Verdunster

Das sind die kleinen Messgeräte mit dem farbigen Röhrchen, die an den meisten Heizkörpern von Mietwohnungen hängen - weil sie günstiger sind als die elektronische Variante.

Jedes Röhrchen enthält eine gefärbte, giftige Flüssigkeit, dessen Farbe übrigens von Jahr zu Jahr wechselt, um Verwechslungen oder Manipulationen auszuschließen.

Durch die Heiztemperatur verdunstet diese Flüssigkeit allmählich - je nachdem wie oft und hoch Ihr Mieter heizt. Die verdunstete Menge lässt sich auf einer Strichskala auf dem Verdunster ablesen.

Nach dem jährlichen Ablesen wird eine neue Ampulle eingesetzt. Die Ampulle des Vorjahres bleibt jedoch meist zur Kontrolle und zu Vergleichszwecken sichtbar und verschlossen ein weiteres Jahr im Gerät.

Wie viel Ihr Mieter verbraucht hat, ergibt sich nicht unmittelbar aus der Anzahl der Striche, die das Röhrchen anzeigt. Je mehr Flüssigkeit verdunstet ist, umso weniger Striche zeigt das Gerät an und umso höher ist der Anteil, den Ihr Mieter verbraucht hat. Je mehr Striche also noch sichtbar sind, umso sparsamer war der Mieter.

Der Anteil, der auf den einzelnen Heizkörper Ihres Mieters entfällt, ergibt sich aus der Gesamtstrichzahl aller im Haus abgelesenen Heizkörper. So ein Verdunster misst also nur den jeweiligen Anteil am Gesamtverbrauch - also einen Verhältniswert - und nicht etwa eine exakte physikalische Maßeinheit.

Wichtig zu wissen: Achten Sie darauf, dass die Verdunster bei allen Heizkörpern an der gleichen Stelle montiert werden. Das wäre korrekterweise in 70 % bis 80 % der Bauhöhe.

Siehe auch unter Heizkostenverteiler und Strichpreis

Je wärmer der Heizkörper noch ist, umso schlechter ist das für Ihre Ablesung. Denn die Messflüssigkeit in den Verdunstern weitet sich bei höheren Temperaturen mehr aus.

Deswegen zeigt es bei einem noch warmen Heizköper einen höheren Flüssigkeitsstand an als bei einem noch kalten Heizkörper. Lesen Sie jetzt die Werte ab, täuscht der Flüssigkeitsstand so einen um mehrere Skalenstriche geringen Verbrauch vor, als in Wirklichkeit vorliegt.

Deswegen sollten Sie die Heizkörper immer außerhalb der Heizperiode ablesen.

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