Freitag, 04.10.2013 | Autor: Judith Engst

Wohneigentum gekauft: Wer für die Hausgeldrückstände haftet

Worum geht´s

• Wohneigentum in einer WEG
• Hausgeld-Rückstände
• Haftung und Zwangsvollstreckung

Immobilien aus Zwangsversteigerungen können echte Schnäppchen sein. Das gilt auch für Objekte in Wohnungseigentümergemeinschaften. Was aber, wenn der bisherige Inhaber jahrelang sein Hausgeld nicht gezahlt hat: Tappt dann der neue Eigentümer geradewegs in die Haftungsfalle? Zu dieser Frage hat sich aktuell der Bundesgerichtshof geäußert.

Mit ihrer Geduld am Ende war eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Eines der Mitglieder hatte zwei volle Jahre lang kein Hausgeld entrichtet. Auch eine Nachzahlung von 1.100 Euro war noch offen. Der Mann meldete schließlich Privatinsolvenz an und seine Wohnung wurde verkauft.

Ersteigert wurde sie von seinem Vater. Der aber sollte nun für die Schulden des Sohnes einstehen. Die WEG wollte eine Vollstreckung einleiten, das heißt, den Gerichtsvollzieher schicken. Sie war der Meinung: Der Käufer (und Vater des Vorbesitzers) müsse als neuer Eigentümer für die Schulden des vorherigen Eigentümers haften.

Das geht nicht, entschied der Bundesgerichtshof (13.09.2013, Az. V ZR 209/12). Ein solches Vorgehen sei nicht vereinbar mit dem Zwangsversteigerungsgesetz (§ 10 Abs. 1 Nr. 2). Die WEG müsste sich damit zufrieden geben, laut Insolvenzgesetz gegenüber den anderen Gläubigern bevorzugt behandelt zu werden.

Die Gemeinschaft könnte aber nicht gegenüber dem neuen Eigentümer per Vollstreckung auf die zwangsversteigerte Wohnung zurückgreifen.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp

Falls Sie per Zwangsversteigerung eine WEG-Wohnung kaufen, seien Sie unbesorgt: Sie haften als Käufer nicht für die Schulden, die der vorige Eigentümer in Bezug auf Hausgeld hinterlassen hat.


Sollte die Hausverwaltung der WEG versuchen, Sie haftbar zu machen, verweisen Sie auf dieses BGH-Urteil, aus dem klar und deutlich hervorgeht: Das ist nicht rechtens.