Freitag, 04.07.2008 | Autor: Marc Popp/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

KfW-Programme: Staatliche Förderung fürs Eigenheim

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Ein wichtiger Punkt für eine gute Finanzierung liegt in der Möglichkeit, öffentliche Fördermittel einzusetzen. Selbst in Zeiten knapper Kassen kann es zinsverbilligte Darlehen oder Zulagen ohne Rückzahlung geben.

Zinsverbilligte Darlehen sind beispielsweise über die Förderprogramme der KfW erhältlich. Dort gibt es eine Reihe von wohnwirtschaftlichen und umweltfreundlichen Programmen, die sich auf ganz bestimmte, genau definierte Investitionen beziehen. Sie sind nicht einfach zu verstehen und in ihrer Beschreibung sehr umfangreich.

Die Förderprogramme der KfW sind im Einzelnen:

Wohneigentumsprogramm

Am bekanntesten ist das Wohneigentumsprogramm, bei dem jeder Bauherr und Käufer, der seine Immobilie selbst nutzt, 30 Prozent der Kosten - maximal 100.000 Euro - als Darlehen erhalten kann. Der Zinssatz liegt meist 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte niedriger als der eines vergleichbaren Bankdarlehens.

Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass dieses Darlehen - ohne Aufschlag - als nachrangige Hypothek eingesetzt werden kann. Das spart Zinsen. Leider sind nicht alle Banken bereit, diesen Vorteil an den Kreditnehmer weiterzugeben, weil sie für die Rückzahlung des Förderkredits haften und die Vermittlung der KfW-Darlehen generell ablehnen können.

Die Laufzeit des Darlehens beträgt bis zu 30 Jahre, wobei mindestens ein tilgungsfreies Jahr einzuhalten ist. Es ist auch möglich, bis zu maximal fünf tilgungsfreie Jahre zu vereinbaren. Die Zinsbindung liegt bei fünf oder zehn Jahren. Eine vorzeitige Tilgung ist nur nach Absprache mit der KfW gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Eine Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln kann genutzt werden.

CO2-Gebäudesanierungsprogramm

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ist ein weiteres Programm der KfW. Hier werden mit unterschiedlichen Maßnahmenpaketen Investitionen in Wohngebäuden gefördert, die bis zum 31. Dezember 1978 fertiggestellt wurden. Auch für den Austausch von Kohle-, Öl-, und Gaseinzel- oder Nachtspeicheröfen kann dieses Programm eingesetzt werden. Der besonders niedrige Zins von zwei bis drei Prozent unter dem Marktüblichen macht dieses Darlehen auch bei verschärften Auflagen zur CO2-Minderung immer noch lohnenswert.

Je nach Maßnahmenpaket liegt der Höchstbetrag der Förderung bei 80 bis 250 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei Baubeginn können maximal 100.000 Euro abgerufen werden. Kredite von mehr als 100.000 Euro werden nach Fortschritt der Vorhaben ausgezahlt. Die Kreditlaufzeit beträgt in der Regel bis zu 20 Jahre bei mindestens einem und höchstens drei tilgungsfreien Jahren. Es kann auch eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren mit mindestens einem und höchstens fünf tilgungsfreien Jahren vereinbart werden.

Wohnraum modernisieren

Dieses zinsverbilligte Darlehen dient den Modernisierungs- und den CO2-Minderungsmaßnahmen im gesamten Bundesgebiet sowie dem Rückbau leer stehender Mietgebäude in den neuen Ländern und in Berlin (Ost). Gefördert werden:

  • Instandsetzungen von Häusern und Wohnungen,
  • Verbesserungen der allgemeinen Wohnverhältnisse,
  • Behebung von baulichen Mängeln,
  • Verbesserungen der Außenanlagen bei Mehrfamilienhäusern.

Standard-, Mix- und Öko-Plus-Maßnahmen

Unterschieden wird zwischen Standard-, Mix- und Öko-Plus-Maßnahmen, die je nach Anteil an der Maßnahme zu unterschiedlichen Förderkonditionen führen. Für Standardmaßnahmen wird eine Basisförderung angeboten, besonders für den Klimaschutz relevante Investitionen werden mit einem besonders günstigen Zins gefördert (Öko-Plus).

Für Modernisierung können maximal 100.000 Euro je Wohneinheit beantragt werden, für Rückbaumaßnahmen 125 Euro pro Quadratmeter rückgebaute Wohnfläche. Die Laufzeit kann 10, 20 oder 30 Jahre bei mindestens einem, höchstens fünf tilgungsfreien Jahren betragen. Eine außerplanmäßige Tilgung ist jederzeit kostenfrei möglich.

Je nachdem, für welche Modernisierungsmaßnahme sich der Kunde entscheidet, stehen ihm unterschiedliche zinsgünstige Darlehensformen zur Verfügung.

Ökologisch bauen

Privatpersonen, Vermieter, Wohnungsunternehmer, Gemeinden und Kreise können das Programm "Ökologisch bauen" in Anspruch nehmen. Es kann für den Bau von KfW-Energiesparhäusern-40 oder KfW-Energiesparhäusern-60, von Passivhäusern sowie für den Einbau von Heiztechnik auf der Basis erneuerbarer Energien in Neubauten eingesetzt werden. Das Programm dient der Umsetzung von Modernisierungs- und Energiesparmaßnahmen.

  • Die KfW bietet Bauherrn zinsgünstige Kredite für ökologisches Bauen sowie für die Umsetzung von energiesparenden Sanierungsmaßnahmen an.
  • Für ein KfW-Energiesparhaus-40 ist eine Finanzierung von bis zu 50.000 Euro möglich.
  • Für ein KfW-Energiesparhaus-60 ist eine Finanzierung von bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit möglich.
  • Das verbilligte Darlehen für den Einbau von neuer Heiztechnik, das auch in diesem Rahmen gewährt wird, liegt bei maximal 10.000 Euro pro Wohnungseinheit.

Kombination von Fördermitteln

Vorgeschrieben ist ein tilgungsfreies Jahr, maximal können fünf tilgungsfreie Jahre vereinbart werden. Für die Passivhäuser ist eine Kombination des Darlehens mit anderen öffentlichen Fördermitteln möglich, wenn die Fördersumme nicht die Investitionssumme überschreitet. Das Darlehen kann jederzeit außerplanmäßig, auch in Teilbeträgen, kostenfrei getilgt werden. Der Zins liegt etwa ein Prozent unter dem Zinssatz für ein günstiges Bankdarlehen.

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Marc Popp ist Rechtsanwalt in Bonn und auf Immobilien- und Mietrecht spezialisiert.
Marc Popp

 meineimmobilie.de-Tipp


Die Förderung von KfW-Programmen bezieht sich auf sehr eingegrenzte und spezielle Bereiche, die auch einiges Fachwissen erfordern. Deshalb ist es empfehlenswert, den Beratungsdienst der KfW in Anspruch zu nehmen. Wegen der zusätzlichen Arbeit und Haftung weisen viele Kreditinstitute auf diese Förderungsmöglichkeit allerdings nicht hin.