Mittwoch, 10.12.2008 | Autor: heihec

Erbschaftsteuerreform beschlossen

Worum geht´s

Die Erbschaftssteuerreform wurde beschlossen. Insbesondere die Besteuerung der Immobilie wurde dabei verändert.

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Topstory: Nach jahrelangen politischen Auseinandersetzungen kann die Erbschaftsteuerreform endlich zum 1. Januar 2009 in Kraft treten. In einer Sondersitzung hat der Bundesrat dem Gesetzesbeschluss zur Reform der Erbschaftsteuer zugestimmt, den der Deutsche Bundestag beschlossen hatte. Für Immobilienerben ergeben sich wichtige Änderungen.

Nachdem am 7. November 2006 die Verfassungsrichter die derzeit geltende Erbschaftsbesteuerung wegen ungleicher Behandlung verschiedener Vermögensarten für grundgesetzwidrig erklärt, verhandelte die Koalition Jahre lang über die Ausgestaltung der Reform. Mit der Zustimmung durch den Bundesrat wurde die Reform endlich zum Abschluss gebracht und wird zum 1. Januar 2009 in Kraft treten.

"Mit der Verabschiedung der Erbschaftsteuerreform durch den Bundesrat gibt es endlich Rechtssicherheit für Schenker und Erben von Wohnungsunternehmen", begrüßt Walter Rasch, Präsident des BFW Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. "Für die Wohnungswirtschaft wurde eine sachgerechte Lösung gefunden, die jetzt noch von der Finanzverwaltung im Anwendungsschreiben praxisgerecht gut umgesetzt werden muss", erklärt Rasch.

Die Änderungen für Immobilienbesitzer

Mit der neuen Erbschaftsteuerreform erheben sich die Freibeträge. So können Ehepartner und eingetragene Lebenspartner künftig bis zu 500.000 Euro, Kinder bis zu 400.000 Euro und Enkel bis zu 200.000 Euro steuerfrei erben. Witwer, Witwen, eingetragene Lebenspartner und Kinder können ein Wohnhaus, unabhängig vom Wert des Gebäudes, steuerfrei erben oder geschenkt bekommen, allerdings müssen sie dieses zehn Jahre lang weiter bewohnen.

Bei Kindern wird das steuerfreie Erben auf Häuser oder Wohnungen auf eine Wohnfläche von 200 Quadratmeter beschränkt. Darüber liegende Flächen müssen versteuert werden. Sofern weitere Kinder statt dem Eigenheim Kapitalvermögen erben oder nicht selbst im erhaltenen Haus wohnen, müssen sie ihren Erwerb oberhalb ihres persönlichen Freibetrags versteuern. Die Bewertung von Grundbesitz wird sich künftig grundsätzlich nach dem Verkehrswert richten.

Die zuletzt diskutierte Anpassung der Steuersätze in den Steuerklassen II und III wurde nicht vorgenommen. Der Tarif startet somit sofort bei 30 Prozent und endet bei 50 Prozent. Durch den hohen Tarif und den Freibetrag von 20.000 Euro, müssen unverheiratete Lebenspartner, Eltern, Geschwister, Cousin, Neffen oder Nichten künftig deutlich mehr Abgaben auf unentgeltlich erworbenes Vermögen einplanen.

Das neue Erbschaftsteuergesetz verringert des weiteren bei Erbfällen ab 2009 eine Doppelbelastung mit Erbschaft- und Einkommensteuer innerhalb von fünf Jahren und ist beschränkt auf Fälle, in denen beim Erben Einkünfte tatsächlich mit Einkommensteuer belastet werden, die zuvor als Vermögen oder Bestandteil von Vermögen bereits der Erbschaftsteuer unterlagen.

Erben, die nach dem 31 Dezember 2006 und vor dem Inkrafttreten der Reform geerbt haben, besitzen das Recht zur Anwendung der alten Erbschaftsteuerreform. Erben im Zeitraum 1 Jamuar 2007 und 31 Dezember 2008 können zwischen der neuen und alten Regelung wählen, allerdings nur im Erb- und nicht im Schenkungsfall.

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