltungsgericht Koblenz ging es nun um die Frage, ob eine solche Bettensteuer, meist unter dem beschönigenden Namen "Kulturförderabgabe" oder "Tourismusförderabgabe", rechtmäßig ist.

 meineimmobilie.de-Tipp

Bei Ferienwohnungen ist die Nutzung durch Geschäftsreisende zwar unwahrscheinlicher, aber längst nicht ausgeschlossen. Wenn etwa Geschäftsleute auf einer Dienstreise bei Ihnen übernachten oder Studierende auf einer Exkursion, lassen Sie sich das bescheinigen. So können Sie die ungeliebte Bettensteuer zumindest da abwenden, wo sie laut Bundesverwaltungsgericht nicht rechtmäßig ist.