Sonntag, 04.12.2016 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com

Stromkosten sparen: Wie Sie zum günstigeren Stromanbieter wechseln

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Worum geht´s
  • Stromanbieterwechsel leicht gemacht
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"Der Strom wird teurer!" Gerade überschlagen sich die Meldungen über steigende Strompreise wegen der angeblicmassiven Erhöhungen bei den sogenannten Netzentgelten. Noch erhalten jedoch Neukunden bei vielen Stromanbietern spürbare "Begrüßungsprämien". Deswegen ist jetzt der beste Zeitpunkt, den derzeit bezahlten Strompreis zu prüfen und notfalls den Stromanbieter zu wechseln, um dadurch bares Geld zu sparen.

Das Problem: Viele Immobilienbesitzer liebäugeln zwar immer mal wieder mit einem Stromanbieterwechsel, ziehen ihn aber nicht konsequent durch. Zum einen, weil  sie nicht wissen, wie sie bei einem Stromanbieterwechsel vorgehen sollen. Zum anderen, weil sie Angst haben, plötzlich im Dunkeln zu sitzen.

Sie haben gerade Ihre Stromrechnung erhalten und müssen etwas nachzahlen? Das ist der beste Zeitpunkt, um einmal zu prüfen, ob es nicht auch bei Ihnen ein bisschen günstiger geht. 

Meist lässt sich mit einem Stromanbieterwechsel durchschnittlich 150 EUR im Jahr sparen. Und das Ganze geht viel schneller und einfacher als Sie vielleicht glauben. Sie müssen dazu nur 3 Dinge tun:  

1. Den eigenen Stromverbrauch checken,

2. die verschiedenen Stromtarife vergleichen und

3. einen neuen Stromlieferungsvertrag abschließen.

So ein Stromanbieterwechsel ist eigentlich ein Kinderspiel: Schon mit ein paar Mausklicks bekommen Sie den schnell und reibungslos über die Bühnen. Und so funktioniert´s:

1. Schritt: Stromverbrauch checken und Anbieter vergleichen

Damit Sie überhaupt Strompreise vergleichen können, brauchen Sie Ihre letzte Stromrechnung. Sie müssen nämlich exakt angeben können, wie hoch Ihr derzeitiger Stromverbrauch eigentlich ist. Den Jahresverbrauch und den bisher bezahlten Tarif können Sie Ihrer letzten Stromabrechnung entnehmen.

Im Anschluss geht es an den Tarifvergleich. Der lässt sich am schnellsten über einen Stromtarifrechner im Internet checken. 

Dazu benötigen Sie zusätzlich zum Jahresstromverbrauch nur noch die Postleitzahl des Ortes, wo Ihre Immobilie steht. Der Internet-Rechner listet Ihnen dann anhand dieser beider Angaben den günstigsten Stromversorger und seine Tarife fein säuberlich auf.

2. Schritt: Die Qual der Wahl beim Stromversorger

Gehen Sie die Tarif-Liste nun in aller Ruhe durch. Achten Sie dabei vor allem auf die Kündigungsfrist, die Vertragslaufzeit, eventuelle Jahresvorauszahlungen (ja nicht!) und die Preisbindung.

Neukunden erhalten meist eine Einstiegs- oder Wechselprämie, was den "Strompreis" häufig enorm senkt!

Vorsicht: Tarife und Versorger, die derzeit noch günstig sind, können bei einer zu langen Vertragslaufzeit schnell teurer werden, da der Energiemarkt sehr dynamisch ist. Wer sich zu lange bindet, kann dann nicht mehr flexibel auf Änderungen reagieren.

Auf der anderen Seite kann eine Preisgarantie allerdings auch ein Vorteil sein, gerade, wenn sich der Strompreis während der Laufzeit immer wieder erhöht. Das Strom-Vergleichsportal Verivox.de rät: „Wer nach einem Vergleich den Stromanbieter wechseln möchte, sollte also den Mittelweg zwischen einer Preisgarantie und einer Vertragslaufzeit wählen oder sich für ein Angebot mit sehr kurzer Vertragslaufzeit entscheiden.“ 

3. Schritt: Kündigen Sie Ihrem alten Stromanbieter

Haben Sie den passenden Stromtarif erst einmal gefunden, geht es an den Vertragsabschluss. Den neuen Stromlieferungsvertrag können Sie ebenfalls gleich über das Internet abschließen: Ihr neuer Anbieter kündigt dann in Ihrem Namen den bestehenden Vertrag mit Ihrem bisherigen Stromanbieter.

Selbst das müssen Sie nicht selbst machen, sondern das übernimmt der neue Stromversorger. Selbstverständlich muss sich auch der an die bestehenden Kündigungsfristen halten. Der neue Anbieter teilt Ihnen dann mit, wann Ihr bisheriger Vertrag endet und die Neubelieferung beginnnt.

Vom Umstellungszeitpunkt bekommen Sie als Stromkunde meist gar nichts mit: Es wird weder der Stromzähler ausgetauscht, noch die Stromversorgung unterbrochen, da der örtliche Grundversorger gesetzlich verpflichtet ist, Sie lückenlos mit Strom zu versorgen.

Wer lieber erst einmal Infomaterial vom neuen Stromanbieter haben möchte, kann sich dieses aber auch erst nach Hause schicken lassen und dann erst den Vertrag abschließen.

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
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 meineimmobilie.de-Tipp

Lassen Sie sich bei der Stromanbieterwahl nicht von der Entfernung zu Ihrem Standort irritieren: Bei technischen Problemen ist ihr regionaler Anbieter ihr Ansprechpartner vor Ort. 

 

Haben Sie einen günstigeren Anbieter gefunden als Ihren bisherigen regionalen Anbieter, sollten Sie dennoch bei diesem nachfragen, ob er Ihnen den Strom zum gleichen Preis anbieten kann bzw. er für Sie ein günstigeres Strompaket parat hat als Ihr bisheriges.