Mittwoch, 16.01.2013 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Tiersammler unterwegs

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Ein Wellensittich ist ja noch okay, aber 100 sind dann doch deutlich zu viel. Wenn „Tiersammler“ in die Wohnung einziehen, bedeutet das für Nachbarn und Vermieter Chaos pur, beschreibt Jörg Stroisch, Chefredakteur meineimmobilie.de.

Es ist eine Sucht, ganz ähnlich, wie die Alkoholsucht: Es gibt tatsächlich Menschen, die Tiere sammeln, wie andere Menschen Briefmarken. Und wenn einmal ein solcher Süchtiger in die Nachbarwohnung zieht oder in die vermietete Wohnung, dann leidet nicht nur der Süchtige, sondern um ihn herum auch die ganze Umgebung. Denn wie viele andere Süchtige auch, empfindet auch der Tiersammelsüchtige seine Sammlerleidenschaft nicht als Sucht, sondern als etwas völlig Normales.

Vermieter und Nachbarn können hier nur sehr schwer agieren: das Ordnungsamt und die Tierschutzverbände sollten eingeschaltet werden. Aber das Leiden bleibt oft jahrelang. Was es für den Zustand einer Wohnung bedeutet, wenn dort 100 Katzen oder 500 Wellensittiche unter oft erbärmlichen Zuständen gehaust haben, kann man sich ganz leicht ausmalen.

Ein wichtiges Problem: Selbst wenn der Tiersammler dann aus der Wohnung raus ist, kann er im Nachbarbundesland einfach wieder sammeln, denn niemand weiß dort, was ihn antreibt.
Deshalb finde ich es auch richtig, dass es dafür ein Sammelregister geben sollte. Auch, damit dem Süchtigen selbst geholfen werden kann. Aber natürlich auch, damit Tiere und Wohnungen vor ihm geschützt sind.

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