Mittwoch, 19.09.2012 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: Sebastian Fery / Haufe

Immobilien als Kapitalanlage: jetzt?

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Die Zinsen sind niedrig und die Zukunft der Eurozone ist ungewiss. Da drängen viele auf den Immobilienmarkt, die davon nichts verstehen, kommentiert Jörg Stroisch.

Das 20- bis 30-fache, kolportieren Immobilienspezialisten, der Nettokaltmiete erzielen die Verkäufe von Immobilien derzeit in einigen Toplagen. Und schon gibt es Anleger, die sich gegenseitig im Preis überbieten – oder auch gleich auf die Besichtigung eines Objekts verzichten.


Das erinnert mich sehr stark an den Run auf die Steuersparmodelle nach der Wende in Ostdeutschland. Unter dem traurigen Begriff „Schrottimmobilien“ wurden hier finanzielle Schicksale noch jahrelang abgewickelt.


Und jetzt schon wieder? Bei jedem Handyvertrag läuft der Käufer zuvor in vier Shops, um den passenden Vertrag und das passende Modell zu finden. Bei der viel teureren Immobilie funktionieren vieler dieser Selbstschutzmechanismen nicht: Ungesehen oder auch ohne Sachverstand begutachtet, wird die nächstbeste Immobilie erworben und mit dem nächstbesten Immobilienkredit gleich mit abgeschlossen.


Hierzu mal gleich ein Fall aus der Praxis: Eine Bankberaterin hat einem Freund von mir folgende – mir bis dato völlig unbekannte Rechenformel – für eine Immobilienfinanzierung präsentiert. Jahresgehalt * 2 = Kreditsumme. Dabei ließ sie unberücksichtigt, dass einer der beiden Partner bald nicht mehr arbeitet.


Selbst, wenn solche Formeln sich bei einer konkreten Kreditbetrachtung dann in Luft auflösen, hat doch auch das einen fatalen Effekt: Die Käufer legen ein Stück weit ihre Vorsicht beiseite und sagen sich, auf 10.000 oder 20.000 Euro mehr kommt es ja nicht an.


So sollte man den Immobilienkauf aber lieber gleich bleiben lassen.

Kommentare (1)

16.8.2013, 15:45 Uhr von rudolfhorst1 Profil ansehen
Können Sie Demos ( http://www.demos.de ) als Bauträger und Immobilienanbieter empfehlen? lg