Mittwoch, 24.07.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © luni Sokolov - Fotolia.com

Immobilienkauf: Ab August wird der Gang zum Notar teurer

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Worum geht´s
  • Neues Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) tritt in Kraft
  • Welche finanziellen Vor- und Nachteile das für Immobilienkäufer bringt
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Ab dem 1.8.2013 wird die bisherige Kostenverordnung der Notargebühren durch das neue Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) abgelöst - und das hat teure Folgen für Ihren Immobilienkauf! Demnach steigen jedenfalls in manchen Fällen künftig die Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf.

Das neue Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) tritt zum 1. August 2013 in Kraft. Nach Angaben von Interhyp, dem Vermittler privater Baufinanzierungen, bringt das neue Gesetz für Immobilienkäufer finanzielle Vor- und Nachteile.

Nachteil beim Immobilienkauf durch höhere Notarkosten

Die Gebühren des Notars richten sich danach, welche Aufgaben der Jurist erledigen muss, wenn er als Schnittstelle zwischen Käufer, Verkäufer und finanzierender Bank fungiert.

Ob die Beurkundung des Vertragsentwurfs, die Löschung bestehender Grundschulden, der Vormerkungseintrag im Grundbuch, die Klärung von kommunalen Vorkaufsrechten oder der Grundbucheintrag: Die Tätigkeiten sind je nach Kaufpreis mit Gebührensätzen hinterlegt, die sich nach Aufwand berechnen.

Nach der aktuellen Gebührenverordnung entstehen beim Immobilienkauf für die Beurkundung, den Vollzug und die Betreuung Gebühren in Höhe von rund 1.085 Euro netto zuzüglich Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Ab August müssen Immobilienkäufer dafür 1.305 Euro netto zahlen, was einer Gebührensteigerung von 20 Prozent entspricht.

Wann es für Sie günstiger wird

Mitunter kann es für Immobilienkäufer aber auch etwas preiswerter werden. So werden die Gebühren für das notarielle Anderkonto laut Bundesnotarkammer um bis zu 60 Prozent reduziert.

Das habe in manchen Gebieten Deutschlands, etwa in Hamburg, große Auswirkungen, weil Immobiliengeschäfte dort traditionell mittels notariellen Anderkonten abgewickelt werden.

Bei einer Alstervilla im Wert von 2 Millionen Euro kostete die Beurkundung bisher rund 13.150 Euro netto, während die Transaktion künftig 11.700 Euro netto kosten wird. Das entspricht einer Gebührenreduzierung um 11 Prozent.

Preiswerter wird ebenfalls die Löschung einer eingetragenen Grundschuld. Bisher wurden hier bei einer Grundschuld über 350.000 Euro rund 130 Euro fällig, künftig sind es nur noch 20 Euro.

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Angenommen, Sie kaufen ein Haus für 330.000 Euro. Von der Kaufsumme begleicht der Verkäufer die Makler- und Notargebühren sowie sonstige Kaufnebenkosten in Höhe von 30.000 Euro. Wie hoch ist nun die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer? 330.000 Euro? Oder nur 300.000 Euro Dazu hat sich jetzt der Bundesfinanzhof geäußert.

 meineimmobilie.de-Tipp

Immobilienkäufer sollten sich von dem Gesetz nicht unter Druck setzen lassen. Wer ein konkretes Objekt im Auge hat und erwerben möchte, sollte seine Beurkundung möglichst noch im Juli vornehmen lassen.

 

Für alle anderen Immobilieninteressenten ist die Gebührenerhöhung jedoch kein Argument zum übereilten Immobilienkauf.