Montag, 11.05.2009 | Autor: mb

Einzug erst nach Bauabnahme

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News: Die Bauabnahme ist der wichtigste Termin für den neuen Hausherren. Darauf weist der TÜV Rheinland hin. Wird die Abnahme zu ungenau durchgeführt, bleiben Mängel vielleicht unentdeckt. Bauschäden nach dem Einzug geltend zu machen, kostet Zeit, Geld und Nerven.

Wenn der Hausbau abgeschlossen ist, möchten die Eigentümer schnell in die neuen vier Wände ziehen. Treten nach dem Einzug Mängel auf, liegt die Beweislast beim Hausherren. Er muss nachweisen, dass der Mangel auf einem Fehler des Bauträgers beruht. In einer Pressemitteilung warnt der TÜV Rheinland: Mit dem Einzug akzeptiere der Eigentümer stillschweigend die Leistung des Bauträgers.

Beweislastumkehr durch die Bauabnahme

Zwar bestehe für alle Bauleistungen eine Gewährleistungsfrist - je nach Vertrag zwei oder fünf Jahre - und Mängel könnten noch nachträglich behoben werden. Aber dies sei mit erheblichem Aufwand verbunden, denn mit der Abnahme finde eine sogenannte Beweislastumkehr statt, heißt es beim TÜV. Deshalb sollte eine richtige Bauabnahme durchgeführt werden. "Die Bedeutung der Bauabnahme wird unterschätzt. Dieser Zeitpunkt ist einer der wichtigsten in der Bauphase", betont Dieter Straußberger, Geschäftsfeldleiter Bautechnik von TÜV Rheinland. Tritt nach dem Einzug ein Mangel auf, muss der Hausherr einen Sachverständigen beauftragen, der den Schaden beurteilt. Die Kosten hierfür trägt der Hauseigentümer dann selbst.

Bei der Bauabnahme wird darauf geachtet, dass alle Gebäudeteile vertragsgemäß errichtet wurden und dass alle Maße stimmen. Gibt es Abweichungen, so werden sie im Abnahmeprotokoll festgehalten. Der Bauträger bekommt dann eine Nachbesserungsfrist. "Zwei Wochen sind in der Regel angemessen", sagt Dieter Straußberger. Mit seiner Unterschrift bestätigt der Bauträger, dass er seiner Pflicht zur Ausbesserung nachkommt. Geschieht das nicht, hat der Bauherr das Recht, die Mängel von einem anderen Unternehmen beseitigen zu lassen und die anfallenden Kosten seinem ursprünglichen Unternehmen in Rechnung zu stellen.

Bei der Bauabnahme Mängel dokumentieren

Generell lohne es, sich bei der Bauabnahme genügend Zeit zu lassen, rät der TÜV. Außerdem sei es wichtig, Mängel so detailliert wie möglich zu beschreiben und zur besseren Dokumentation auch zu fotografieren. "Kommt es dann zu einem Rechtsstreit zwischen Auftraggeber und -nehmer, kann das Abnahmeprotokoll als stichhaltiger Beweis vor Gericht dienen", erklärt Straußberger.

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