Mittwoch, 15.05.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Beliebt und sogar gefördert: Senioren-Wohngemeinschaft statt Seniorenheim

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Senioren-Wohngemeinschaft Alternative zum Heim
  • Förderung von Senioren-Wohngemeinschaft
  • Senioren-WG: Was beachtet werden muss

Viele ältere Menschen wünschen sich Unterstützung und Pflege, ohne auf ein eigenständiges Leben und ein gewisses Maß an Privatsphäre verzichten zu müssen. Die Lösung: der Bezug einer Senioren-Wohngemeinschaft statt eines Seniorenheimes.

Statt in ein Seniorenheim ziehen immer mehr ältere Menschen in eine Senioren-Wohngemeinschaft, um weiterhin ein eigenständiges Leben zu führen. Was bei dieser Wohnform zu beachten ist und welche Fördermöglichkeiten bestehen, erklärt die D.A.S.-Rechtsschutzversicherung in einer aktuellen Pressemitteilung.

Heimgesetz in Senioren-Wohngemeinschaft

Seniorenheime unterliegen dem Heimgesetz oder den entsprechenden Landesgesetzen und damit der staatlichen Kontrolle. Bei Senioren-Wohngemeinschaften greift das Gesetz nur unter Umständen zu.

„Entscheidend ist hier, wie stark die Bewohner auf Betreuung angewiesen sind“, erklärt Anne Kronzucker, Juristin der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung. „Eine durchgehende 24-Stunden-Betreuung entspricht den Leistungen eines Pflegeheims. Dann gelten die Anforderungen des Heimgesetzes – und damit dessen Vorschriften über die Räumlichkeiten, Dienstleistungen, aber auch über die Beschäftigten und die Heimleitung.“

Unterliegt die Senioren-Wohngemeinschaft keiner staatlichen Kontrolle, müssen sich die WG-Bewohner oder ihre Angehörigen um einiges selbst kümmern, insbesondere um die Überprüfung der Dienstleister. Das kann je nach Bedarf die Kontrolle eines Putz- und Wäscheservices, der Unterstützung beim Einkauf, aber auch der ambulanten Pflegedienstleistungen bedeuten.

Mietvertrag für Senioren-Wohngemeinschaft

Selbstverständlich sollte auch in einer Senioren-Wohngemeinschaft ein Mietvertrag geschlossen werden. Wichtig wäre eine Klausel zur klaren Regelung über das Ausscheiden von einem Bewohner aus dem Mietvertrag. Die D.A.S.-Juristin empfiehlt einen Mietvertrag pro Mieter. Vermieter sollten mit jedem Mieter einen eigenen Vertrag für das jeweilige Zimmer sowie über die Mitbenutzung der gemeinschaftlich genutzten Räume abschließen. Da haftet der einzelne Mieter nur für die eigene Miete und von ihm verursachte Schäden.

Förderung für Senioren-Wohngemeinschaften

Eine Senioren-Wohngemeinschaft bringt auch finanzielle Vorteile mit sich. Die Bewohner teilen sich Miete und Nebenkosten und haben den Anspruch auf Fördermöglichkeiten.

So können die WG-Mitglieder beispielsweise ambulante Pflegedienste gemeinsam in Anspruch nehmen oder erhalten bei Bezug von Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von der Pflegeversicherung pro Person eine zusätzliche Pauschale von 200 Euro. Für die barrierefreien Umbauten mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) 2.500 Euro pro pflegebedürftige Person, maximal aber 10.000 Euro pro Wohngemeinschaft.

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